"Die Kulturkämpfe der 1060er Jahre richteten sich gegen das Ausbleiben von Emanzipation, richteten sich gegen die versachlichte, angepasste Gesellschaft, man wollte individueller sein, man wollte sein Leben freier gestalten können. Und was wir heute beobachten können sind eher Kulturkämpfe, die auf eine Emanzipationserschöpfung reagieren.

ab 10:40
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Gesellschaftliche Gräben - Warum es aktuell so viel Kulturkampf gibt

Kulturkämpfe gab es schon immer, heute haben sie aber besondere Wucht. Politische Ziele werden kulturell vorbereitet, oft zuerst lokal. Eine Recherche vor Ort.

Deutschlandfunk
Vielen geht es zu schnell mit dem normativen Fortschritt, zu schnell..., und daraus entstehen eben auch Ressentiments und Wut gegen jene Gruppen, die progressive Ideale in die Gesellschaft hineinbringen.
- die jetzigen Kulturkämpfe registrieren, dass die liberale Moderne sehr stark an ihre Grenzen gestoßen ist, und dass sie nicht mehr den Fortschritt zu produzieren vermag, den sie vorher versprochen hatte.
- oder in anderen Worten,
eine Erschöpfung durch schnellen Wandel, gekoppelt mit einem Gefühl, dass sich die eigene Lage oft gar nicht verbessere.
- und diese Reaktion darauf stellt eben das Projekt der Moderne häufig als ganzes in frage. Deshalb würde ich sagen, ist es jetzt nicht nur ein Kulturkampf, sondern ein Kulturkampf auf der Basis einer Situation wo der Fortschritt nicht mehr genug liefern kann."
(Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, Luca Rehse-Knauf, Peter Wagner)

...Da seh ich einen Widerspruch. Für die Reichen liefert der Fortschritt ja immer noch sehr gut, das Vermögen der Reichsten wächst exponentiell. Aber gerade sie sind es, die den technischen, sozialen, ökologisch und sonstigen Fortschritt mit aller Macht ausbremsen. Dazu überbewerten und fördern sie die erwähnte kleine Fortschrittsmüdigkeit einer Minderheit, die schon immer von Naturell aus zu allen Zeiten bestand.

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