Wie finden wir denn die Idee für taktile Straßenschilder?

Erster Eindruck: Gute Idee, die Frage ist halt wie blinde Menschen die Schilder finden, wenn sie nicht an einem Blindenleitstreifen angeschlossen sind. Würde es da nicht sinnvoller sein die Schilder an den Gebäuden an Straßenecken anzubringen? Sollte da auch Braille drauf sein? (IMHO Ja.) (1/2)

@yatil Erinnert ein Bisschen an die nachfolgende Karikatur :-P Obwohl die vorgestellte Variante natürlich nicht ganz so abwegig ist. Obwohl ich da #NaviLens Tags fast als sinnvoller empfinden würde. Obwohl: Dafür brauchst Du wieder ein Smart-Phone.
@ajeitler Hahaha. Ja. Es geht ja gerade darum eine Navi-Möglichkeit ohne Handy zu haben. Ich frag mich halt ob es wirklich genutzt wird, oder ob das nur symbolische Barrierefreiheit ist. Es ist halt auch super limitiert in der Information. Die aktuelle Straße und vielleicht noch points of interest, aber keine Infos zu Kreuzungen oder Querstraßen.
@yatil Ich seh bei der Lösung eher das Problem, dass die Schrift nur erhabene „Schwarzschrift" ist, die mir zudem auch recht klein zum ertasten scheint. Es stimmt schon, dass viele blinde Personen kein Braille können, so helfen die Schilder dann aber auch nicht viel. Zudem "irren" die Leute auch nicht suchend nach Schildern durch die Gegend. Als blinde Person weis ich nicht, dass da jetzt ein Schild ist. (1/3)
DA sind Systeme wie NaviLens wieder cool, weil ich das Smart-Phone einfach vor mir halte, und dieses alle Tags in meiner Umgebung, auch aus großer Reichweite erkennt. Wegen der mangelnden „Auffindbarkeit" durch blinde Personen und der kleinen Schrift, ist das ganze zwar "Gut gemeint“, aber wenig „Effektiv“, da ich das Ziel, erfahren welche Straße in welcher Richtung liegt, nur schwer oder gar nicht erreiche. (2/3)
Bitte Leut, schauts Euch doch die ISO Definition von „Gebrauchstauglichkeit" an ;-) (3/3)
@ajeitler Auf dem einen Bild is “Hamburger Straße” auf dem Schild und die Frage ist halt auf welcher Straßenseite man sich befindet. Dafür gibt es nämlich keinen Indikator. (Hier ist das Zusatzschild “Rathaus” mit einem Pfeil nach rechts für die Orientierung nützlich, aber nicht alle Schilder werden solche Marker haben.)
@ajeitler Aber danke für’s Bestätigen, dass die Idee eher auf der “gut gemeint”-Seite der “gut gemeint”-bis-“gut gemacht”-Skala liegt.
@yatil Grundsätzlich ist die Positionierung an einem Masten ja nicht schlecht, weil so wie sie das (Quader mit vier Seiten) gemacht haben, könnte man an allen 4 Seiten Text anbringen. Die Richtung kann ja mit Pfeilen verdeutlich werden. Aber wird das halt echt nicht groß genutzt werden. Ich wäre schon froh, wenn in Klagenfurt alle Ampeln (oder zumindest einige mehr) mit akustikgebern ausgestattet werden würden. Aber auch dafür fehlt das Geld und der politische Wille.
@ajeitler Bin da total bei dir. Und wie @danimrich angemerkt hat könnte man da dann auch Infos zur Straße anbringen. Habt ihr in Klagenfurt auch die Wiener Ampelknöpfe mit dem Straßenschema als Relief an der Seite? Die fand ich immer cool. (Weiß aber auch nicht wie sehr die im Alltag genutzt werden.)
@yatil @danimrich Das Wiener System wird bei uns leider nicht verwendet (zumindest wüßt ich das nicht). Dieses macht aber total Sinn, und es hilft dabei, bei komplizierten Übergängen den Überblick zu wahren. Warum ich die ganze Zeit von NavLens rede hat den Grund, dass ich gerade damit beschäftigt bin, das bei uns an der UB Klagenfurt umzusetzen. Bin schon gespannt, wie gut wir das mit dem Routing usw. hinbekommen.
@ajeitler @danimrich Bin mal gespannt auf deinen Bericht. Ich wünschte nur persönlich es wäre ein offenes System.
@yatil @danimrich Ja, das würde ich mir auch wünschen, leider.
@yatil Hm... wer ließt ist deutlich im Vorteil :) Der Artikel beschreibt, dass die Zielgruppe Personen mit Sehbehinderung (also noch Restsehen) sind (so wie ich) - nicht blinde Personen. Diese könnten eventuell schon von den Schildern profitieren, weil sie an der Position und dieser Größe leichter lesbar sind als Schilder, die an der Hauswand weit oben positioniert werden. (1/2)
Das mit taktil ist nach wie vor vermutlich nicht sehr gebrauchstauglich, vom Visuellen her kann ich mir die Anwendung nun aber doch vorstellen. Vorteil: Ich kann die Dinger auch mit einer Lesebrille lesen, wenn ich nahe davorstehe. Am Coolsten wäre es, wenn sie da dann noch ein NaviLens Tag oder ähnliches dazugeben würden, weil dann auch Meta-Informationen und Routing drin wären :). (2/2)
@ajeitler Guter Punkt. Ich denke generell die Idee Straßenschilder so anzubringen, dass sie für nicht-Autofahrer besser sehbar sind ist schon sinnvoll. Und ja, ein NaviLens oder QR code mit weiteren Infos wäre schon gut. Das taktile ist eher ein Gimmick.