Überweisung des Bundes an Microsoft: Was macht das mit euch?

2023: 274.091.361,75 Euro
2024: 347.665.579,71 Euro
2025: 481.369.660,77 Euro

Man stelle sich vor, was mit 1.103.126.602,23 € alles an Open Source Software in Deutschland hätte beschafft und entwickelt werden können. Vermutlich wird sich der Trend hier auch noch weiter fortsetzen :(

Quelle: Drucksache 21/4006 S. 96 https://dserver.bundestag.de/btd/21/040/2104006.pdf Danke an @RebeccaLenhard für’s öffentlich machen!

@Gerbsen @RebeccaLenhard
Und damit nicht genug:
> Über die Beschaffung von Microsoft-Lizenzen auf Landes- und Kommunalebene liegen der Bundesregierung aufgrund der föderal verteilten Zuständigkeit für Beschaffungen in diesem Bereich keine konkreten Zahlen vor.

🤮

@toe @Gerbsen @RebeccaLenhard also HH hängt am M$ Tropf. Da wäre vielleicht mal Basisarbeit in Form direkter Ansprache von Politiker*innen sinnvoll.
@RebeccaLenhard @Gerbsen solange der Bund nicht Schleswig-Holstein folgt oder anfängt OpenDesk auszurollen wird das auch weiter teurer werden.
@Gerbsen was macht das mit mir? Kopf Tisch.
@utzer Bei mir fehlt auch schon ein Stück Tischkante. Es gibt Bissspuren…
@Gerbsen
Und dann baust du neue Tische auf, und dein Zahnarzt neue Zähne auf. 👍
🤷‍♂️

@Gerbsen Mit diesem Geld könnte man über 11.000 Entwickler:innen für ein Jahr bezahlen, wenn jede:r 100.000 Euro pro Jahr verdient. Oder 3.700 Entwickler:innen für drei Jahre.

Arbeitsplätze en masse würde so etwas nennen …

@dnkrupinski @Gerbsen

Hat sich rumgesprochen, dass wir Fachkräftemangel haben? Wo sollen die herkommen?

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen

Vielleicht könnten die 100.000 Euro ja ein guter Anreiz für Migration sein.

@dnkrupinski @Gerbsen

Aus eigener Erfahrung sage ich, dass mit Geld winken nicht reicht, wenn es um die Gewinnung von kompetenten Softwareentwicklern geht.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen

Tja, dann sind wir so oder so am Arsch!

@dnkrupinski @Joerg_Zimmermann Wenn du als Staat Menschen (gut) dafür bezahlen kannst, dass sie an ihrem Lieblings-OSS Projekt arbeiten können, könnte das schon funktionieren. Probieren würde ich es auf jeden Fall.

@Gerbsen @dnkrupinski

Auch hier nochmal aus eigener Erfahrung. Man bekommt diese Menschen nicht, weil es sie derzeit nicht gibt. Es gibt sie nicht, weil sie schon einen Job haben, den sie mögen. Und im Grunde geht es ja nicht um irgendwelche Lieblingsprojekte, sonder eher um etwas wirklich konkretes, was gerade gebraucht wird.

Es gibt diese Projekte in der öffentlichen Verwaltung. Sie kranken aber gerade am selben Symptom. Es gibt keine Fachkräfte.

@Joerg_Zimmermann @dnkrupinski wo wurde diese Erfahrung gesammelt, wenn ich fragen darf?
@Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Aus der Erfahrung einer Organisation, die Fördermittel für freie Software vergibt: es wird selten ein Projekt aufgrund fehlender Mittel abgelehnt. Die formalen Anforderungen sind gering und wenig bürokratisch. Es mangelt vielmehr an guten Leuten mit anständigen Projekten.
@Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski @saper Förderprogramme sind nur temporäre Überbrücken, keine Lösung. Sie sind kein Modell, auf dem man sicher auch in 3 Jahren seinen Unterhalt bestreiten kann - egal, ob als Unternehmen oder Einzelperson. Dazu kommt, das die meisten Förderprogramme die ich mir als Mitarbeiter angesehen habe abschreckende Konditionen haben (+50% Verwaltungsoverhead für die Nutzungsnachweise aber nur 40-70% Förderquote).
@saper @Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Ich weiß nicht was da so gezahlt wird, aber ich habe vor kurzen etwas von 60 Euro/h als Contractor (nicht Angestellter) für ein europäische Funding gehört. Das ist schon deutlich unter dem was man freien Markt bekommt. Bei STF waren immerhin 100 pro Stunde.
@saper @Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Fördermittel, also wahrscheinlich zeitlich beschränkt auf maximal 3 Jahre (häufig sogar nur ein halbes) und ohne Garantie oder Konzept für Fortsetzung. Wer schon einen Job hat muss diesen kündigen und sitzt dann u.U. nach 6 Monaten ohne Job oder Anschlussfinanzierung da und hat dann 3-6 Monate unbezahlt bis zum neuen Job, der dann womöglich sogar weniger zahlt als der alte Job.
@saper @Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Effektiv sind diese Förderprogramme für alle die nicht vorher nur wenige Stunden die Woche bis gar nicht arbeiten häufig finanziell extrem unattraktiv. Hier muss sich strukturell was ändern, damit man langfristige Finanzierung von Open-Source erwarten kann, nicht Start-Up-ähnliches Funding.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

Das stimmt nicht, zeig mir die Projekte, ich bringe ein paar freiberufliche Fachkräfte mit. Und komm mir nicht mit Kosten, ich weiß, was Dienstleister im öffentlichen Sektor abrechnen - daran kann es nicht scheitern. Eher an Vergabeprozessen … Aber wo ein Wille ist …

@ascheman @Gerbsen @dnkrupinski

https://www.bwi.de/karriere/stellenangebote

Dann mal los! Java, go, Python und Rust Entwickler werden dringend gesucht. Die Projekte sind durchwegs meist OSS. Vieles geht auch upstream.

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@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

Sehr lustig, genau für BWI habe ich seit gestern eine (Vermittler-) Anfrage (und wir reichen da in Kürze mein Profil ein). Ich werde mal weitere Freelancer darauf aufmerksam machen.

@Joerg_Zimmermann @ascheman @Gerbsen @dnkrupinski

Man liest immer "werden dringend gesucht". Aber wenn's um 100% remote geht heißt's meistens "Geht nicht"

Tja.

Dann darf man sich halt nicht über Fachkräftemangel beschweren, wenn man so unflexibel ist.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

OK, Stellenausschreibungen und Freiberufler (von denen ich sprach) passen leider nicht zusammen. Ein Teil der Positionen werden ja auch über Vermittler angeboten, also müsste eine freie Beauftragung möglich sein.

Ich frage mich dann: Will die öffentliche Hand hier Probleme lösen und die klar verfügbaren Ressourcen nutzen, oder lieber nicht?

@ascheman @Gerbsen @dnkrupinski

Was die öffentliche Hand will, kann ich dir nicht sagen. Ich kann dir nur sagen, dass es sich sehr wahrscheinlich lohnen würde, dort auch Initiative Bewerbungen hin zuschicken, auch wenn es keine passenden stellen gibt. Dort geht es aber eher um festanstellungen.
Freelancer müssten dann den weg über Ausschreibungen wählen.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

Schade, dass wir aneinander vorbei geredet haben 🤷‍♂️

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski ich lehne mich mal mit Annahmen aus dem Fenster und sage, dass es durchaus Leute abzugreifen gäbe, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen. Aktuell sieht es auf dem Jobmarkt aber weitgehend eher so aus, dass man Angst haben muss eine neue Stelle anzunehmen, vor allem befristet. AI und die Wirtschaft machen alles Recht unsicher, so dass man lieber an dem fest hält was man hat.

Denke der Ausländische Markt könnte aktuell auch ein bisschen her geben.

@Joerg_Zimmermann @dnkrupinski @Gerbsen Ein relativ sicherer Job beim Staat, Open Source Software Entwickeln, Sachen die wirklich nützlich sind und nicht nur dafür da sind etwas besser verkaufen zu können. Ich finde das klingt schon sehr verlockend.

@Joerg_Zimmermann @dnkrupinski @Gerbsen ... und was, wenn man die Aufforderung (mehr investieren) kombinieren würde mit: Ausbildung Ausbildung Ausbildung? Also nicht polemisch gemeint, sondern ernsthaft durchdacht: nicht einkaufen, sondern ermöglichen.

Das ist für mich zumindest die eigentliche Rückseite der Fachkräfte-Münze. (Dauert natürlich.)

@stefanlaser @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Das „wo sind die Fachkräfte/wo sind die Ausbildungen für die Fachkräfte” ist das größte nicht besprochene Thema in der gesamten Diskussion um #digitalesouveranitat Mir nützt auch die Festlegung auf OSS nichts, wenn dann niemand das OpenStack bedienen kann. Bin aber gerade über diese Grafik von https://hochschuldaten.che.de/deutschland/studierende/ gestolpert, die Mut macht!
@dnkrupinski @Joerg_Zimmermann @Gerbsen 100K für einen Senior Software Entwickler sind eben genau kein Anreiz wenn in den USA 300K+ gezahlt werden. Aber die KI löst dieses Problem ja gerade ;-)
@helge @dnkrupinski @Joerg_Zimmermann @Gerbsen nun ja, bei weitem nicht alle wollen in die USA. Außerdem gehören zu dem Vergleich auch noch Lebenshaltungskosten, soziale und medizinische Absicherung etc. Ich kenne auch einige amerikanische Fachkräfte, die lieber in Europa arbeiten (wollen).
@Joerg_Zimmermann @dnkrupinski @Gerbsen gibt genug Fachkräfte, die wollen halt gut bezahlt werden. Da könnte man ansetzen und eben solche stellen in Deutschland (oder meinetwegen Europa) erhalten. Genau damit könnten sich entsprechende Arbeitgeber dann auch als langfristig kalkulierbare Alternative zum Outsourcing-Jobmarkt positionieren. Und: Arbeitnehmer merken sich, wer in schlechten Zeiten… “fair” war (was ein großes Wort im arbeitsleben ist).

@xlf42 @dnkrupinski @Gerbsen

Ich bedanke mich bei deiner profunden Meinung, aber es bleibt eine Meinung ohne Quellen wird das leider nicht zu Fakten. Die Fakten sind nüchtern betrachtet: Es gibt nicht genug Fachkräfte. Das sage ich als jemand der bei einem Arbeitgeber im öffentlichen Sektor OSS entwickelt und lange Zeit Fachinterviews geführt hat. Der Markt ist absolut leer.

@Joerg_Zimmermann @dnkrupinski @Gerbsen also hier im Fediverse sieht man öfter Entwickler*innen die nach einem Job suchen und öfter Schwierigkeiten dabei haben was passendes zu finden.
Hi @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski @Gerbsen,
#Fachkräftemangel ist eine andere Schreibweise von #Ausbildungsfaulheit.
Meine Erfahrung: Die einen Firmen jammern und die anderen bilden aus.

@Gerbsen
Tatsächlich überfordert mich es. Das ist eine große in meinem Kopf zu abstrakte Zahl. 😶‍🌫️🥺

Spannend finde ich aber wie ein einziger(?) Bundesrahmenvertrag der Verwaltung, das ganze Ausschreibungsrecht aushebt. 🤔

Das geht ja sogar so weit, dass andere (Selbst)verwaltungen gar nichts anderes nutzen können. Denn ihre Hausspitze sagt dann: so günstig bekommen wir es nirgendwo anders...

Was bleibt vom Prinzip des Föderalismus oder dem Selbstverwaltungsrecht von Kommunen oder Hochschulen?

@Gerbsen
Aus dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit sind die Verwaltungseinheiten mitunter gezwungen, die Produkte zu nutzen. (Denken sie.)🤧 🥴

Und das Ganze ohne direkte demokratische Legitimation oder Kontrolle durch das Parlament.
Da wird mir dann doch schlecht. 🤢🤮

#Microsoft #Bundesrahmenvertrag #Selbstverwaltung #Wirtschaftlichkeit #OpenSource #Ausschreibung #verwaltung

@jack Interessante Frage!
@jack Ich denke die Antwort darauf ist, dass auch der Rahmenvertrag ausgeschrieben wurde und in dem Volumen nur US-Firmen zum Zug kommen können.

@Gerbsen
Das ist ehrlich gesagt der Punkt den ich nicht verstehe: wieso sollen nur US Firmen dieses Volumen decken können?

Ich kenne mich ehrlich gesagt nicht so richtig mit solchen Ausschreibungen aus. Ich habe nur auf anderen Ebenen erlebt, dass so ausgeschrieben wird, dass nur das schon vorher (intern) favorisierte Unternehmen gewinnen kann.

Ich hasse dieses Wort, aber es fehlte die Technologieoffenheit. 😂

Was kann ich oder die Zivilgesellschaft tun um sowas zu verhindern?

#Offen #Fair

@jack @Gerbsen
Ja, "Ausschreitungen" sollte es deswegen fast geben ;)
@jack
Das war schon in den 80-er Jahren so.
Da wurde ein (physikalisches) Terminal (inkl. Tastatur) in der Ausschreibung so genau beschrieben, dass es nur der damalige Haus- und Hoflieferant (Siemens) im Angebot hatte.
@Gerbsen

@Gerbsen

Es macht mich total wütend.
Leider sieht es bei uns im saarländischen Finanzwesen-öD nicht besser aus.

@Gerbsen what? Da kommen ja dann noch die Länder und Kommunen dazu!
@tillgrallert Ob die wohl auch Microsoft verwenden? ;)
@Gerbsen glaub ich nicht! (duck weg)
@Gerbsen Komisch bei den knapp 40.000.000€ für Palantir (eine Software von Faschisten für Faschisten) hattet ihr auch keine Probleme mit. <.<
@unnon89 Tatsächlich hab ich mich dagegen sehr aufgeregt und werde das auch zukünftig bei jeder Gelegenheit tun. Ich mag echt ungern in Kollektivhaftung genommen werden. Palantir und Thiel sind nicht mit Demokratie kompatibel. Was die Leute in BaWü für’n Blödsinn machen, kann ich 0 beeinflussen. In meinem „Biggest digital sovereignty fails” Vortrag hat sich Thiel jedenfalls beim Zuschauervoting verdient/souverän auf Platz 1 gesetzt. 😎

@Gerbsen

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhh