Die politische Debatte um Social-Media-Verbote für Jugendlichen ist mir allzu flach. Ich habe mal aufgezählt, welche Probleme man lösen sollte, bevor man ein Gesetz verabschiedet. Punkt 1: Magische Techniken gibt es nicht, auch nicht mit KI.
Die politische Debatte um Social-Media-Verbote für Jugendlichen ist mir allzu flach. Ich habe mal aufgezählt, welche Probleme man lösen sollte, bevor man ein Gesetz verabschiedet. Punkt 1: Magische Techniken gibt es nicht, auch nicht mit KI.
Dass man all diese Punkte als Realität akzeptiert, erachte ich als Miminum für eine informierte Debatte.
Die Bundesregierung will nun eine Expertenkommission einberufen. Ich bin gespannt, ob die Teilnehmer das auch so sehen.
Immerhin: Meine Kollegen hören mir zu.
Aber mal im Ernst: Wenn Politiker dutzendweise fundamentale Eingriffe in die Meinungsfreiheit von Millionen junger Menschen planen, sollten Journalisten sofort nachfragen, was nun eigentlich gemeint ist.
Gute Übersicht über die vielen unterschiedlichen und teilweise widerstreitenden Gesetze und Gesetzesvorstöße innerhalb und außerhalb der EU.
Die Analyse des wissenschaftlichen Dienstes lese ich nicht ganz so ablehnend wie Netzpolitik. Ja, es gibt Hürden, aber die EU-Kommission ist doch sehr offen dafür, den Mitgliedsstaaten darüber zu helfen.
https://netzpolitik.org/2025/viele-huerden-duestere-aussichten-fuer-deutsches-social-media-verbot/
@publictorsten Experten dafür wie man Userdaten monetisiert? 🤣
Im Ernst: Jedesmal wenn ich mir überlege wie man das ganze lösen könnte lande ich bei einer zentralen, digitalen ID. Es ist immer noch ein kleinen bisschen besser wenn eine Behörde meine kritischen Daten hat (haben sie ja eh schon), als irgendwo einen Perso hochzuladen... Oder?
@Montrose @madeingermany Die Plattformen hätten wohl wenig dagegen, wenn der Staat den Alterscheck kostenfrei übernimmt. Aber derzeit werden solche Apps und Ausweise weiterhin ohne solche Altersgrenzen geplant und umgesetzt.
Zudem kann man Privacy-Techniken erklären bis zum Gehtnichtmehr, die Mehrheit interessiert es einfach nicht.
@Montrose der digitale Perso ist doch ziemlich zentral, oder?
Also z.B. koennte der Staat mit dem digitalen Perso ein API zur Verfuegung stellen das nach upload meiner mit meinem private key signierten public ID sagt "ja, ist gueltig und ueber 18"
@Montrose @madeingermany @publictorsten der Bund *könnte* Tokens ausstellen, die das Alter verifizieren, und dann kann man als Bürger:in beliebig viele solcher Tokens erzeugen, um Identifizierung zu vermeiden. Wenn das bereits möglich ist, hast du Recht.
Ansonsten sehe ich da viel Potenzial in Richtung Fingerprinting.
@publictorsten @Montrose @madeingermany tue ich? Im Grunde wäre das ähnlich wie ein OAuth-Flow, nur dass halt nur das Alter als Information geboren wird (und der einzige Provider ist der Staat)
Selbst dann neige ich jedoch zu: Teenager:innen zu verweigern, das Internet zu entdecken und dabei auch Risiken einzugehen (aber auch Communities kennenzulernen), ist grundsätzlich falsch
@publictorsten wie gesagt, ich bin sowieso schon bei der These raus, es sei gut, Jugendliche davon abzuhalten, im Internet Freunde zu finden.
Ich war nur auf den anderen Poster eingegangen — ja, theoretisch könnte ein Provider mehrere nicht miteinander verknüpfbare Tokens zur selben Person ausgeben.
@Montrose @madeingermany @publictorsten es ging mir nur darum, dass ich das Szenario etwas weltfremd finde
[Nachmittags, in einem Café, Student:innen treffen sich]
A: kennst du schon Dschingibus?
B: nee, wie installier ich das
C: zusätzlich zum Telefon brauchst du nur den Perso griffbereit—
B: äh—
A: und natürlich ein Lesegerät—
B: äh—
C: und ein Kabel; Bluetooth können die nicht
Das ist einfach nicht der Weg, es Leuten schmackhaft zu machen
Da bin ich skeptisch, denn den meisten sind solche Aspekte eh egal.