Ich habe mich die letzten Wochen über unsere Stromnetz informiert und muß leider zugeben, es war ein ziemlich dumme Ideen, ausgerechnet in der Zeit, wo wir auf erneuerbare Energiequellen umstellen wollen, die Kernkraftwerke abzuschalten (PS ich hasse Kernkraft, die dümmste Idee, direkt nach der Atombombe).

Muß aber noch weiter darüber nachdenken.

Das wir jetzt einfach stur nach Plan die Kohlekraftwerke abschalten obwohl wir noch gar nicht die Voraussetzungen dazu geschaffen haben, hört sich auch nach einer dummen Idee an.

Das ist wohl auch der Grund, warum wir diese 20 GW Gaskraftwerke brauchen, die aber vermutlich viel später kommen, als die Kohle abgeschaltet wird.

Wenigstens gibt es jetzt ein Gesetz wie zukünftig PV Überschuss verwaltet werden muss, aber das ist noch ohne Bedeutung, weil die Anlagen ja erstmal umgerüstet werden müssen, was bestimmt Jahre dauert wird, weil die Netzbetreiber kein Personal für diese Aufgaben haben.

Kommt noch das Problem mit den Großspeichern hinzu, deren Betrieb wohl dem freien Markt überlassen werden soll, was bei einem Strompreis für ganz Deutschland extrem kontraproduktiv sein wird, insbesondere nicht netzdienlich.

Ich dachte immer bei den eAutos sind wir planlos, aber das ist bei der Stromversorgung ja genau so ein Chaos
👀

Unser R5 wird ja jetzt auch nicht bidirektional Laden können, weil es sich nicht lohnt, so was in Deutschland anzubieten, weil völlig unklar ist, wie das hier mal umgesetzt wird.

Vielleicht sollte ich einfach aufhören mich mit solchen Details zu beschäftigen, das macht einfach nur unglücklich.
@don
Ich finde die Studie gerade nicht mehr, aber die Versorgungssicherheit scheint auch beim alten Ausstiegspfad für Kohle und dem Zubaupfad für erneuerbare gesichert.
Es wird mit dem bestehenden Marktdesign halt teuer durch die hohen Redispatch-Kosten, aber nicht gefährlich.
Kernkraft stellt sich für mich als die schlimmste und perverseste Art der Stromerzeugung dar. Und jede kWh aus Kernkraft ist viel teurer als jede redispatch kWh je sein kann. Also mutig weiter und bloß nicht zurück!
@SebastianGallehr

Vermutlich ging diese Studie von dem geplanten Ausbau von Smartmetern und Steuereinheiten zum Deaktivieren von PV Anlagen aus, dem wir aber extrem hinterherlaufen.

Und der Fall in Spanien hat gezeigt, sehr viele Erzeuger in einem Netz, ist eine höhere Komplexität, als wir erwartet hätten.

Ich bin deshalb sehr auf die finale Analyse gespannt und hoffe sehr, dass man damit transparent umgeht.

Aktuell halte ich den Fall für Deutschland zwar für unwahrscheinlicher, aber nicht für ausgeschlossen, wenn an einem Wochenende zu viel Strom im Netz ist.

Noch eine Anmerkung zu Spanien.

Die 16 GW PV Anlage sind aus Selbstschutz vom Netz gegangen, da das Netz unter 50 Hz gefallen ist, was noch ungeklärt ist.

Die großen PV Felder haben dann das Problem, dass in solchen Fällen ihre Wechselrichter gegen das Netz arbeiten müssten und schalten deshalb bei starken Schwankungen ihre Anlage ab.

Soweit ich das weiß, würde mein Wechselrichter das auch machen, das Band ist woll + - 1 Herz (also alles außerhalb von 49 bis 51 Herz).
@don
Habe gelesen, dass wir im Gegensatz zu Spanien bei vielen PV Wechselrichtern eine Zufallsregelung haben, bei welcher Netzfrequenz sie raus gehen. Nicht diese aber andere gute Infos zum Blackout in Spanien finde ich hier https://www.cleantech.ing/p/blackout-in-spanien-und-portugal-was-wir-wissen-und-was-nicht-was-wir-wirklich-sicher-wissen-hier-si
Aber wie kommst du darauf, dass uns Kernkraft in solchen Fällen helfen kann?
Blackout in Spanien – war es schlechtes Netzmanagement?

Stromausfall in Spanien und Portugal: Neue Erkenntnisse zu Frequenzschwingungen und Solaranlagen-Wechselrichtern enthüllen komplexe Netzprobleme.

Cleantech Ing.

@don
Versteh ich nicht.
Der Anteil #Atomkraft war Grundlastversorgung, aber ersetzbar. https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/kraftwerksstrategie-kemfert-strom-teurer-neue-gaskraftwerke-100.html
20 GW #Gaskraftwerke (Plan der #GasLobby ☹️) machen uns abhängig & den Strom teuer. Nötig sind die nicht, wenn wir die nachhaltige Energieversorgung fleißig weiter ausbauen und endlich auch die Speicher dazukommen.

Übrigens: Blick nach #Saporischja, bedenke all die Drohnenüberflüge bei Bundeswehrkasernen etc., und sei froh 🙂

#GrüneEnergie #Dezentral ist #Unabhängigkeit und #Resilienz 💚

Kemfert zur Kraftwerksstrategie: Plan der Regierung macht Strom teurer

Laut der Energie-Ökonomin Claudia Kemfert wird die neue Kraftwerksstrategie der Bundesregierung den Strom teurer machen. Statt auf Gas sollte die Regierung auf Batteriespeicher und Erneuerbare setzen, meint Kemfert.

MDR
@XR_Nuernberg_sunny2

Die Beantragung zum Betreiben von Großspeichern sieht die Netzdienlichkeit nicht vor, wenn die also am falschen Ort zur falschen Zeit (bezogen auf das lokale Netz) riesige Ströme erzeugen, werden die das Netz sogar gefährden.

Für den Bedarf im Winter funktionieren Batteriespeicher nicht, da brauchen wir andere Speicher, zum Beispiel Gas und dafür sind die Kraftwerke durchaus sinnvoll.

Was die Fossil Union gerade daraus macht, ist natürlich eine Katastrophe, spricht aber inhaltlich nicht, gegen die Kraftwerke selbst, wenn man sie als Reserve einsetzt.

Und wie wir in Spanien gesehen haben, Dezentral ist nur dann besser, wenn dann die jeweiligen Cellen inselfähig sind, davon sind wir aber noch extrem weit entfernt.

Aktuell hängt die Selbstabschaltung der PV Felder nur an der Netzfrequenz und das ist ein sehr großes Problem.

@don
Ja, eben. #Batteriespeicher müssen sinnvoll verteilt und von anderen Speichern ergänzt werden, die Überschuss-Energie aus Sonnen- und #Windkraft aufnehmen.
#Biogas aus "Grünabfall" kommt als speicherbare #Energie hinzu, auf die als Reserve zurückgegriffen werden kann.

#Erdgaskraftwerke snd keine Speicher-Alternative sondern Reserve (für wenige Tage pro Jahr nötig, zu hohen Kosten).

Und klar: Zwecks Resilienz sind auch die Themen Inselfähigkeit und Netzfrequenz engagiert anzugehen.

Die Wirklichkeit ist leider kompliziert(er). Ich fange mal an, gibt bestimmt noch mehr:
- Die #Klimakrise wartet nicht auf einen-Schritt-nach-dem-anderen
- Die Betreiber alter Systeme hören nicht auf, bis man sie zwingt (EVU) oder sie untergehen (Pferdekutschen etc)
- Die Gleichzeitigkeit der Entscheidungen. Leider müssen wir wegen Vorlaufzeiten etc viele Entscheidungen trotz Unsicherheiten parallel treffen (Rückbauanträge, Netzausbau, neue Kraftwerke, welche Nachfrage überhaupt, etc.)
- Viele alte fossil + Atom-Kraftwerke waren ohnehin am Lebensende, teure Investitionen nötig, d.h. Handkungsdruck auch aus der Perspektive...
- usw.

#Transformation #Energiewende #Klimakrise

@don