Im GNU/Linux-Blog ist ein Statement zum #Fediverse veröffentlicht worden. Warum bekommen wir hier nichts ab von dem großen Aderlass von X? Und wollen wir das überhaupt? Weiter gefragt: Warum verlassen auch viele Accounts bekannter Organisationen, Unternehmen, Projekte oder Personen diesen Ort nach einigen Monaten probeweiser Präsenz oft wieder stillschweigend? Ist es, weil wir so ein grantiges Volk sind, dessen Wohl und Weh von ALT-Texten, Content Warnings und der möglichst jederzeit zur Schau getragenen Ablehnung aller kommerziellen Plattformen und Marken abhängt? Riecht es hier irgendwie nach Mietskaserne, Sozialamtwartezimmer oder Eine-Welt-Laden? Oder ist es einfach die gleiche Augenhöhe, auf der alle hier sind? Oder unausgereifte Clients, die uns bei hundert Likes hundert mal das eigene Posting in den Benachrichtigungen auflisten? Oder vielleicht all das zusammen? Ist das Fediverse vielleicht schon die gelebte Zukunft einer Postwachstumsgesellschaft, die für viele, wenn sie ehrlich sind, noch eine Schreckensvision ist? (lose, unsortierte Gedanken :-)
https://gnulinux.ch/das-fediverse-ein-nachhaltiges-soziales-netzwerk
Das Fediverse: ein nachhaltiges Soziales Netzwerk

Eine Studie möchte aufgrund von stagnierenden Nutzerzahlen die Nachhaltigkeit von Mastodon untersuchen. Doch ist ein stetiges Wachstum wirklich nachhaltig?

GNU/Linux.ch
@StefanMuenz Ja. Spannend. Ich für meinen Teil würde jedenfalls nie wieder zurückkehren. Man gewöhnt sich mit der Zeit an diese "neue" Netzwerk und mittlerweile ist mir sogar Bluesky zu 'kommerziell', obwohl es das eigentlich noch gar nicht ist. Aber alleine die Vorstellung, dass hier eine Corp. dahintersteht, reicht für mich inzwischen schon aus. Für mich ist das #fediverse nicht nur #postwachstumsgesellschaft, sondern #postkapitalistisch. Damit befinde ich mich per se in einer kleinen Nische. Was solls.
@schoenswetter Eine Nische, die aber auch dann noch existieren wird, wenn die Plattformen alle verbrannt sind ;-)
@StefanMuenz ja, das macht es so besonders sympathisch für mich.
@StefanMuenz Meines Erachtens die reine fixierung auf "Echtzeit". Der kritisierte Algorithmus sorgt halt auch dafür, dass ich noch nach Stunden etwas eingespielt bekomme, was für mich wichtig zu sein scheint. Und das sage ich im Wissen über die negativen Seiten des Algorithmus. Aber ein kleiner Teil davon fehlt mir hier ;-)

@TorbenSchultz Ja, hier ist alles viel stärker eine Frage des Timings. Ein paar Minuten zu spät in die App geschaut, schon ist der Interessante Post schon durchgerauscht.

@StefanMuenz

@hamiller_friendica @StefanMuenz Fände halt einen transparenten, individuell einstellbaren Algorithmus interessant. Also z.B. "zeige mir nachträglich, wenn mehr als X Freunde faven, mindestens Y Antworten, ..." bis hin zu "schlage mir vor wenn in <definierter schlagwort bubble> die Kriterien a, b, c erfüllt".

@StefanMuenz Ich habe die Vermutung, dass dieses "hier ist ja nix los" mit dem Gegensatz zu den Algorithmus-getriebenen (un)sozialen Medien zu tun hat:

Es gibt halt nichts, was mich zu bespaßen versucht und aufgrund meiner Reaktionen auf die ersten Beiträge neue Beiträge zur Anzeige bringt.

Im Fediversum wird man halt nicht gleich zu Beginn mit Inhalten bombadiert … man muss erst die Quellen für seinen Feed bestimmen – das scheint für viele eine echte Herausforderung zu sein!

Habe mich zum Test bei https://loops.video/ angemeldet. Neuer Dienst vom pixelfed-Entwickler. Wurde zu Beginn mit Videos konfrontiert, ohne dass erkennbar war, wie ich diese Flut bändigen kann – offensichtlich ist dies etwas, was Menschen suchen.

Ich nicht. Ich bin zu alt für so eine Aufmerksamkeitsökonomie a la TikTok.

Loops by Pixelfed

Loops, explore and share short videos on the fediverse. Available soon!

@dnkrupinski Da ist was dran. Mir ist das nie so schwer gefallen, weil ich schon früher mal im Fediverse unterwegs war (so 2018/19 herum) und bei meiner Wiederankunft 2022 erst mal einfach den Accounts folgte, die ich von damals noch kannte. Außerdem folgte ich erst mal ein paar Hashtags. So kam eigentlich schnell Leben in die Bude. Wie "lost" man sich fühlen kann ohne Vorschläge, hab ich dagegen gemerkt, als ich mir mal einen Pixelfed-Account zugelegt habe. Da tat ich mich auch schwer und ließ es wieder bleiben.
Vielleicht wären so was wie Empfehlungs-Bots eine Lösung. Also Accounts, hinter denen ein Crawler steckt, der das Fediverse nach Themen, bekannten Namen, Special Interests oder was auch immer abgrast und auf Basis dessen Folge-Vorschläge postet. Aber solche Bots würden wahrscheinlich unter Hardlinern auch schon wieder Widerstand hervorrufen.

@StefanMuenz Es wird im Fediversum im Allgemeinen, bei Mastodon im Speziellen nach sog. „Starter Packs“ gerufen, die man bei Bluesky vorfindet: Accounts zu einem bestimmten Thema, z.B. 'Nachrichten deutsch' oder 'Verkehrswende' etc.

Möglicherweise wäre dies eine Lösung.

@dnkrupinski Ja - wobei es dazu technisch die Möglichkeit geben müsste, mehreren Accounts auf einmal zu folgen - etwa durch Import einer Liste (so ähnlich wie beim Instanzenwechsel). Das in Verbindung mit kuratierten Listen wäre schon ein guter Ansatz.
@StefanMuenz Da die Funktion (Import) bereits vorhanden ist, sollte das kein (technisches) Problem sein, oder?
@dnkrupinski Korrekt - technisch sollte das kein großes Problem sein.

@dnkrupinski Diese Starterpacks gibt es inzwischen schon und die werden wohl auch eifrig genutzt:

fedidevs.com/starter-packs/

@StefanMuenz

Mastodon Starter Pack Directory | Fedidevs

Discover, create, and share Mastodon starter packs to help new users find interesting accounts to follow.

@hamiller_friendica Interessanter Link - kannte ich noch gar nicht! Vom Ansatz her sicher nicht schlecht. Wird allerdings wohl auch schnell unübersichtlich, weil jede/r dort einfach eigene Starterpacks erstellen kann. Und was eben fehlt, ist die Möglichkeit, ganze Packs zu importieren, um allen Accounts davon zu folgen. Das müssten halt die Clients implementieren.
@dnkrupinski
@dnkrupinski @StefanMuenz Hierzu habe ich verschiedene Nachrichtenkonten erstellt, welche Beiträge zugehöriger Konten automatisch spiegeln: @verkehrswendelive, @fedimedia & @bundestag.
@StefanMuenz I mean, wir haben hier schon vor *Jahren* ständig Wellen von Leuten gehabt, die die Schnauze voll hatten von Twitter. Bevor Elon übernommen hat, sogar. Damals, als "timeline goes sideways" noch am Puls der Zeit saß. :D
@StefanMuenz
es ist dieeee Reichweite, die das #fediverse ja angeblich nicht hat, ich denke die meisten sind einfach nur ungeduldig bzw. die wollen alles vorgesetzt bekommen und wollen nichts dafür tun
@gse #Reichweite? Habe ich hier mehr als in den letzten Jahren auf Xwitter oder derzeit auf Bluesky. Meiner Meinung nach ist das #Fediverse weniger für klassisches Social Media Marketing geeignet. Die üblichen Strategien für Brand Building greifen hier nicht, und es erfordert viel Zeit und Geld, um neue Kommunikationsstrategien zu entwickeln – ohne sicher zu sein, ob sich diese Investitionen überhaupt lohnen. // @StefanMuenz

@ruoff @gse @StefanMuenz das geht mir persönlich ähnlich: ich habe hier mehr Reichweite, mehr Interaktionen und mehr Wachstum als auf den anderen Plattformen. Aber das geht auch einher damit, dass ich mich darauf eingelassen habe.

Und ich glaube das ist der Punkt an dem die Krux begraben liegt: wer nicht die Kapazität hat, sich wirklich darauf einzulassen, hat es hier schwer. Wer auf die Reichweite angewiesen ist, wird in den meisten Fällen auch andere Plattformen bespielen wollen.

1/

@ruoff @gse @StefanMuenz sich wirklich auf das Fediverse einzulassen ist einfach nochmal Mehraufwand, wenn man nicht einfach den gleichen Content wie überall sonst posten kann.

Ich glaube wenn man es gut macht, lässt sich das in den Griff bekommen, aber dafür muss man sich trotzdem erstmal darauf einlassen. Und das ist eine Hürde, wenn man eh schon den Kopf mit anderen Dingen voll hat.

2/

@ruoff @gse @StefanMuenz ich habe in letzter Zeit mit ein paar Bundestagskandidaten geredet, um sie zu überzeugen sich einen Mastodon-Account zuzulegen (https://gruene.social/@weddige/113668092563178643) und das größte Hindernis war die Befürchtung, dass noch ein Account zu viel Aufwand ist, insb. wenn man auch noch lernen muss, wie man sich auf der Plattform zurechtfindet.

3/

Konstantin Weddige (@[email protected])

Am Wochenende wurden die letzten Landeslisten aufgestellt, gestern hat der Bundeskanzler die Vertrauensfrage gestellt und heute wurde der Entwurf des Wahlprogramms veröffentlicht: Jetzt beginnt der Wahlkampf für die Bundestagswahl 2025. Und darum habe ich ein Starter Pack mit (fast) allen grünen Bundestagskandidat:innen auf #Mastodon erstellt: https://fedidevs.com/s/MTU1/ Folgt doch allen Kandidat:innen und zeigt, dass sich eine Präsenz im #Fediverse lohnt. #TeamHabeck #TeamRobert #BTW25

gruene.social

@ruoff @gse @StefanMuenz noch ein Aspekt: sobald man da einigermaßen "professionell" rangehen will und ein Social Media Team hat, bekommt man das Problem, dass es kaum Leute gibt, die mit dem Fediverse Erfahrung haben. Social Media Manager mit Schwerpunkt Mastodon ist nicht unbedingt eine vielversprechende Karriere, wenn Unternehmen sowieso nicht willkommen sind.

Wobei ich tatsächlich glaube, dass Unternehmen hier auch erfolgreich sein könnten, wenn sie richtig guten Content liefern.

@StefanMuenz

Ganz schön wenig Selbstkritik in den Antworten. 😉

Wenn #Mastodon nicht wächst, liegt das einfach an den anderen (die die vielen Vorteile einfach nicht erkennen) oder es ist sogar an sich gut... Zumindest ist diese Einstellung nicht neu.

@StefanMuenz
Mein Fazit der in meinem Umfeld total gescheiterten Migration von Twitter zu Mastodon nach Musks Übernahme:
"Die Leute wollten sich verbinden und wir haben ihnen gesagt, dass sie sich erst mal trennen sollen."
Und finden war dann auch nicht so einfach.
Es war zu kompliziert, die Leute blieben nicht und ohne Masse kommt der reichweitenfixierte "Überbau" nicht.

Ich finde es aber auch ohne "Überbau" sehr schön und bereichernd hier.

@StefanMuenz "Extremis" kann man blocken (bin da sehr konsequent). Kompliziert in der Handhabe finde ich persönlich nicht. Auch nicht bei der Anmeldung. Und für Interessen/Lieblingsprofile kann man Listen anlegen, die man bequem durchscrollen kann (und die nicht endlos sind).

Was ggf. ein Grund sein könnte: Die nahezu vollständige Abstinenz von "Popkultur". Gefühlt nichts da (Film/TV, Comics, Audio Fiction, Musik), was nach den 80ern rauskam. Selbst bei großen Namen "Schweigen im Walde".

@StefanMuenz Natürlich ist Popkultur nicht "das Wichtigste", aber für viele doch ein wichtiger Teil in "sozialen Medien" (ngl: auch mir).
Liegt vermutlich (da muss ich aufgrund meiner gefolgten und folgenden Profile raten und mich auf diese beziehen) auch an der Altersstruktur hier, die evtl. von Instanz zu Instanz variiert, aber in Summe wohl doch recht "ausgeglichen" ist, denn während ich etliche GenX & Boomer hier lese & folge, streben Millennials schon gen 0 und GenZ findet gar nicht statt.
@StefanMuenz ich bin ja gespannt, wenn Accounts wie @stabihh einmal ihre Social-Media-Präsenzen vergleichend analysieren. Sie sind hier mit 947 Followers in einer recht aktiven bibliothekarischen Bubble aktiv und betreiben zudem noch einen Bluesky-Account (https://bsky.app/profile/stabihh.bsky.social, 1557 Followers), den sie meist mit denselben Inhalten bespielen. Ein rascher Vergleich zeigt eine Tendenz zum Nörgeln und Nicht-Interagieren auf Mastodon, mehr Likes auf Bluesky auch aus anderen Bubbles.
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (@stabihh.bsky.social)

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg - Carl von Ossietzky ist die größte wissenschaftliche Bibliothek des Stadtstaates Hamburg und der Metropolregion Hamburg. Impressum: https://stabi.hamburg/impressum.html

Bluesky Social
@awinkler @StefanMuenz Das ist ein etwas schräger Vergleich unserer Social-Media-Aktivitäten auf Mastodon und Bluesky. Wir bespielen beide Dienste natürlich mit den gleichen Inhalte und betreuen beide mit gleicher Aufmerksamkeit. Gefühlt wird hier mehr genörgelt als auf Bluesky, aber nicht von uns 😉 (siehe Stellenausschreibung gestern).
Unsere Mastodon-Postings (hier gibt’s eine Präferenz) werden übrigens prominent & offen für alle Nutzenden im Stabi-Blog angezeigt (rechte Spalte).
@stabihh @StefanMuenz Genörgle natürlich in den Reaktionen, nicht bei/von euch. Dasselbe auch für die Interaktion. Es scheint mir auf BS mehr Likes zu geben (wenn auch nicht in ganz anderen Größenordnungen).
@awinkler @StefanMuenz Ok, sorry für das Missverständnis. Dann decken sich ja unsere Einschätzungen. 😉

@StefanMuenz
Ich finde es nicht schlimm, wenn wir das verborgene Baumhaus, der abseits gelegene kleine Sandstrand, der Erker mit dem Ohrensessel in der Leseecke, das (Naturkautschuk 🫢-)Bällebad, der baulich getrennte Radweg, die handgesponnene OpenStreetMap, die Nachdenkseite der Karikaturist*innen, der durcheinandergewürfelte Stuhlkreis des universellen Therapiezentrums, die lockere Schraube des Rechenzentrums ... sind.

1/

@StefanMuenz
Jede:r braucht hin und wieder einen solchen Ort außerhalb der kommerziellen Wahnsinns und dann werden wir da sein. Unverfälscht und unbezahlbar, mit laktosefreiem Dinkelmehl im Haar, einem Leatherman in der einen und einem Abakus in der anderen Hand und mit weit ausholender Geste verkünden: "Schau dich in Ruhe um. Alles was du hier siehst kannst du dir angucken."🤣

Wachstum um jeden Preis wäre keine gute Idee, wollte ich wahrscheinlich damit sagen.😬

2/2

@StefanMuenz
Ich fand den Transfer zu Mastodon sehr hilfreich, um insgesamt von Twitter runterzukommen. Ich lese überwiegend und hab es noch nicht hinbekommen, dass es mich so packt. Aber mein echtes Leben dankt mir :)

@StefanMuenz

Am Anfang nach dem Wechsel haste einfach das Gefühl, dass hier nicht viel los ist & du auf jeden Fall komplett unsichtbar bist.

Ging mir so & hab bei anderen migrierten Accs hier über diese Gedanken gelesen.

Mensch braucht bissi Geduld bis das Ding hier gut läuft.

So ca. 6 Monate min. würd ich sagen.

Den langen Atem haben nicht alle.

@StefanMuenz Wichtig sind positive Beispiele von Organisationen, wie dem #ForschungszentrumJülich, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (#DLR) und auch dem ein oder anderem Bundesministerium. Es kann funktionieren, wenn die Bereitschaft vorhanden ist auch mal neue Wege zu gehen und Klicks nicht ausschlaggebend sind.

Accounts, wie @fzj und @dlr_next, müssen WIR mehr #Reichweite schenken, denn es gibt hier keinen Algorithmus.

@StefanMuenz ich denke es gibt mehrere Gründe wieso das #Fediverse nicht vom großen Aderlass von X profitiert - z.B. fehlende Features:
- die Suche im Fediverse ist schlecht
- es gibt (immernoch) keine Gruppen
- etc
@StefanMuenz Vielleicht weil das fediverse (auch) anstrengend sein kann?
Bei FB (nur noch aus Gewohnheit🙄 manchmal da) bin ich nur genervt.
Hier im fediverse bekomme ich alles "persönlicher" "auf's Auge gedrückt".
Mehr reale Interaktion und (nur gefühlt?) ehrlichere, positive vibes. Andererseits auch Faktenscheisse #Injustice #Klima ... präsentiert die einfach *sehr* deprimierend sind. Aber so ist die reale Welt eben.😒
fediverse hat keinen sugarcoatfilter. Das ist oft schwer auszuhalten.
@StefanMuenz ein anderer Grund, wieso das #Fediverse nicht vom großen Aderlass von X profitiert sind gleichzeitig Features ( "zweischneidiges Schwert" )
- es gibt keinen "Algorithmus" ( und damit kein "Doom-scrolling" ) ; die Benutzer von X sind aber "Doom-scrolling" gewohnt ( und finden es oft gut )
- es gibt kein Tracking ; man kann also nicht genau auswerten wie oft ein Beitrag angeklickt / angesehen wurde ( was für "social media"-Agenturen und -Teams ein echtes Problem ist )
@StefanMuenz
Ich bin mit meinem Fediverse insgesamt sehr zufrieden, war aber bevor ich hier wieder angefangen habe auch eine Zeit lang relativ inaktiv in Social Media.
@mekkaokereke zeigt am Thema ‚Black Twitter‘ sehr gut auf, was ganz konkrete Probleme beim Wechsel sein können. Interessant ist dass er immer wieder genau die Features die als Schutz für Minderheiten gemeint waren hier als Problem gesehen werden.
Für mich macht die Diskussion über die verschiedenen Plattformen deutlich, wie unterschiedlich die Motivationen für die Nutzung sind.
Ich leiste mir, zu sagen „schade, dass ihr nicht hier seid, wo ich mich wohl fühle - ist dann halt so.“

@StefanMuenz Es gibt hier halt keinen Zoff ... Oder wollen wir's doch mal versuchen?

DU HAST DIE EINE-WELT-LÄDEN BELEIDIGT. SCHÄM DICH!

So, und jetzt blockiert mich alle, damit ich hinterher stolz in mein Profil schreiben kann, dass mich alle blockiert haben.

@shukugawarablog Ich hab mich eh schon gefragt, warum noch niemand gefragt hat, warum ich Mieter oder Sozialamt-Klienten verunglimpfe. Von daher bin ich ja jetzt beruhigt :-)
@StefanMuenz Als ich mich entschlossen hatte dieses "Social Media" Zeugs auszuprobieren war der Tenor der Vergleiche: "Mastodon sehr nett aber nichts los, Bluesky fängt an interessant zu werden". Es ging immer um die Menge an Nutzern und danach erst um die Funktionalität. Es hängt wohl davon ab, woher man kommt. Ich bin jetzt auf Mastodon und es kostete mich am Anfang oft zu viel Zeit. Jetzt hat sich das eingependelt und weitere Ausflüge zu anderen Anbietern stehen nicht an.

@StefanMuenz Das Hauptproblem mit dem #Fediverse sehe ich darin, dass die Basics einfach auf technischer Ebene nicht funktionieren.

Wenn ich auf meiner Instanz Deinen Post öffne, hat er 0 Replies, 0 Boosts und 0 Favs. Würde ich das Fediverse und seine technischen Unzulänglichkeiten nicht genau kennen, würde ich jetzt denken, das Netz ist eine tote Geisterstadt und vermutlich auch irgendwann weiterziehen.

Das Versprechen des Fediverse ist, dass es egal sei, auf welcher Instanz man einen Account habe. Das ist eine Lüge.

Von einem sozialen Netzwerk erwarte ich Konsistenz. Wenn ich einen Post auf meiner Instanz öffne, erwarte ich, dass im Hintergrund alle Antworten angefordert und alle Zahlen aktualisiert werden. Wenn ich die Webseite einer Tageszeitung öffne, sehe ich ja auch nicht unterschiedliche Teilmengen der Artikel, je nach dem mit welchem Browser ich die Seite besuche.

Und die Probleme setzen sich fort. Hashtags sind in der Praxis auf kleinen Instanzen ziemlich nutzlos, weil es auch dafür keine einheitliche "Weltsicht" gibt. So sehe ich hauptsächlich die Tags aus Posts, die ich eh schon anders abonniert habe.

Auch Relais sind dafür kein taugliches Mittel, denn es kann nicht jede Instanz alle Posts verarbeiten. Das skaliert einfach nicht.

@ls Das mit den Zahlen hab ich mir auch schon mal gedacht. Es wäre wirklich keine große Aktion, die Zahlen von den jeweiligen Heimatinstanzen per API-Calls zu aktualisieren. Natürlich gibt das mehr Traffic. Aber das sind kleine Requests ohne viel Payload, von daher gut machbar. Und es würde zu mehr Konsistenz führen, wie du richtig bemerkst. Ich fürchte, speziell das mit den Zahlen ist halt auch so ein "Fediverse-Befindlichkeits-Ding". Es gibt ja auch überall noch die Einstellung, diese Zahlen ganz auszublenden. Damit man ja nicht sieht, was viel und was wenig Reichweite hat. Ich kann mit dieser Art von Nichtwissenwollen ehrlich gesagt auch nicht so viel anfangen, und es gehört für mich nicht zum Wellbeing, solche Zahlen nicht zu sehen. Allerdings hab ich mich damit abgefunden, da nur Unsinn zu sehen, und wenn ich es genau wissen will, auf der Ursprungsinstanz nachzuschauen. Aber klar, das ist usability-feindlich hoch zehn für Leute, die da gerne korrekte Zahlen hätten.

@StefanMuenz Naja, ich finde die Zahlen ganz hilfreich um Posts, die schon 100x durchs Fediverse getragen wurden, nicht zum 101. Mal zu reposten. Aber da kann ich zur Not mit leben.

Die fehlenden Antworten sehe ich dagegen als großes Problem an, denn das führt dazu, dass mehrere Leute mitunter die selbe Antwort schreiben. Das nervt den Ersteller des Originalposts (ich vermute, auch ein Teil der 'Reply-Guy'-Diskussionen haben ihren Ursprung hierin) und frustriert die Leute, die umsonst Lebenszeit verschwendet haben um einen Sachverhalt zu erklären, der schon x-fach erklärt wurde.

Noch schlimmer ist, dass Menschen mit unterschiedlichen Informationsständen in die Diskussion starten. Wenn Leute jeweils unterschiedliche Posts einer Diskussion gelesen haben, darf man sich nicht wundern wenn diese Leute permanent aneinander vorbei reden. Auch hier wieder großes Frustrationspotential.

Am schlimmsten ist es, wenn Diskussionen Follower-only find. Da hat man dann auch keine Chance, die fehlenden Antworten auf der Original-Instanz nachzulesen, denn dort fehlen einem die Zugriffsrechte. Das ist dann wirklich zum in die Tischkante beißen.

Der einzige Vorteil ist, dass das Fediverse als ruhig und friedlich wahrgenommen wird, weil mancher Widerspruch oder Flamewar halt einfach nicht föderiert wurde. 🤷

@ls @[email protected]
Bei Follower-only gibt's ja auch die Unschönheit, dass "follower-only" auf die Antworten vererbt wird - aber dann halt mit deren:dessen Followern. Da verschwindet dann schnell mal ein kompletter Antwortstrang. Oder taucht bei machen Instanzen/Clients plötzlich aus dem Nichts auf und man kann die vorherigen Beiträge nicht lesen.

@mort @StefanMuenz Ja, wobei das möglicherweise schwierig zu lösen ist. Wenn immer die Follower aller Vorposter inkludiert würden, ist kaum noch transparent, wer den Post nun eigentlich lesen darf. Insbesondere, da andere Instanzen möglicherweise auch gar nicht wissen, wer wem folgt, denn auch diese Information lässt sich auf privat stellen.

Es wäre aber vielleicht ein Kompromiss, zumindest einen Platzhalter einzufügen, damit man evtl. Folgebeiträge finden kann, auch wenn man vielleicht einen Post dazwischen nicht lesen darf.

Das gleiche Problem tritt auf wenn Leute die Auto-Delete-Funktion aktivieren und ihre Beiträge z.B. nach einem Monat automatisch löschen lassen. Damit zeigen dann alle Thread-Referenzen ins Leere und es ist nicht mehr möglich, der ursprünglichen Diskussion zu folgen, selbst wenn diese public war.

@ls @[email protected]
Ja, eine richtig elegante Lösung wüsste ich auch nicht. Am einfachsten wäre wohl, die Follower des Ursprungsbeitrags zu nehmen, was vermutlich auch thematisch am besten passen würde. Wäre aber recht schwer zu vermitteln.

Persönlich hätte ich oft gerne eine Art Gruppen/"Circles" innerhalb derer alle die Beitrage sehen und darauf antworten können. So ein bisschen wie 'ne Mischung aus "DMs" und Mailingliste.
Löst das Problem aber nicht bei Accounts, die gerne "follower only" an hunderte Leute posten.

@mort @StefanMuenz Follower des Ursprungsbeitrags fände ich auch sinnvoll, aber das Problem ist halt, dass die antwortende Instanz diese nicht immer kennt.

Circles fände ich auch ein extrem wichtiges Feature. Menschen haben viele Facetten und Interessen. Es wäre hilfreich, wenn man einzelne Themenfeeds erstellen könnte, denen unabhängig voneinander gefolgt werden kann. Dazu gehört auch, dass man manche Dinge ggf. auch nicht mit allen Followern sondern nur einer Untergruppe teilen möchte (ohne gleich den gesamten Account auf Protected zu stellen).

Ich simuliere Circle, in dem ich mir eine eigene Instanz erstellt habe und dadurch so viele thematische Account anlegen kann wie ich möchte. Aber das ist wirklich mühsam.

@mort Ja, die Follower-only-Funktion ist offensichtlich nicht wirklich zuende gedacht worden - oder so gewollt worden, was aber in der Praxis oft verwirrend ist. Insgesamt ist gerade Mastodon sehr datenschutzbewusst ausgelegt, was einerseits wichtige Maßstäbe im Fediverse gesetzt hat, aber andererseits eben auch schnell mal zu solchen Datenlücken führt, die von modernen, verwöhnten Anwendern schnell als Zeichen von verbuggter und instabiler Software wahrgenommen werden.
@ls

@StefanMuenz @mort "verwöhnten Anwendern"?

Datenschutz ist wichtig, aber die Funktion muss gegeben sein.

Wer Datenschutz über Grundfunktionen stellt sollte meiner Meinung nach, mit Verlaub, lieber Tagebuch schreiben.

@ls @[email protected]
Wenn der Datenschutz denn wenigstens wirklich da wäre. Im Fediverse ist ja (auch beim "Blockieren" und Administration) ganz viel "was der User nicht sieht ...". Aber es ist halt die Grundidee, das die Daten auf möglichst viele Instanzen verteilt werden, und Verschlüsselung gibt's nur für den Transport dazwischen. Wer 'ne Instanz betreibt, käme an sehr vieles, nicht nur die "DMs" - das ist reine Vertrauenssache und die Hoffnung, dass Hacker keinen Erfolg haben.
@mort Klar - jeder Instanzen-Admin oder jeder Hacker, der die Instanz kapert, kann sich einfach mit SQL beliebig die Datenbank anschauen - inklusive aller auf dem Server gespeicherten DMs. Deshalb sollte man DMs hier auch nicht mit End-to-End verschlüsselten Messengern vergleichen. Tut aber auch glaube ich niemand mit Verstand :-)
@ls
Stefan, du schreibst 'drüben' (😉) "Denn es soll dort laut eines Leaks demnächst irgendwann Pro-Accounts geben. 10 Euro / Monat für mehr GIF-Sticker und etwas mehr" Kein Leak. Anfang 2025 ist das geplant. Viele wollen das aus Unterstützungsgründen in Anspruch nehmen, ohne eigene Vorteile.
@zur-borg.net Ja, manchmal vergesse ich, dass hüben bei mir auch drüben ist. Die multiplen Welten sind doch arg anstrengend für so ein altes Boomerhirn. Und danke für den Hinweis, dass die Pro-Accounts tatsächlich kommen.

@StefanMuenz

Ehrlich gesagt stört es mich wenig, wie viele Menschen hier sind und wie viele nicht.
Mein Bekanntenkreis auf anderen Plattformen war auch überschaubar. Aber dafür interaktiv. Wie hier.

Sicher würde ich mir – wie viele künstlerisch tätige hier – mehr Reichweite wünschen. Dennoch bevorzuge ich organisches Wachstum.

"Das einzige nachhaltige Soziale Netzwerk." hat seinen Preis. Aber den kann jede*r bezahlen, dier es will, ohne dabei moralischen Konkurs anzumelden.

@StefanMuenz solange ole Scholz und Robert Habek (und alle anderen von der Polit-Ebene) auf X bleiben und auch wieder zu X zurück wechseln wird X eben angesagt bleiben. Da bringt es wenig wenn so tolle Vereine wie der SC Freiburg X den Rücken kehren. Aber das ist doch auch ok. Die Spreu hat sich schon immer vom Weizen getrennt. Das muss so sein.