Die wichtigsten Regeln zur Einordnung von Populisten:

1. Das was sie anderen vorwerfen ist das, was sie selbst tun werden, sobald sie es können.

2. Es ist sinnlos, die Begründungen für ihr Handeln zu widerlegen, denn die sind nie der wahre Grund für ihr Handeln.

3. Alles was sie sagen, ist gelogen.

@jensscholz Das große Rätsel ist nur wie wir es schaffen diese Vögel von Machtpositionen fern zu halten?
@brewbart @jensscholz Keine Ahnung. Attentate? Tote Faschos sind harmlose Faschos.
@jensscholz
Kleine Korrektur zu Punkt 3: Nicht alles, was sie sagen, ist gelogen. Wenn sie sagen, dass sie anderen schaden, ihnen Rechte entziehen oder sie in anderer Form drangsalieren wollen, dann meinen sie das todernst und werden über Leichen gehen, um dieses Ziel zu erreichen.

@Nike_Leonhard Vorsicht: sie selbst sagen das immer mit plausible deniability und auch wenn sie was zuzugeben scheinen, ist es gelogen: Wenn sie "Ausländer remigrieren" sagen, meinen sie nicht nur Ausländer sondern jede*n den sie nicht mögen und sie wollen die auch nicht ausweisen, sondern verschwinden lassen - und das geht zb auch über KZs und Mord.

Wer aber sagt, was die meinen sind ihre Anhänger. Und dass was die sagen auch ist, was sie meinen sieht man daran, dass sie dem nie widersprechen.

@jensscholz
Es wäre schön, wenn alles was sie sagen gelogen wäre. Das wäre wenigstens konsistent.
Was sie sagen hat aber schlicht und einfach keinen Bezug zur Realität.
@xilebo Wie nennst du denn eine Aussage, die keinen Bezug zur Realität hat? Das ist doch das, was eine Lüge ausmacht :)

@jensscholz Nein, eine Lüge hat Bezug zur Realität. Sie ist eine unwahre, eine falsche Aussage. Hier geht es um Aussagen, die zu großen Teilen weder wahr noch falsch sind.

@xilebo

@wonka @xilebo Was meinst du denn um was es "hier geht"?
Also mir gehts um alles, was zB die AfD und ihre Führung oder Populisten in der CDU wie Jens Spahn offiziell verlautbaren. Wenn sie sagen, das seien Fakten, sind die immer falsch. Sagen sie, sie wollen etwas bestimmtes tun, ist das immer falsch. Sagen sie, sie seien über irgendwas empört, ist das immer falsch. Was ist denn deiner Meinung nach "weder wahr noch falsch"? VIelleicht verteh ich dann was du meinst, aber mir fällt da nichts ein.

@wonka @xilebo Ein Beispiel für gelogene Fakten, gelogenes Commitment und gelogene Empörung:

Es gibt nur zwei Geschlechter. Daher wollen wir Frauen schützen, denn es kann nicht sein, dass der linksdeologische Genderwahn schon in den Schulen die natürliche Sexualität unserer Kinder in Frage stellt.

@wonka @xilebo oder im Fall von gestern:

Es sind jetzt Plagiatsvorwürfe aufgetaucht, daher können wir natürlich eine deswegen eventuell ungeeignete Richterin nicht bestätigen. Und das liegt ganz sicher nicht daran, dass sie uns zu progressiv ist, aber wussten Sie eigentlich, dass diese gottlose Frau Abtreibung bis zur Geburt befürwortet?

@wonka @xilebo Daher bleibe ich bei meiner Aussage: Jedes Wort ist eine Lüge.

@jensscholz Gutes Beispiel, diese Plagiatsvorwürfe - wenn man auch nur ein wenig hinschaut, existieren die gar nicht! Das ist nicht einmal gelogen, das ist "und weil ich Karamellpudding lieber mag als Schoko, deswegen muss Jens Spahn zurücktreten!". Eine Lüge hätte jedenfalls eine gewisse Menge interne Konsistenz, aber hier gibt es nur Fieberträume, nur Seifenblasen, die beim ersten Kontakt mit der Realität platzen.

@xilebo

@wonka @xilebo Die sind weder einfach so "aufgetaucht" noch sind sie wahr, das ist also auch gelogen. Ich glaube aber ich weiß was du meinst. Es ist nicht ihre Lüge, sie haben sie nur weiterverbreitet. Das ist in meinen Augen aber kein Unterschied. Ich seh da keine "Schöpfungshöhe". Wer eine Lüge wiederholt, lügt halt auch selbst.

@jensscholz Ich glaube, ich gestehe den Terminus "Lüge" nur Dingen zu, die so dicht an der Realität sind, dass sie wahr sein könnten. Das sind viele Wortfolgen aus Dem Umfeld Dort eben nicht. Sie sind so offensichtlich falsch, dass "Lüge" noch eine Aufwertung dafür wäre.

@xilebo

@wonka @xilebo Verstehe. Ich hab da keinen Qualitätsanspruch. Was die Lüge von der Unwahrheit unterscheidet ist die Intentionalität. Eine Lüge wird genutzt um etwas zu erreichen. Daher sag ich, dass Populisten lügen und nicht einfach nur Unwahrheiten sagen.

"Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender (Lügner) – anders als bei der Unwahrheit – weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, sie aber mit der Absicht äußert, dass der Empfänger sie glaubt. (...)"

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCge

Lüge – Wikipedia

@jensscholz Der letzte Halbsatz trifft eben nicht zu - die wollen nicht einmal mehr, dass man glaubt, was sie sagen, die wollen nur noch, dass man aufgibt und ggf mitgeht.

@xilebo

@wonka

Aussagen, die weder wahr noch falsch sind, sind eher selten.

Mir geht es darum, dass ohne Kenntnis der Realität zunächst eine Behauptung aufgestellt wird. Eine Auseinandersetzung mit der Realität find überhaupt erst statt, wenn jemand widerspricht oder nach Belegen fragt.

@jensscholz

@xilebo @wonka und ich sage, dass jede Behauptung immer eine Lüge sein wird und es daher keine Rolle spielt und auch überhaupt nicht wichtig ist, sie zu widerlegen. Es wird auch nie eine Auseinandersetzung mit der Behauptung geben, sondern einfach die nächste aufgestellt. Die ständige Kaskade von Lügen (wir nennen das auch "Gish Gallopp") hat den Zweck zu zermürben und die Wahrheit zu erodieren. Dh wenn man inhaltlich drauf eingeht, hat man das Spiel schon verloren, weil man ihren Regeln folgt.

@jensscholz

Im Resultat Stimme ich dir zu. Wir müssen deren Aussagen nicht wiederlegen.
Um zu lügen, also bewusst die Unwahrheit zu sagen, muss man die Wahrheit kennen. Aber diese Mühe machen sich diese Leute garnicht. Sie sind nicht an Wahrheitsfindung interessiert, sondern nur daran, recht zu haben.
Und deswegen muss man sie nicht widerlegen, nicht mit ihnen diskutieren oder sie überhaupt zu Wort kommen lassen. Dieses Privileg hat nur, wer an konstruktivem Austausch interessiert ist.

@wonka

@xilebo @jensscholz @wonka
Ah, das ist trefflich gesagt, ich mach ein Bildchen dazu. Für die Merkbarkeit.

#Loesung

@jensscholz der erste Punkt ist mehr eine Frage narzisstischer Persönlichkeiten als irgendeiner politischen Ideologie.
@mxk Populisten sind keine politischen Ideologen. Es sind Opportunisten und es geht ihnen um Macht und sonst gar nichts - auch nicht um Politik, die ist lediglich das Umfeld, in dem sie agieren und dessen Mechanismen sie exploiten. Daher gilt alles drei für Narzissten.