❗ Kinder bekommen mehr mit, als wir ahnen. Kinder machen sich viele Gedanken.
Kinder hören zum Beispiel, dass Autofahren nicht gut fürs Klima ist. Dennoch werden sie im Auto herumgefahren. Das beschäftigt sie. Viele haben ein schlechtes Gewissen, reden aber nicht darüber.

❓ Was kannst du tun?
💚 Beobachte, wie es deinem Kind geht. Sprich offen mit ihm über Klimakrise und Klimaschutz - natürlich altersgemäß. Zeige ihm dabei, dass Erwachsene die Verantwortung haben.
💚 Lass dein Kind erzählen und fragen, wenn es möchte. Sucht gemeinsam nach altersgerechten Möglichkeiten, etwas zu verändern.
💚 Sei Vorbild. Kinder lernen am meisten, indem sie uns Erwachsene beobachten und nachahmen.

➡️ Mehr Informationen: https://www.psy4f.org/wp-content/uploads/2023/08/Mit-Kindern-ueber-die-Klimakrise-reden.pdf
https://www.psy4f.org/wp-content/uploads/2023/08/Mit-SchuelerInnen-ueber-die-Klimakrise-reden-Tipps-fuer-Lehrkraefte.pdf
Als Einstieg, um ins Gespräch zu kommen: https://www.ardmediathek.de/serie/klimagefuehle/staffel-1/Y2UyNTg2MWMtNWVjMS00MmJkLTk4YzItOGU2ZTI4MmFlZmIx/1?isChildContent

@psy4f
Für die seelische Gesundheit meiner Kinder hätte ich niemals Klimaaktivist werden dürfen.

Sie fühlen sich nicht "schuldig". Ihnen ist der Optimismus auf ein besseres Leben abhanden gekommen.

Und ich bereue es bitterlich.

#Klimakollaps

@steve Denkst du wirklich, sie hätten lieber einen Vater, der verleugnet und ihnen damit mehr ihre Zukunft nimmt?
Gibt es bei euch in der Nähe ein Klimacafé?
Darüber hinaus gibt es auch Online-Gesprächsrunden. Ich denke, das beschäftigt auch noch andere, was dich dazu bewegt. Vielleicht kann ein Austausch da hilfreich sein?
Termine stehen immer hier (wird fortgesetzt) https://www.psy4f.org/termine-online-gespraechsrunden/ und auch auf Mastodon wird es dann veröffentlicht, wenn wieder neue Termine kommen.
Termine Online-Gesprächsrunden – Psychologists / Psychotherapists for Future e.V.

@psy4f
Ich weiß, hab's ja für sie gemacht und "heimlich" die Welt retten geht eh nicht.

Hab's mir nur nicht so schwer vorgestellt, bzw. hab ich ja selber lange geglaubt, wir würden das Ruder noch rumreißen als Gesellschaft.

Die ganzen anderen jugendlichen Kinder der ignoranten Familien sind jedenfalls scheinbar mehr in der Spur, auf diese typisch mittelständische Art unbekümmert. Die glauben an ihre Zukunft.

Während meine sich im weiteren Familienkreis
noch Jahre später rechtfertigen müssen, dass sie
mal 'ne #vegan'e Geburtstagsfeier veranstaltet
haben. 🙄

Unser Verhalten stört die Verdrängung, das geht mitten durch den erweiterten Familien- und Freundeskreis, mit uns aus dem Weg gehen und so.

Tja, naja, keine Ahnung, was ich eigentlich sagen will. Ist halt alles Mist. Das isser quasi schon, der #Kollaps.

Hab schon Psy4F-Termine besucht, danke, jetzt versuche ich es mit Akzeptanz, #Kollapscamp & Co., Vorbild sein im Suchen und nicht aufgeben.

@steve @psy4f Ich bin 50, habe keine Kinder (hatte nie genug Hoffnung für die Zukunft der Menschheit, um mich fortzupflanzen) und habe schon als Kind in der Grundschule Mitte der 80er mitbekommen, daß die Zivilisation des Industriezeitalters in ihren Untergang rast. Als meine Familie mich in den frühen 90ern zur Fahrschule schicken wollte, habe ich mich schlicht geweigert und gesagt, was ich immer noch sage: Der Automobilismus ist eine zivilisatorische Sackgasse.
Nun bin ich nicht neurotypisch gestrickt, von daher habe ich nie einen Herdentrieb entwickelt und nie das Bedürfnis gehabt, bei Dingen mitzumachen, bloß weil alle das so machen, oder Dinge zu unterlassen, welche ich tun will, bloß weil keiner mitmachen will und alle mich komisch angucken.

Ich habe mir nie vorgemacht, die Welt retten zu können. Die Welt verreckt letztendlich am Wirtschaftswachstum, was nie irgendwer von meinen Verwandten begreifen wollte; seit 1972 könnten es alle wissen, aber keiner _will_ es wissen, daß kapitalistisches Wirtschaftswachstum ein bösartiger Wirtschaftstumor ist, an dessen Metastasen unsere Welt verreckt. Alle stürzen sich immer nur auf ein Umweltthema nach dem nächsten und behandeln Symptome, tun so, als seien das alles getrennte Probleme, die sich mit Technologie beheben lassen, und nicht unerwünschte Nebenwirkungen des Wachstums. Seit Jahrzehnten haben wir eine Wirtschaft, welche längst zu groß ist für den Planeten, welche früher oder später dramatisch schrumpfen wird und dabei, weil sie rund um Märkte und Finanzsysteme organisiert ist, höchstwahrscheinlich ganz einfach kollabieren wird.

Das Problem ist die menschliche Psychologie: Wir sind nicht in der Lage, die von uns ausgelösten Katastrophen, die sich auf einer Zeitskala von Jahrhunderten bis Jahrzehntausenden abspielen, überhaupt als solche wahrzunehmen, weil wir dafür zu kurzlebig sind. Wir mögen die Katastrophen intellektuell begreifen, aber unsere Emotionen und unser instinktives Verhalten schalten einfach nicht in den Katastrophenmodus, es fühlt sich einfach nicht an wie eine Katastrophe. Das, was passieren müßte für eine angemessene Bewältigung der Katastrophe, wäre eine Dekonstruktion der gesamten Zivilisation und Aufbau einer radikal anderen, so etwas tun menschliche Zivilisationen einfach nicht; niemand ändert die gesamte Art zu denken und zu handeln einfach so, ohne konkreten äußeren Zwang, und wir können keinen kollektiven Zwang in diese Richtung aufbauen, weil die bestehende Zivilisation natürlich zu überleben versucht, auch wenn sie so oder so in den Untergang rennt. Was stattdessen passiert, ist, daß einzelne kleinere Teilkatastrophen in der großen Gesamtkatastrophe sofortige ungeplante Verhaltensänderungen erzwingen, aber solange die Zivilisation davon nicht ins Wanken gerät, versuchen die Menschen jedesmal, JE-DES-MAL, genau die gleiche alte Normalität von vor der akuten Katastrophe wiederaufzubauen, anstatt die Gelegenheit zu nutzen, Dinge mal radikal anders zu machen, dann geht der Kurs weiter in Richtung Eisberg.

Irgendwann geraten die Dinge ins Rutschen, und es wird ganz klar, daß das alte Leben von vorher nicht mehr funktioniert, aber dann sind wir längst im unaufhaltsamen Niedergang, dann geht es nur noch darum, schnell genug irgendwas aus den Trümmern zusammenzubasteln, bevor der nächste Einschlag kommt. Keine Ahnung, ob das Industriezeitalter schon in 50 Jahren Geschichte ist oder erst in 250 Jahren, wahrscheinlich wird es irgendwo dazwischen sein, das hängt von absolut unvorhersagbaren Zufällen ab. Unsere gesamte moderne Art, in dieser Welt zu leben, unsere Art, über die Welt zu denken und darüber, was unsere Position und Rolle darin ist, hat sich seit über 500 Jahren in eine komplett krankhafte Richtung entwickelt, angefangen mit dem Kolonialismus und dem Größenwahn von Planern und Machern, die ganze Welt nach dem Willen und den Vorstellungen einiger sogenannter Genies und Visionäre umbauen zu wollen. Wir benehmen uns, als gehöre die gesamte Erde nur Homo sapiens, planen, als warte das ganze Universum nur darauf, unsere Wünsche zu erfüllen, anstatt anzuerkennen, daß auch superschlaue Affen wie wir immer noch Affen sind und somit Teil der Fauna, daß wir ebenso Teil der Ökosysteme sind, in denen wir leben, wie all die anderen Organismen, und daß wir auch irgendwann sterben, wenn wir die lebendige Welt töten. Die Vorstellung von uns als der Krone der Schöpfung, vom Menschen als Beinahe-Gott, der durch den technischen Fortschritt immer göttlicher wird, bringt uns alle um.

@steve @psy4f Menschen, die nie aufgehört hatten, sich als Tiere unter Tieren zu sehen, die nie aufgehört hatten, zu den Geistern von Gewässern und Bergen zu beten statt zu irgendsoeinem abstrakten Wüstengott, haben europäische Eroberer immer wieder gewarnt, daß wir alle in den Untergang reißen. Ihre Vorstellungen von ökologischer Nachhaltigkeit waren natürlich präwissenschaftlich, in die Sprache von Mythen und Legenden verpackt und sehr mit meist animistisch und/oder totemistisch verfaßten Naturreligionen verbunden, weswegen die Deppen mit den hellen Gesichtern, die sich für die Herrenrasse hielten, das noch bis ins 20. Jahrhundert als primitiven Aberglauben und heidnische Götzenanbetung abtun konnten. Wissenschaftler, die uns genau zeigen, wie und warum wir auf dem falschen Dampfer sind, werden schon immer in den Medien zerrissen.
Die Ökologie wird angegriffen, seit sie existiert, außer sie ließ sich benutzen für die Schaffung von naturromantischen Kitschbildern, um allerlei bösartige Schweinereien biologistisch zu rechtfertigen (was dann aber zur Ablehnung der Ökologie durch Kommunisten und Sozialisten führte). Daß Malthus ein komplettes Arschloch war, ändert nichts an der Tatsache, daß wir unsere gegenwärtige Weltbevölkerung nur der Industrialisierung der Landwirtschaft verdanken, und daß industrielle Landwirtschaft unnachhaltig ist und innerhalb der kommenden Jahrzehnte selbst dann kollabieren würde, wenn es keinen Klimawandel gäbe.
Ich sehe den Kollaps selbst als eine historische Notwendigkeit. Die alten Kulturen sind nicht aus irgendwelchen esoterischen Gründen nachhaltig, sondern weil sie schon mindestens einen totalen Kollaps überlebt und daraus gelernt haben. Aber für die notwendige emotionale Bindung an die Ökosysteme benötigt es irgendeine Art von Naturglauben, es benötigt kollektive Rituale, in denen die Landschaft, in der man lebt, gefeiert wird, und kleine Alltagsrituale, in denen man seine Verbindung zu allem nichtmenschlichen Leben um sich herum zelebriert. Leute, die für jeden einzelnen Baum, den sie fällen, eine Trauerzeremonie abhalten, die um jeden gefällten Baum weinen, die für jedes getötete Tier ein Totengebet sprechen, die holzen eben keine ganzen Wälder ab oder pflügen ganze Landschaften um, um an Bodenschätze zu kommen, die rotten nicht ganze Tierarten aus -- aber sie haben diese Rituale entwickelt, nachdem es ihren Vorfahren sehr schlecht ergangen war, weil sie ganze Wälder abgeholzt hatten, und weil das ganze Ökosystem in Unordnung geraten war, weil sie etliche Tierarten ausgerottet hatten.

@LordCaramac
Aus diesem Blickwinkel hab ich die Sache selbst noch gar nicht betrachtet.

«Leute, die für jeden einzelnen Baum, den sie fällen, eine Trauerzeremonie abhalten, die um jeden gefällten Baum weinen, die für jedes getötete Tier ein Totengebet sprechen, die holzen eben keine ganzen Wälder ab oder pflügen ganze Landschaften um, um an Bodenschätze zu kommen, die rotten nicht ganze Tierarten aus»

Stimmt. Danke.

@psy4f