Betr. Andreas Scheuer: 132.000 Euro haben Unternehmen und Geschäftsleute in den Wahlkampf 2021 des damaligen #CSU-Verkehrsministers investiert. Manche spendeten ausgerechnet in dem Moment, in dem sie ein politisches Anliegen hatten. 🧵

👉 Jörg Mosolf: Der Inhaber einer Speditionsfirma schickt 2020 eine Mail ans Verkehrsministerium - Betreff: "Wahlkampf Spende für die CSU". Nur eine Stunde später wendet sich Mosolf mit einem weiteren Anliegen ans Ministerium...

Thema diesmal: Die Bitte "um politische Flankierung für eine größere Investition in Bayern (ca. 25 Mio. Euro)". So steht es in internen Unterlagen des Verkehrsministeriums, die dem SPIEGEL vorliegen.

👉 Die Herrenknecht AG. Spende: 20.000 Euro. Drei Monate nach der Überweisung schickt Firmenchef Martin Herrenknecht einen Brief an Scheuer. Inhalt: der Bau neuer Bahnstrecken.
👉 Der Immobilienunternehmer Christian Lealahabumrung. Spende: 48.000 Euro. Seine Immobilienfirma Rock Capital Group hat damals geschäftliche Interessen gegenüber dem Verkehrsministerium (Grundstück für ein geplantes Forschungszentrum).
BILANZ: Von den 14 Geldgebern, die Scheuers Wahlkampf bezahlten, wurden mindestens 12 im Ministerium mit ihren Anliegen vorstellig. Die Beteiligten bestreiten einen Zusammenhang zwischen ihrer Spende und geschäftlichen Interessen.
Alles andere wäre auch überraschend. Das Parteiengesetz verbietet Spenden, die "erkennbar in Erwartung oder als Gegenleistung eines bestimmten wirtschaftlichen oder politischen Vorteils gewährt werden".
SCHEUERS VORTEIL: Durch Spenden standen ihm 132.000 € für den Wahlkampf zur Verfügung. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Wahlkampfbudget liegt bei knapp 20.000 Euro (Umfrage Leibniz-Institut 2021 unter 650 Kandidierenden).
ANWALTSCHREIBEN: Scheuers Anwalt warf dem SPIEGEL eine "Skandalisierung von Sachverhalten" vor, die "mit der Rechtsordnung und dem Parteiengesetz im völligen Einklang stehen und von der Rechtsordnung sogar gewünscht sind".

Auch privat konnte sich Scheuer freuen.

👉 Beim Autovermieter Sixt erhielt er laut SPIEGEL eine "VIP-Behandlung offenbar zu einem Sonderpreis" ("Sixt Unlimited"-Abo für 799 Euro zzgl. MwSt).

👉 Bei der Spedition Mosolf erhielt er nach dem Verlust seines Ministeramtes einen Beiratsposten - Einkünfte: 20.000 Euro im Jahr.

FAZIT: Was zu tun ist

Wir fordern
➡️ eine sofortige Veröffentlichung auch kleinerer Parteispenden
➡️ eine Offenlegungspflicht für Lobbykontakte.

Das verhindert Fälle wie den von Andreas #Scheuer nicht, macht sie aber besser sichtbar.

CSU-Wahlkampfgelder: Scheuers Amigos

Eine geheime Spenderliste der CSU offenbart, wie ausgerechnet Unternehmen aus dem Verkehrsbereich den Wahlkampf von Andreas Scheuer finanzierten. Die meisten Geldgeber wollten auch etwas von ihm. Die SPIEGEL-Recherche.

DER SPIEGEL
@a_watch Leistungsgesellschaft

@a_watch
Zufälle gibt's.

Im Synonymwörterbuch findet man auch was:

Fängt mit K an... Korrosion war es nicht.

@horstworst @a_watch

Ich dachte, das schreibt man in Deutschland mit C.

@a_watch Scheuer und Trump haben zwar keine große Ähnlichkeit, erzeugen aber beide bei mir schlagartige Übelkeit!
@a_watch Richtig und wichtige Arbeit. Danke abgeordnetenwatch.
@a_watch Der für seine Unterschreibungsfreudigkeit bekannte ehemalige Verkehrsminister ist also ein Freund der politischen Landschaftspflege und hat stets ein offenes Ohr für seine Sponsoren - sofern sich diese besonders großzügig gezeigt haben. Politik als Geschäft.
@a_watch Solche Leute und deren Unterstützer:innen machen die AfD überhaupt erst wählbar.

@a_watch

Das ist in der CSU übliches Verhalten,da geht für Geld alles,nur das Wort Korruption darf niemals fallen.

@a_watch so billig war der #ScheuerAndi zu haben?
Ach menno! Wenn ich das gewusst hätte, wären die letzten drei Kilometer Autobahn bei uns daheim bestimmt schon fertig.
Wenn sich der Andi mal ausnahmsweise für #NRW interessiert hätte.
@carsten_O @a_watch und wir hätten in Leverkusen vielleicht einen großen Tunnel unter dem Rhein anstatt einer (halb fertigen) Monsterbrücke und anschließender Monster-Autobahnstelze durch die Stadt.
@a_watch das ist Deutschland... Vermutlich einfacher per Gesetz eure Arbeit verbieten zu lassen als die Kungeleien von Wirtschaft und Politik. Da ist weniger politischer Wille...