Falls irgendein*e Historiker*in der Zukunft noch genug kritischen Geist bewahren konnte (ich gehe inzwischen von einem globalen Umschwung zum Autoritarismus aus und damit auch von der Zurückdrängung kritischen Denkens) und diese*r dann fragt, ob wir wussten, was passierte Mitte der 2020er Jahre (ähnlich wie wir lange fragten, ob die deutsche Bevölkerung wusste, was die Nazis taten)...
Die Antwort ist "ja:" Wir wussten nahezu alles. Wir haben sogar aktiv Wissen ignoriert.

@sonjdol wobei die Frage ist wer "wir" ist.

Viele im neuen Umfeld sehen zwar einiges folgen aber in der Gesamtschau der Verharmlosung in den bürgerlichen Mainstream Medien. Vermutlich, weil das bequemer ist. Aber vielleicht auch weil sie zu etwas anderem nicht in der Lage sind wegen verinnerlichtem untertänigen Staatsglauben.

Und auch die, die klarer sehen resignieren angesichts der eigenen Ohnmacht.

@rhold das stimmt. "wir" sind alle. Alle können wissen, die meisten wissen.
@sonjdol aus meiner Sicht hat der Zeitgeist der letzten Jahre, Jahrzehnte, ach, sprechen wir offen, der #Kapitalismus, im Grunde jede Hoffnung auf einen Systemwechsel genommen. Er hat die Menschen in den #Konsumismus getrieben, die rücksichtslose Plünderung unseres Planeten immer wieder geschickt kaschierend. Dieser Erfolg macht mich mitunter rasend... Die Energie dieser Wut lenke ich positiv um (manchmal), in dem ich das #Fediverse bewerbe mit meiner ganz persönlichen #unfollowBigTech Kampagne.
@Thomas1108 Ja, das empfinde und mache ich ähnlich
@sonjdol ich bin kein Historiker, aber (vielleicht auch gerade deshalb) habe ich mittlerweile den Eindruck, dass wir das 1. Jahrtausend im Schnelldurchlauf erleben. Die (ideologischen) Großreiche haben den Anschluss an gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen (die sie selbst befeuert haben) verloren und erleben einen Niedergang. Die relative Stabilität der Hegemonien wird abgelöst durch gesellschaftliche Fragmentierung und Kleinstaaterei, die geprägt ist von Fanatismus.
@sonjdol wir stehen dann schon mitten im Mittelalter des 21. Jahrhunderts. Kein dunkles Zeitalter per se, es floriert weiter im Kleinen, aber gesamtgesellschaftlich eine vorübergehende Stagnation.
@h_offen
... bis der nicht aufgehaltene Klimakollaps alles weitere in Trümmern legt und wir vom Mittelalter in die Steinzeit rutschen.
@sonjdol
@einfachnurRoland @sonjdol so pessimistisch bin ich nicht (immer). Ziemlich sicher aber werden die Disruptionen viel stärker ausfallen als es sich derzeit immer noch viele einzureden versuchen. Am Ende wird die Klimakrise für die meisten Individuen unserer Spezies die seit langem absehbare Katastrophe bringen, wenn sich nicht bald etwas ändert.