Überweisung des Bundes an Microsoft: Was macht das mit euch?

2023: 274.091.361,75 Euro
2024: 347.665.579,71 Euro
2025: 481.369.660,77 Euro

Man stelle sich vor, was mit 1.103.126.602,23 € alles an Open Source Software in Deutschland hätte beschafft und entwickelt werden können. Vermutlich wird sich der Trend hier auch noch weiter fortsetzen :(

@Gerbsen Mit diesem Geld könnte man über 11.000 Entwickler:innen für ein Jahr bezahlen, wenn jede:r 100.000 Euro pro Jahr verdient. Oder 3.700 Entwickler:innen für drei Jahre.

Arbeitsplätze en masse würde so etwas nennen …

@dnkrupinski @Gerbsen

Hat sich rumgesprochen, dass wir Fachkräftemangel haben? Wo sollen die herkommen?

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen

Vielleicht könnten die 100.000 Euro ja ein guter Anreiz für Migration sein.

@dnkrupinski @Gerbsen

Aus eigener Erfahrung sage ich, dass mit Geld winken nicht reicht, wenn es um die Gewinnung von kompetenten Softwareentwicklern geht.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen

Tja, dann sind wir so oder so am Arsch!

@dnkrupinski @Joerg_Zimmermann Wenn du als Staat Menschen (gut) dafür bezahlen kannst, dass sie an ihrem Lieblings-OSS Projekt arbeiten können, könnte das schon funktionieren. Probieren würde ich es auf jeden Fall.

@Gerbsen @dnkrupinski

Auch hier nochmal aus eigener Erfahrung. Man bekommt diese Menschen nicht, weil es sie derzeit nicht gibt. Es gibt sie nicht, weil sie schon einen Job haben, den sie mögen. Und im Grunde geht es ja nicht um irgendwelche Lieblingsprojekte, sonder eher um etwas wirklich konkretes, was gerade gebraucht wird.

Es gibt diese Projekte in der öffentlichen Verwaltung. Sie kranken aber gerade am selben Symptom. Es gibt keine Fachkräfte.

@Joerg_Zimmermann @dnkrupinski wo wurde diese Erfahrung gesammelt, wenn ich fragen darf?
@Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Aus der Erfahrung einer Organisation, die Fördermittel für freie Software vergibt: es wird selten ein Projekt aufgrund fehlender Mittel abgelehnt. Die formalen Anforderungen sind gering und wenig bürokratisch. Es mangelt vielmehr an guten Leuten mit anständigen Projekten.
@Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski @saper Förderprogramme sind nur temporäre Überbrücken, keine Lösung. Sie sind kein Modell, auf dem man sicher auch in 3 Jahren seinen Unterhalt bestreiten kann - egal, ob als Unternehmen oder Einzelperson. Dazu kommt, das die meisten Förderprogramme die ich mir als Mitarbeiter angesehen habe abschreckende Konditionen haben (+50% Verwaltungsoverhead für die Nutzungsnachweise aber nur 40-70% Förderquote).
@saper @Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Ich weiß nicht was da so gezahlt wird, aber ich habe vor kurzen etwas von 60 Euro/h als Contractor (nicht Angestellter) für ein europäische Funding gehört. Das ist schon deutlich unter dem was man freien Markt bekommt. Bei STF waren immerhin 100 pro Stunde.
@saper @Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Fördermittel, also wahrscheinlich zeitlich beschränkt auf maximal 3 Jahre (häufig sogar nur ein halbes) und ohne Garantie oder Konzept für Fortsetzung. Wer schon einen Job hat muss diesen kündigen und sitzt dann u.U. nach 6 Monaten ohne Job oder Anschlussfinanzierung da und hat dann 3-6 Monate unbezahlt bis zum neuen Job, der dann womöglich sogar weniger zahlt als der alte Job.
@saper @Gerbsen @Joerg_Zimmermann @dnkrupinski Effektiv sind diese Förderprogramme für alle die nicht vorher nur wenige Stunden die Woche bis gar nicht arbeiten häufig finanziell extrem unattraktiv. Hier muss sich strukturell was ändern, damit man langfristige Finanzierung von Open-Source erwarten kann, nicht Start-Up-ähnliches Funding.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

Das stimmt nicht, zeig mir die Projekte, ich bringe ein paar freiberufliche Fachkräfte mit. Und komm mir nicht mit Kosten, ich weiß, was Dienstleister im öffentlichen Sektor abrechnen - daran kann es nicht scheitern. Eher an Vergabeprozessen … Aber wo ein Wille ist …

@ascheman @Gerbsen @dnkrupinski

https://www.bwi.de/karriere/stellenangebote

Dann mal los! Java, go, Python und Rust Entwickler werden dringend gesucht. Die Projekte sind durchwegs meist OSS. Vieles geht auch upstream.

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@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

Sehr lustig, genau für BWI habe ich seit gestern eine (Vermittler-) Anfrage (und wir reichen da in Kürze mein Profil ein). Ich werde mal weitere Freelancer darauf aufmerksam machen.

@Joerg_Zimmermann @ascheman @Gerbsen @dnkrupinski

Man liest immer "werden dringend gesucht". Aber wenn's um 100% remote geht heißt's meistens "Geht nicht"

Tja.

Dann darf man sich halt nicht über Fachkräftemangel beschweren, wenn man so unflexibel ist.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

OK, Stellenausschreibungen und Freiberufler (von denen ich sprach) passen leider nicht zusammen. Ein Teil der Positionen werden ja auch über Vermittler angeboten, also müsste eine freie Beauftragung möglich sein.

Ich frage mich dann: Will die öffentliche Hand hier Probleme lösen und die klar verfügbaren Ressourcen nutzen, oder lieber nicht?

@ascheman @Gerbsen @dnkrupinski

Was die öffentliche Hand will, kann ich dir nicht sagen. Ich kann dir nur sagen, dass es sich sehr wahrscheinlich lohnen würde, dort auch Initiative Bewerbungen hin zuschicken, auch wenn es keine passenden stellen gibt. Dort geht es aber eher um festanstellungen.
Freelancer müssten dann den weg über Ausschreibungen wählen.

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski

Schade, dass wir aneinander vorbei geredet haben 🤷‍♂️

@Joerg_Zimmermann @Gerbsen @dnkrupinski ich lehne mich mal mit Annahmen aus dem Fenster und sage, dass es durchaus Leute abzugreifen gäbe, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen. Aktuell sieht es auf dem Jobmarkt aber weitgehend eher so aus, dass man Angst haben muss eine neue Stelle anzunehmen, vor allem befristet. AI und die Wirtschaft machen alles Recht unsicher, so dass man lieber an dem fest hält was man hat.

Denke der Ausländische Markt könnte aktuell auch ein bisschen her geben.