Alle Veranstaltungen haben Hinweise auf die evtl. verstörenden Inhalte. Dennoch ist es erwartbar und verantwortungsvoll, dass Zuschauende die Aufführung (kurz) verlassen können.
Es gab/gibt auch Aufführungen ohne größere Zwischenfälle, wie sie medial teils unzutreffend verbreitet wurden. Denn: Die teils undifferenzierte Berichterstattung basiert oft nicht auf Eindrücken vor Ort.
Spätestens seit der #Sancta-Aufführung am Samstag ist klar, dass extrem rechte Akteur*innen die Gelegenheit nutzen, um sich Gehör für ihre Anliegen zu verschaffen. Am vergangenen Samstag haben mindestens zwei Gruppierungen gegen die Aufführung vor die Oper Stuttgart mobilisiert:
Das extrem rechte, ultrakatholische Netzwerk „Tradition, Familie, Privateigentum“ und die fundamentalistische „Deutsche Vereinigung für Christliche Kultur“, die sich antifeministisch und queerfeindlich positioniert.
Diese Mobilisierung reiht sich in die Motivationen rechter Akteur*innen auf verschiedensten Ebenen ein, Kunst und Kultur mit politisch-progressiven Ansprüchen in ihrer Freiheit zu beschneiden und sie teils ganz konkret über Entzug öffentlicher Förderungen zu verunmöglichen.
Zur weiteren Einordnung schreibt Eva Marburg bei @derfreitag:
https://www.freitag.de/autoren/eva-marburg/theater-skandal-um-holzinger-auffuehrung-von-sancta-in-stuttgart
Ebenfalls lesenswert dazu der Artikel von Sophia Zessnik in der
@tazgetroete:
https://taz.de/Oper-Sancta-von-Florentina-Holzinger/!6043091/
Skandale sind seit jeher Bestandteil großer Theater-Aufführungen. Aber dass in der Staatsoper Stuttgart Florentina Holzingers Stück „Sancta“ so kontrovers aufgenommen wurde, sagt auch viel über den Kulturbetrieb (nicht nur) in Stuttgart aus