Hamburg Werbefrei: Wie störend ist auffällige Reklame wirklich?

Bis Mitte Mai sammelt das Volksbegehren Hamburg Werbefrei Unterschriften, um besonders auffällige Werbung zu verbieten. Das NDR Datenteam hat ausgewertet, wie sich die Leuchtreklame über die Stadt verteilt.

(CC @ADFC_Hamburg)

"Christian Hieff vom ADAC stimmt zwar zu, dass Lichter ablenken können, schreibt aber auch: "Ob jetzt tatsächlich öffentliche Werbung da noch einen großen negativen Effekt hat, kann bezweifelt werden." Im Gegensatz zum Automobilclub unterstützt der Radfahrerverband ADFC Hamburg das Volksbegehren und sieht in den geforderten Verboten einen großen Gewinn für die Verkehrssicherheit."

Der #ADAC-Sprecher verkennt, dass diese Werbeanlagen darauf optimiert sind, den Blick und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und zu halten.

Und dass es um "viel Geld" ginge, stimmt so auch nicht. Das ist ein verbreiteter Irrtum.

Klar sind 30 #Millionen (nicht 50 oder 70 - diese Zahl wurde vor Gericht demontiert) mehr als nichts, aber im Milliardenhaushalt der Stadt läuft das unter "ferner liefen" und ist nicht wirklich relevant für die #Finanzierung öffentlicher #Infrastruktur - und sollte es auch gar nicht sein, denn die Stadt verliert dadurch mehr, als sie gewinnt: sie verliert an Qualität - und ihre #Demokratie leidet, weil die Verträge sie für 3 Legislaturperioden binden und enge Verflechtungen zu den Konzernen entstehen.

Die Finanzierung des #ÖPNV sollte doch nicht vom Werbemarkt abhängen.

Wir sollten es uns #wert sein, Bahnhöfe ohne störende blinkende #Werbung zu haben.

Auch an #Bushaltestellen reichen kleine Plakate, auf die man vielleicht sogar gerne guckt. Es müssen keine Riesen-CLP-Poster sein.

@hhwerbefrei das macht es für viele, wahrscheinlich schwierig, euch zuzustimmen. An Bahnhöfen finde ich die Werbung gut, natürlich muss sie dafür nicht unbedingt selbst leuchten.

@exil_inselette

Das ist ein doppeltes Missverständnis.

1) Unser Gesetz wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf Werbung innerhalb von Bahnhöfen haben, da diese möglicherweise in der Rechtsprechung nicht zum öffentlichen Verkehrsraum gezählt werden;

(aber wir geben zu - wir würden gern wollen, dass es da auch wirkt - schau Dir mal die S-Bahnsteige in Altona an!)

2) Auch an Bahnhöfen würden ansonsten aber die gleichen Regeln gelten. Wir wollen, entgegen unserem Namen, *nicht* Außenwerbung verbieten. Nur regulieren.

Das heißt: keine Bewegungsreize - keine Hinterleuchtung (in dem Punkt wären wir sogar verhandlungsbereit gewesen, wenn der Senat irgendwie konstruktiv reagiert hätte) - und mehr unterschiedliche kleine Plakate statt vieler großer.

Also genau das, was jemand will, der am Bahnhof die Werbung interessant findet!

@exil_inselette Post wurde entsprechend angepasst, danke :-)