Nur die Richtigkeit der Zeit bringt die Richtigkeit der Realität. Für eine Annäherung dessen bin ich immer zu haben.

Auf dem #39c3 wurde #PTP zur Synchronisation der Video Aufzeichnungen genutzt. #NTP mit mehreren ms Abweichung ist spürbar. Aber im Q&A Teil zweifel ich an, dass unser Gehör und Gehirn im ns Bereich arbeitet. µs Genauigkeit denke ich hier wäre richtig.

Und ab ins Rabbit Hole und zig Webseiten mit abweichender genauer Richtigkeit.

https://media.ccc.de/v/39c3-excuse-me-what-precise-time-is-it

Excuse me, what precise time is It?

media.ccc.de

@m Moin, PTP war bei den Videoaufzeichnungen selbst nicht direkt im Einsatz.

Lediglich im Audio-Bereich war PTP im Einsatz, für das Dante-Protokoll. Das CCH hat ein großes Dante-Audionetzwerk, auf das wir uns mit aufgesetzt haben um die Audiosignale aus den einzelnen Sälen nochmal zentral für die Ausstrahlung anzugleichen (Leveling, Raum-Mikros dazumischen, Übersetzungs-Spuren ducken, etc.) und wieder in die Säle zurück zu transportieren. Übergabe dann via AES3 mit ASRC an die Video Encoder.

@thunfisch Wie genau hören Menschen denn? Millisekunden auf jeden Fall hörbar. Irgendwo im Mikrosekunden Bereich? Nanosekunden glaube ich nicht. Natürlich ist dann PTP perfekt und sehr günstig umsetzbar.

@m Ich bin mir nicht sicher, ob ich deine ursprüngliche Frage richtig verstehe.

PTP in dem Bereich wird benutzt, um an den Audiogeräten die Wordclock zu rekonstruieren. Das Audionetz läuft z.B. mit 48 kHz, und die Geräte nutzen die PTP synchronisierung um ihre lokale Taktgenerierung möglichst gleich und stabil zu halten. Würde das nicht gemacht, laufen die Takte aufgrund von ungenauen Oszillatoren nach und nach auseinander - zu viele oder zu wenige Audiosamples. Das Ergebnis wäre Geknackse.

@m Sprichst du stattdessen vielleicht über die Synchronisierung von Audio & Video zueinander? Das was man oft als "Lippen-Synchronität" bezeichnet? Falls ja: Am AES3 Übergabepunkt wird durch die ASRC vom Embedder das Audiosignal einmalig neugesamplet, und somit von der Takt-Domäne des restlichen Audionetzwerk entkoppelt. Damit läuft Audio und Video mit lokalem Takt in jedem Saal. Der Versatz Audio/Video wird manuell beim Aufbau ermittelt. Bewegt sich meist um 100-200ms, da Kameras langsam sind.
@m Und genereller was Audio-Latenz-Wahrnehmung angeht: Als Richtwert wird oft 5-10 Millisekunden genannt. Ab dann können Menschen wahrnehmen, dass der Ton verzögert ist. Das entspricht in etwa 1.5-3 Metern bei Schallgeschwindigkeit. Gerade Musiker*innen sind da sehr sensibel, z.B. bei Studioaufnahmen.
@thunfisch Ja, bei einem Auseinanderlaufen von einer Mikrosekunde sind es schon 3,6 Millisekunden in der Stunde. Dann macht die Nanosekundengenauigkeit Sinn.
@m Ein Rabbit-Hole, das dich eventuell interessieren könnte: SMPTE 2110 - das ist ein Standard aus dem Broadcast Bereich der rapide an Verbreitung gewinnt. Dort werden Audio und Video Daten über IP-basierte Netzwerke übertragen. Beides benutzt PTP für die Taktrate, und hier sind Video und Audiotakt sogar direkt aneinander gekoppelt.
@thunfisch Kaum spricht man mit Menschen und Dinge werden sofort klar. Wenn die Uhrzeit nicht relevant ist aber die Genauigkeit vor Ort; Rubidium Clocks sind gar nicht mehr so teuer. Ich sprach vor einem halben Jahr mit einem Veranstaltungstechnik Menschen, dass für Aufnahmen so etwas eingesetzt wird. War für diesen Menschen nicht relevant, da die Konzerte nur Live sind und keine Aufnahmen gemacht werden.
Das Video Bild und Ton zusammen finden, ist zu begrüßen.
Dann habe ich es nun verstanden.
@m Solange die (Un-)Genauigkeit zwischen den Geräten gleich ist, bzw. kontinuierlich angeglichen wird, reicht das. Rubidium clocks sind da overkill. :) Und auch für Aufnahmen ist das im Normalfall nicht sooo relevant. Spannender ist da noch das thema Clock-Jitter, weil dies zu ungewünschten Audioartefakten (klirren) führen kann. Von RME (Hersteller von extrem guter Audiohardware) gibt es ein schönes Video, wie sie das bekämpfen: https://www.youtube.com/watch?v=6rcBVuWOHiw
SteadyClock FS - Referenzklasse für digitale Taktung erklärt

YouTube
@thunfisch Die Rubidium Clock ist gut, wenn die Aufnahmen ohne Kabel per Funk im zweistelligen oder dreistelligen GHz gemacht werden und die Funkgeräte im Takt bleiben.