„Digitale Kompetenzen in der Wissenschaft“ – Rückblick auf die VW-Themenwoche

In einem unserer letzten Blogbeiträge haben wir uns dem Thema Forschungsdatenmanagement-Kompetenzen gewidmet. Das übergreifende Thema Datenkompetenz ist nach wie vor aktuell und wurde dieses Jahr auch von der VolkswagenStiftung aufgegriffen: Anfang des Jahres hatte sie zur Einreichung von Workshops für die Themenwoche „Digitale Kompetenzen in der Wissenschaft“ aufgerufen. Ziel war es, Ideen und Initiativen zu digitalen Kompetenzen in der Wissenschaft sichtbarer zu machen und den interdisziplinären sowie überregionalen Austausch zu Fortbildungsoffensiven zu fördern.

Über die VolkswagenStiftung

Die VolkswagenStiftung ist eine der größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Ihr Ziel ist es, Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zu stärken und Innovationen voranzutreiben. Dabei fördert sie insbesondere Projekte mit interdisziplinären Ansätzen und Themen, die gesellschaftlich und wissenschaftlich relevant sind.

Gemeinsam haben Mitarbeiter:innen von vier Landesinitiativen zum Forschungsdatenmanagement (FDM)(fdm.nrw, SaxFDM, HeFDI und FDM-NDS) ein Symposium zum Thema „Datenkompetenz im Fokus: Angebote, Qualitätssicherung und Vernetzung“ für diese Themenwoche organisiert – und wir vom Joint Lab Future Libraries & Research Data haben teilgenommen, mitdiskutiert und auch unseren niedersächsischen Data-Steward-Stammtisch vorgestellt.

Vorstellung des niedersächsischen Data-Steward-Stammtischs: Nina Düvel, Franziska Altemeier und Ana Agniashvili

Datenkompetenz im Fokus

Vom 2. bis zum 4. Dezember 2024 haben wir im Xplanatorium Schloss Herrenhausen in Hannover spannende Diskussionen rund um Datenkompetenz geführt – parallel liefen drei weitere Symposien, ebenfalls unter dem Thema Digitale Kompetenz. Etwa 40 Personen haben gemeinsam zu den folgenden Themenblöcken gearbeitet:

  • Übersicht Kompetenzentwicklungsangebote,
  • Kompetenzaufbau kooperativ gestalten,
  • Einbindung und Vernetzung von Data Stewards und
  • Qualitätssicherung und Standards.
  • Einige Highlights der ersten beiden Blöcke waren beispielsweise die vorgestellte Deutschlandkarte der Datenkompetenz, die im Rahmen der Love Data Week 2025 weiter ergänzt werden soll. Zudem wurden zwei Vernetzungstreffen geplant, die sich zum einen mit dem Thema Ausbildungsangebote für Data Stewards und zum anderen mit dem Thema FDM in Studium und Lehre beschäftigen (offizielle Ankündigungen folgen noch). Dies sind zwei Themen, die auch auf der Agenda unseres Joint Labs stehen und im kommenden Jahr weiter bearbeitet werden.

    Data-Steward-Initiativen

    Der dritte Block begann mit Kurzvorträgen zu bestehenden Data-Steward-Initiativen: Den Auftakt machte die Vorstellung des lokalen Data-Steward-Netzwerks der CAU Kiel. Anschließend gaben wir gemeinsam mit Ana Agniashvili Einblicke in den von uns initiierten niedersächsischen Data-Steward-Stammtisch (weitere Infos zum Stammtisch siehe Blogpost zum Kickoff) und erläuterten die Zusammenarbeit von Joint Lab und FDM-ndsHAW im Rahmen der Landesinitiative FDM-NDS. Den Abschluss bildete die Präsentation des deutschlandweiten Netzwerks „Data Stewardship goes Germany“ (DSgG).

    Nach dem Input wurde es interaktiv: In der sich anschließenden Gruppenarbeit und Diskussion zum Thema Data-Steward-Netzwerk wurde erneut deutlich, dass der Begriff „Data Steward“ noch immer nicht einheitlich definiert ist. Beim Sammeln von Ideen und Anregungen für ein zukünftiges übergreifendes Netzwerk kristallisierte sich heraus, wie wichtig es ist, bestehende Strukturen aufzubauen.

    Gleichzeitig sollte ein geschützter, aber offener Rahmen geschaffen werden, der die Verbindung zur internationalen Community fördert. Auch die Frage nach einer geeigneten Organisationsform, wie beispielsweise der Gründung eines Vereins, wurde intensiv diskutiert. Besonders hervorgehoben wurde zudem die Außenwirkung: Ziel ist es, das Berufsbild des Data Stewards stärker zu etablieren, dessen Wertschätzung und Akzeptanz zu erhöhen und verlässliche Karrierewege zu entwickeln.

    Der letzte Tag startete mit einem Ausflug in das Thema FDM-Awareness auf Social Media. Zudem wurden in Block 4 Metadatenstandards zu Open Educational Resources (OER) unter die Lupe genommen und mögliche Erweiterungen bzw. Pflichtfelder rege diskutiert. Die aufbereiteten Ergebnisse werden an die UAG (DINI/nestor) und DALIA weitergeleitet zur Aufnahme in den Diskurs.

    Insgesamt waren es drei Tage, an denen wir uns in einem offenen Dialog und anregenden Diskussionen dem Thema Datenkompetenz gewidmet haben. Die Gespräche haben gezeigt, wie wichtig der Austausch über Strukturen, Vernetzung (auch im Hinblick auf Kompetenzentwicklung) sowie die Stärkung des Berufsbilds Data Steward sind.

    Laufende Entwicklungen aus dem Joint Lab zum Thema Kompetenzen im FDM finden sich auf der neu gestalteten Seite des Labs: https://www.tib.eu/de/forschung-entwicklung/joint-labs/joint-lab-future-libraries-and-research-data

    Kontakt zum Joint Lab Future Libraries & Research Data

    Franziska Altemeier, TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek, E-Mail: [email protected]

    Dr. Nina Düvel, Hochschule Hannover, E-Mail: [email protected]

    Mehr zum Joint Lab „Future Libraries & Research Data“

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    Datenkompetenz im Fokus: Wie messen wir, was wir können? - TIB-Blog

    Wie wir mit unseren Daten umgehen, wird in der Forschung immer wichtiger. Forschungsdaten nach bestimmten Kriterien zu verwalten, ist wichtig, um die Forschung transparenter zu machen und um dafür zu sorgen, dass andere sie besser reproduzieren oder nachnutzen können. Hierfür sind Expert:innen wichtig, die Infrastrukturen für Forschungsdatenmanagement (FDM) aufbauen und Forschende konkret unterstützen.

    TIB-Blog