@energisch_ ja. Und nein.

Ich finde gut, wie viel Engagement aus der Bürgerschaft kommt, um die Umsetzung der Radenscheide so gut wie eben möglich voranzubringen.

Gleichzeitig finde ich es aus demokratsicher Sicht falsch, dass für manche Themen demokratsiche Mehrheiten nicht ausreichen, um Maßnahmen auch umzusetzen, während andere Themen auch ohne oder sogar gegen demokratsiche Mehrheiten umgesetzt werden.

@energisch_ Welche Volks- oder Bürgerentscheide gab es denn bitte für die Einrichtung von Parkplätzen, Bundesstraßen, Autobahnen... ich kenne keinen. Da braucht es noch nicht mal besondere Entscheidungen und Beschlüsse, damit solche Ideen von staatlicher Seite angedacht werden. Da macht der Staat einfach und lässt sich das dann in Parlamenten bestätigen.
Selten ist das beim Radverkehr so.
@thijs_lucas … und das hat nachweislich mit Lobbyismus zu tun. Die Autoindustrie, die Speditionen und das Straßenbaugewerbe haben in der Bundesrepublik bereits sehr früh (siehe Link unten) erfolgreich Einfluss auf die Verkehrspolitik genommen; der Fuß- und Radverkehr hatte jahrelang keinerlei Lobby (der @ADFC wurde beispielsweise erst 1979 gegründet) und ist bis heute politisch beinahe völlig bedeutungslos. (1/2) @energisch_

@thijs_lucas
… Ein gutes Beispiel ist der erste (!) deutsche Verkehrsminister Hans-Christoph #Seebohm, der die Schiene stärken und den Straßenverkehr ausdünnen wollte, sich aber auf persönliche Weisung #Adenauer⁠s dem Druck der Lobbyisten beugen musste:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/der-kluge-herr-seebohm-a-5113d9ed-0002-0001-0000-000041758736
(2/2)

@ADFC @energisch_

LASTWAGEN-VERORDNUNG: Der kluge Herr Seebohm

Die Matadore der Automobil-Industrie, der Reifenfabriken und des Straßenverkehrsgewerbes gaben sich in den letzten Wochen die größte Mühe, dem Bundeskanzler zu demonstrieren, daß der Bergassessor Dr.-Ing. Hans-Christoph Seebohm, 54, nicht wieder als Verkehrsminister…

DER SPIEGEL