1/ Wisst Ihr, was das ist? Das ist ein Band mit Erzählungen von Stephan Hermlin.

Es geht um den #Holocaust und um den Aufstand der Jüd*innen im Warschauer Ghetto. Es sind drei Erzählungen. Alle drei sind schwer erträglich. Die vom Warschauer Ghetto ist die eindringlichste. Ich habe sie gerade gelesen.

1949 bei Volk & Wissen erschienen. Dann 1951, 1956, 1959 bei Aufbau. Dann 1961 bei Reclam. Und dann ab 1966 in einem Band mit anderen Erzählungen bis 1985 in sieben Auflagen bei Aufbau. 1988 gab es auch noch eine Auflage. Vielleicht die achte.

Das Buch ist auch im Westen erschienen und immer wieder aufgelegt worden.

2/ Wisst Ihr was DAS ist? Ein Statement von #InesGeipel:

„Die West-Gesellschaft des direkten Nachkriegs, die sich manisch schönputzte, die schier märchengleich Kohle machte und sich in ihrer Unfähigkeit zu trauern verpuppte. Die postfaschistische DDR der fünfziger Jahre dagegen wurde zur Synthese zwischen eingekapseltem Hitler und neuer Stalin-Diktatur, planiert durch einen roten Antifaschismus, der einzig eine Heldensorte zuließ: den deutschen Kommunisten als Überwinder Hitlers. Mit dieser instrumentellen Vergessenspolitik wurde im selben Atemzug der Holocaust für 40 Jahre in den Ost-Eisschrank geschoben. Er kam öffentlich nicht vor.“

Und so könnt Ihr das Tag ein Tag aus in der Zeitung lesen. Von Journalist*innen oder sonstigen Expert*innen. Immer wieder. Mal von Leuten, die das Gegenteil selbst erlebt haben, mal von Leuten, die das Leben im Osten zu kennen glauben.

Ines Geipel saß heute wieder irgendwo in der Stadt auf einem Podium und erklärte den Menschen den Osten.

3/ Und wisst Ihr was DAS ist? Das ist ein Blogbeitrag von mir, in dem ich aufliste, was es alles im Osten zum Holocaust gab. Es ist überall gewesen. Schulbildung, Straßennamen, Briefmarken, Filme, Bücher. Guckt mal in den Blog-Post rein. Wie man trotz dieser überwältigenden Evidenz einfach das Gegenteil behaupten kann und weiter die Beschäftigung mit dem Holocaust im Osten leugnen kann, ist mir ein echtes Rätsel.

Wenn man darauf hinweist, wird man als DDR-Nostalgiker abgekanzelt.

Das ist der neuste Move: Nach dem #Jammerossi, jetzt der #DDRNostalgiker.

Damit ist das Gegenüber in einer Schublade verstaut und man muss sich nicht mehr mit ihm auseinandersetzen. Und mit Fakten und Argumenten schon gar nicht.

#Ostalgie

https://so-isser-der-ossi.de/2019/09/01/der-ossi-und-der-holocaust/

4/ Möchte noch mal jemand behaupten, der #Holocaust sei in der #DDR nicht vorgekommen? Dann kriegt er/sie gleich noch #Globke um die Ohren gehauen.

Berliner Zeitung, 13.05.1965. S. 2: „Der ehemalige Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Globke, hat am Mittwoch im Freiburger Judenmordprozess offen die faschistischen Nürnberger Rassengesetze verteidigt und gerechtfertigt. Der Mitverfasser und Kommentator dieser Gesetze, die zur juristischen Grundlage des Mordes an sechs Millionen Juden wurden, behauptete, diese Gesetze hätten „nicht wirklich die Judenverfolgung bewirkt“, sondern sie hätten „das Unrecht gegen die Juden eingedämmt.“

Und Globke war im Osten schon verurteilt worden. Im Westen war er Zeuge, nicht Angeklagter.

#Nazis #Antifaschismus

5/ Ich werde jetzt auf meine alten Tage noch ND-Leser. Habe das hier gefunden.

Das ist vor allem deshalb interessant, weil Anetta Kahane geschrieben hat, dass die #Shoa nicht diskutiert wurde. Der Beitrag ist von ihrem Vater, der aus Jerusalem über den Prozess gegen #Eichmann berichtet hat.

6/ Die erwähnten Namen sind interessant: #Six

Bis zum Schluss 1975 Nazi.

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Six

Franz Six – Wikipedia