https://gnulinux.ch/das-fediverse-ein-nachhaltiges-soziales-netzwerk
@TorbenSchultz Ja, hier ist alles viel stärker eine Frage des Timings. Ein paar Minuten zu spät in die App geschaut, schon ist der Interessante Post schon durchgerauscht.
@StefanMuenz Ich habe die Vermutung, dass dieses "hier ist ja nix los" mit dem Gegensatz zu den Algorithmus-getriebenen (un)sozialen Medien zu tun hat:
Es gibt halt nichts, was mich zu bespaßen versucht und aufgrund meiner Reaktionen auf die ersten Beiträge neue Beiträge zur Anzeige bringt.
Im Fediversum wird man halt nicht gleich zu Beginn mit Inhalten bombadiert … man muss erst die Quellen für seinen Feed bestimmen – das scheint für viele eine echte Herausforderung zu sein!
Habe mich zum Test bei https://loops.video/ angemeldet. Neuer Dienst vom pixelfed-Entwickler. Wurde zu Beginn mit Videos konfrontiert, ohne dass erkennbar war, wie ich diese Flut bändigen kann – offensichtlich ist dies etwas, was Menschen suchen.
Ich nicht. Ich bin zu alt für so eine Aufmerksamkeitsökonomie a la TikTok.
@StefanMuenz Es wird im Fediversum im Allgemeinen, bei Mastodon im Speziellen nach sog. „Starter Packs“ gerufen, die man bei Bluesky vorfindet: Accounts zu einem bestimmten Thema, z.B. 'Nachrichten deutsch' oder 'Verkehrswende' etc.
Möglicherweise wäre dies eine Lösung.
@dnkrupinski Diese Starterpacks gibt es inzwischen schon und die werden wohl auch eifrig genutzt:
@ruoff @gse @StefanMuenz das geht mir persönlich ähnlich: ich habe hier mehr Reichweite, mehr Interaktionen und mehr Wachstum als auf den anderen Plattformen. Aber das geht auch einher damit, dass ich mich darauf eingelassen habe.
Und ich glaube das ist der Punkt an dem die Krux begraben liegt: wer nicht die Kapazität hat, sich wirklich darauf einzulassen, hat es hier schwer. Wer auf die Reichweite angewiesen ist, wird in den meisten Fällen auch andere Plattformen bespielen wollen.
1/
@ruoff @gse @StefanMuenz sich wirklich auf das Fediverse einzulassen ist einfach nochmal Mehraufwand, wenn man nicht einfach den gleichen Content wie überall sonst posten kann.
Ich glaube wenn man es gut macht, lässt sich das in den Griff bekommen, aber dafür muss man sich trotzdem erstmal darauf einlassen. Und das ist eine Hürde, wenn man eh schon den Kopf mit anderen Dingen voll hat.
2/
@ruoff @gse @StefanMuenz ich habe in letzter Zeit mit ein paar Bundestagskandidaten geredet, um sie zu überzeugen sich einen Mastodon-Account zuzulegen (https://gruene.social/@weddige/113668092563178643) und das größte Hindernis war die Befürchtung, dass noch ein Account zu viel Aufwand ist, insb. wenn man auch noch lernen muss, wie man sich auf der Plattform zurechtfindet.
3/
Am Wochenende wurden die letzten Landeslisten aufgestellt, gestern hat der Bundeskanzler die Vertrauensfrage gestellt und heute wurde der Entwurf des Wahlprogramms veröffentlicht: Jetzt beginnt der Wahlkampf für die Bundestagswahl 2025. Und darum habe ich ein Starter Pack mit (fast) allen grünen Bundestagskandidat:innen auf #Mastodon erstellt: https://fedidevs.com/s/MTU1/ Folgt doch allen Kandidat:innen und zeigt, dass sich eine Präsenz im #Fediverse lohnt. #TeamHabeck #TeamRobert #BTW25
@ruoff @gse @StefanMuenz noch ein Aspekt: sobald man da einigermaßen "professionell" rangehen will und ein Social Media Team hat, bekommt man das Problem, dass es kaum Leute gibt, die mit dem Fediverse Erfahrung haben. Social Media Manager mit Schwerpunkt Mastodon ist nicht unbedingt eine vielversprechende Karriere, wenn Unternehmen sowieso nicht willkommen sind.
Wobei ich tatsächlich glaube, dass Unternehmen hier auch erfolgreich sein könnten, wenn sie richtig guten Content liefern.
Ganz schön wenig Selbstkritik in den Antworten. 😉
Wenn #Mastodon nicht wächst, liegt das einfach an den anderen (die die vielen Vorteile einfach nicht erkennen) oder es ist sogar an sich gut... Zumindest ist diese Einstellung nicht neu.
@StefanMuenz
Mein Fazit der in meinem Umfeld total gescheiterten Migration von Twitter zu Mastodon nach Musks Übernahme:
"Die Leute wollten sich verbinden und wir haben ihnen gesagt, dass sie sich erst mal trennen sollen."
Und finden war dann auch nicht so einfach.
Es war zu kompliziert, die Leute blieben nicht und ohne Masse kommt der reichweitenfixierte "Überbau" nicht.
Ich finde es aber auch ohne "Überbau" sehr schön und bereichernd hier.
@StefanMuenz "Extremis" kann man blocken (bin da sehr konsequent). Kompliziert in der Handhabe finde ich persönlich nicht. Auch nicht bei der Anmeldung. Und für Interessen/Lieblingsprofile kann man Listen anlegen, die man bequem durchscrollen kann (und die nicht endlos sind).
Was ggf. ein Grund sein könnte: Die nahezu vollständige Abstinenz von "Popkultur". Gefühlt nichts da (Film/TV, Comics, Audio Fiction, Musik), was nach den 80ern rauskam. Selbst bei großen Namen "Schweigen im Walde".
@StefanMuenz
Ich finde es nicht schlimm, wenn wir das verborgene Baumhaus, der abseits gelegene kleine Sandstrand, der Erker mit dem Ohrensessel in der Leseecke, das (Naturkautschuk 🫢-)Bällebad, der baulich getrennte Radweg, die handgesponnene OpenStreetMap, die Nachdenkseite der Karikaturist*innen, der durcheinandergewürfelte Stuhlkreis des universellen Therapiezentrums, die lockere Schraube des Rechenzentrums ... sind.
1/
@StefanMuenz
Jede:r braucht hin und wieder einen solchen Ort außerhalb der kommerziellen Wahnsinns und dann werden wir da sein. Unverfälscht und unbezahlbar, mit laktosefreiem Dinkelmehl im Haar, einem Leatherman in der einen und einem Abakus in der anderen Hand und mit weit ausholender Geste verkünden: "Schau dich in Ruhe um. Alles was du hier siehst kannst du dir angucken."🤣
Wachstum um jeden Preis wäre keine gute Idee, wollte ich wahrscheinlich damit sagen.😬
2/2
Am Anfang nach dem Wechsel haste einfach das Gefühl, dass hier nicht viel los ist & du auf jeden Fall komplett unsichtbar bist.
Ging mir so & hab bei anderen migrierten Accs hier über diese Gedanken gelesen.
Mensch braucht bissi Geduld bis das Ding hier gut läuft.
So ca. 6 Monate min. würd ich sagen.
Den langen Atem haben nicht alle.
@StefanMuenz Wichtig sind positive Beispiele von Organisationen, wie dem #ForschungszentrumJülich, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (#DLR) und auch dem ein oder anderem Bundesministerium. Es kann funktionieren, wenn die Bereitschaft vorhanden ist auch mal neue Wege zu gehen und Klicks nicht ausschlaggebend sind.
Accounts, wie @fzj und @dlr_next, müssen WIR mehr #Reichweite schenken, denn es gibt hier keinen Algorithmus.
@StefanMuenz Es gibt hier halt keinen Zoff ... Oder wollen wir's doch mal versuchen?
DU HAST DIE EINE-WELT-LÄDEN BELEIDIGT. SCHÄM DICH!
So, und jetzt blockiert mich alle, damit ich hinterher stolz in mein Profil schreiben kann, dass mich alle blockiert haben.
@StefanMuenz Das Hauptproblem mit dem #Fediverse sehe ich darin, dass die Basics einfach auf technischer Ebene nicht funktionieren.
Wenn ich auf meiner Instanz Deinen Post öffne, hat er 0 Replies, 0 Boosts und 0 Favs. Würde ich das Fediverse und seine technischen Unzulänglichkeiten nicht genau kennen, würde ich jetzt denken, das Netz ist eine tote Geisterstadt und vermutlich auch irgendwann weiterziehen.
Das Versprechen des Fediverse ist, dass es egal sei, auf welcher Instanz man einen Account habe. Das ist eine Lüge.
Von einem sozialen Netzwerk erwarte ich Konsistenz. Wenn ich einen Post auf meiner Instanz öffne, erwarte ich, dass im Hintergrund alle Antworten angefordert und alle Zahlen aktualisiert werden. Wenn ich die Webseite einer Tageszeitung öffne, sehe ich ja auch nicht unterschiedliche Teilmengen der Artikel, je nach dem mit welchem Browser ich die Seite besuche.
Und die Probleme setzen sich fort. Hashtags sind in der Praxis auf kleinen Instanzen ziemlich nutzlos, weil es auch dafür keine einheitliche "Weltsicht" gibt. So sehe ich hauptsächlich die Tags aus Posts, die ich eh schon anders abonniert habe.
Auch Relais sind dafür kein taugliches Mittel, denn es kann nicht jede Instanz alle Posts verarbeiten. Das skaliert einfach nicht.
@StefanMuenz Naja, ich finde die Zahlen ganz hilfreich um Posts, die schon 100x durchs Fediverse getragen wurden, nicht zum 101. Mal zu reposten. Aber da kann ich zur Not mit leben.
Die fehlenden Antworten sehe ich dagegen als großes Problem an, denn das führt dazu, dass mehrere Leute mitunter die selbe Antwort schreiben. Das nervt den Ersteller des Originalposts (ich vermute, auch ein Teil der 'Reply-Guy'-Diskussionen haben ihren Ursprung hierin) und frustriert die Leute, die umsonst Lebenszeit verschwendet haben um einen Sachverhalt zu erklären, der schon x-fach erklärt wurde.
Noch schlimmer ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Informationsständen in die Diskussion starten. Wenn Leute jeweils unterschiedliche Posts einer Diskussion gelesen haben, darf man sich nicht wundern wenn diese Leute permanent aneinander vorbei reden. Auch hier wieder großes Frustrationspotential.
Am schlimmsten ist es, wenn Diskussionen Follower-only find. Da hat man dann auch keine Chance, die fehlenden Antworten auf der Original-Instanz nachzulesen, denn dort fehlen einem die Zugriffsrechte. Das ist dann wirklich zum in die Tischkante beißen.
Der einzige Vorteil ist, dass das Fediverse als ruhig und friedlich wahrgenommen wird, weil mancher Widerspruch oder Flamewar halt einfach nicht föderiert wurde. 🤷
@mort @StefanMuenz Ja, wobei das möglicherweise schwierig zu lösen ist. Wenn immer die Follower aller Vorposter inkludiert würden, ist kaum noch transparent, wer den Post nun eigentlich lesen darf. Insbesondere, da andere Instanzen möglicherweise auch gar nicht wissen, wer wem folgt, denn auch diese Information lässt sich auf privat stellen.
Es wäre aber vielleicht ein Kompromiss, zumindest einen Platzhalter einzufügen, damit man evtl. Folgebeiträge finden kann, auch wenn man vielleicht einen Post dazwischen nicht lesen darf.
Das gleiche Problem tritt auf wenn Leute die Auto-Delete-Funktion aktivieren und ihre Beiträge z.B. nach einem Monat automatisch löschen lassen. Damit zeigen dann alle Thread-Referenzen ins Leere und es ist nicht mehr möglich, der ursprünglichen Diskussion zu folgen, selbst wenn diese public war.
@mort @StefanMuenz Follower des Ursprungsbeitrags fände ich auch sinnvoll, aber das Problem ist halt, dass die antwortende Instanz diese nicht immer kennt.
Circles fände ich auch ein extrem wichtiges Feature. Menschen haben viele Facetten und Interessen. Es wäre hilfreich, wenn man einzelne Themenfeeds erstellen könnte, denen unabhängig voneinander gefolgt werden kann. Dazu gehört auch, dass man manche Dinge ggf. auch nicht mit allen Followern sondern nur einer Untergruppe teilen möchte (ohne gleich den gesamten Account auf Protected zu stellen).
Ich simuliere Circle, in dem ich mir eine eigene Instanz erstellt habe und dadurch so viele thematische Account anlegen kann wie ich möchte. Aber das ist wirklich mühsam.
@StefanMuenz @mort "verwöhnten Anwendern"?
Datenschutz ist wichtig, aber die Funktion muss gegeben sein.
Wer Datenschutz über Grundfunktionen stellt sollte meiner Meinung nach, mit Verlaub, lieber Tagebuch schreiben.
Ehrlich gesagt stört es mich wenig, wie viele Menschen hier sind und wie viele nicht.
Mein Bekanntenkreis auf anderen Plattformen war auch überschaubar. Aber dafür interaktiv. Wie hier.
Sicher würde ich mir – wie viele künstlerisch tätige hier – mehr Reichweite wünschen. Dennoch bevorzuge ich organisches Wachstum.
"Das einzige nachhaltige Soziale Netzwerk." hat seinen Preis. Aber den kann jede*r bezahlen, dier es will, ohne dabei moralischen Konkurs anzumelden.