Quelle?
Mathematik!
Ein Dieselmotor ist unter den BESTMÖGLICHEN Bedingungen, wenn er im PKW oder LKW eingebaut ist, von rund 40%. Beim Mitschwimmen auf der Autobahn allein sinkt der Wirkungsgrad schon auf um die 30%. Im Stadtverkehr sind es dann die genannten 20%, die angenommen werden.
Allerdings - und hier liegt der Hase im Pfeffer - wird der GESAMTE Weg von der Ölquelle bis eben zum Rad hin (deswegen da Well-to-Wheel) betrachtet. Hier gibt es keine wirklich vollständigen Studien, da etwa der Energieverbrauch zur Herstellung in den Raffinerien nicht angegeben wird (Shell und Co. argumentieren hier mit “Betriebsgeheimnis” und geben die Infos nicht preis. Man kann lediglich Annahmen treffen).
Es gibt allerdings ein paar gute, wissenschaftliche Schätzungen, die den Energiebedarf je Liter Diesel, um diesen von der Quelle bis in den Tank zu bekommen, mit rund 6 Kilowattstunden Energie angeben. Ein Liter Diesel hat einen Energiegehalt von ca. 9,8 kWh. Macht somit eine Effizienz von 62,5% für die Kette von Ölquelle bis in den Tank.
Multiplizieren wir diese 62,5% mit den 20% des durchaus optimistisch gerechneten Diesel, kommen wir bei 12,5% raus. Allerdings sind die 20% Effizienz beim Dieselmotor im Praxisbetrieb VIEL zu hoch angesetzt. Denn im optimalen Wirkbereich ist der Motor eigentlich nie. Auch der Teillastbereich ist eher selten zu sehen. Tatsächlich liegt er typischerweise gerade noch so im zweistelligen Bereich. Und da kommen wir dann eben so weit nach unten.
Großes Problem - wie man auch oben in der Grafik sieht - ist halt, dass die Öllobby einerseits Zahlen bewusst schönt und von Fabelwerten beim Wirkungsgrad redet (die erreichen Motoren auch, keine Frage. Im stationären Einsatz etwa - als Netzersatzanlagen, deren Öl auf perfekte Betriebstemperatur vorgeheizt ist, mit großen, elektrisch betriebenen Zuluftanlagen, überdimensionierten Luftfiltern, perfekt sauberem Öl und perfekt geschmiert und gewartet. Aber NUR DA), andererseits aber wichtige Zwischenwerte in der Berechnung geflissentlich ignoriert oder unter den Tisch fallen lässt. So banale Dinge wie der Stromverbrauch der Tankstelle, um den Sprit in den Tank zu bekommen (Fun Fact: Allein der würde für 50 Kilometer rein elektrisches Fahren mit einem BEV reichen) oder auch der Verbrauch für den Tankwagen, um den Sprit von der Raffinerie zur Tankstelle zu transportieren, sind da gar nicht mit drin. Und nein, der Verbrauch vom großen Tanker oder der Ölpipeline, um das Rohöl überhaupt erst zur Raffinerie zu bekommen, selbstverständlich auch nicht.
Es ist schon auffällig, dass man bei ALLEM, was Erneuerbare Energien betrifft, mit mindestens drei Lupen (in Reihe geschaltet selbstverständlich) hinschaut (Waldgebiete und Geräuschemissionen von Windkraftanlagen etwa, dazu deren Wiederaufforstungsprojekte etc.), bei Kohle, Gas und Öl indes wird fröhlich geschwärzt, zensiert, geblockt, abgewiegelt und alle finden das okay und “normal”.