Bitte erklärt die Aussprache des Asterisk in Wörtern wie "Architekt*innen" nicht als "Genderpause". Der Stern markiert keine Pause, sondern wird als Glottisschlag ausgesprochen. Das Wort "Architekt*innen" kann genauso flüssig gesprochen werden wie "Innenarchitekt", "Tischler*innen" so wie "Tischler-Innung".

Viele Menschen behaupten, dass mit dem "Genderstern" ein neuer Laut in die deutsche Sprache eingeführt werde. Dieses Gegenargument beruht auf einer Misinformation, die wir nicht fördern müssen. Der Glottisschlag ist schon jetzt einer der häufigsten Laute im Hochdeutschen.

Das Hochdeutsche kennt den Glottisschlag u.a. bei
- allen Wortanfängen mit Vokalanlaut, auch in zusammengesetzten Wörtern (*Er *ist *ein Fach*anwalt)
- nach Vorsilben vor Vokal (ver*erben, *er*ahnen)
- vor Nachsilben mit Vokalanlaut (natrium*arm, *anders*artig)
- bei Silbengrenze zwischen zwei Vokalen (mä*andern, A*orta, The*ater).

Und jetzt eben auch vor der geschlechtsinklusiven Movierung: Arbeiter*innen.

Der Glottisschlag wird von uns, obwohl wir ihn dauernd sprechen, meistens gar nicht bewusst bemerkt, weil er keinen eigenen Buchstaben hat. Seine Einsatzregeln werden (wie so Vieles in einer Erstsprache) unbewusst erlernt und umgesetzt. Im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA) wird der Glottisschlag mit einem ʔ markiert.

Wer diesen Text hier laut liest, verwendet dabei über 80 mal einen Glottisschlag.

Da wird also rein phonetisch nichts Neues eingeführt, das man erst mühsam lernen müsste. Kein exotischer Knacklaut, kein Luftanhalten und bis drei zählen. Neu ist das Sternchen als Schriftzeichen im Wortinneren, aber nicht der Laut, mit dem man es ausspricht. Man muss nur Bekanntes neu einsetzen.

Und wenn wir schon dabei sind: Der Asterisk dient nicht dazu, Frauen, binäre trans Menschen oder gar Schwule und Lesben zu repräsentieren. Das zu behaupten ist nur eine neue Art von Ausgrenzung. Der Stern steht für nicht-binäre / agender Menschen.

(Anmerkung: Ich habe das schon einmal gepostet, aber hier kann ich jetzt alles in einen einzigen Beitrag zusammenfassen, und meine ursprünglichen Posts werden bald gelöscht sein. Außerdem konnte ich dank freundlicher Rückmeldungen einige Fehler korrigieren.)

#Entgendern #Gendern #GeschlechtergerechteSprache #Genderstern #NichtBinär #Asterisk

@der_zaunfink Wenn ich Architekt*innen als Architektinnen ausspreche, was ist dann mit den Architekten? Grenzt man Männer dann einfach aus? 🤔

@DennisKuester @der_zaunfink
Ich bin grad unsicher ob du trollen willst oder verstehen, darum versuch ichs mal nach bestem Wissen zu erklären.

Eine Gruppe männliche Architekten.
Eine Gruppe weibliche Architektinnen.
Eine Gruppe von Menschen die den Architekturberuf gelernt haben deren Geschlechter du nicht kennst, nicht angeben willst, das in der Gruppe nicht homogen ist oder alle nicht binär sind : Architekt*innen

@Hippie Ich bleibe einfach bei Architekten* (als Berufsgruppe) und wenn ich es für nötig erachte, erwähne ich Architekten und Architektinnen.
Wobei anzumerken ist, daß Frauen, die selbstbewusst voll im Leben stehen, sich durchaus angesprochen fühlen, wenn man die entsprechende Berufsgruppe als Ansprache nutzt. 😊👍

*Gilt natürlich auch für Angler, Bäcker, Kunden, usw.

@DennisKuester @Hippie Das generische Femininum (Beispiele: Architektinnen, Anglerinnen, Bäckerinnen, Kundinnen) inkludiert das generische Maskulinum (Beispiel: Architektinnen inkludiert das Wort Architekt, Anglerinnen das Wort Angler, Bäckerinnen das Wort Bäcker) wie auch alles dazwischen👋