Heute ist #EqualPensionDay. Ab diesem Tag bekommen Pensionistinnen bis Jahresende rein rechnerisch keine #Pension mehr. Denn die Pensionslücke zwischen Mann und Frau liegt in Ö noch immer bei 40 Prozent. Altersarmut betrifft daher alleinlebende Pensionistinnen besonders. 1/
Auch in den letzten fünf Jahren haben wir den sogenannten #GenderPensionGap kaum kleiner bekommen. Im aktuellen Tempo schließen wir die #Pensionslücke zwischen den Geschlechtern erst in 90 Jahren. 2/
Die #Altersarmut ist oft der Preis den Frauen dafür zahlen, dass sie teilweise jahrzehntelang gezwungen sind, ihre bezahlte Arbeit zu reduzieren, um den Löwenanteil der unbezahlten Arbeit zu stemmen. Als ‚Dank‘ dafür fällt ihre Pension später dann oft mickrig aus. 3/
Hinzukommt, dass seit heuer das #Pensionsantrittsalter für Frauen schrittweise erhöht wird. Dabei geht bereits jetzt jede zweite Frau nicht aus einer Erwerbstätigkeit in Pension. Die Anhebung verschärft die Lage dieser Frauen zunehmend. 4/
Die durchschnittliche Frauenpension liegt mit 1.378 Euro fast 200 Euro unter der aktuellen Armutsgefährdungsschwelle von 1.572 Euro. Jene von Männern um rund 730 Euro darüber. 5/
Wie viel stärker Pensionistinnen im Vergleich zu ihrem männlichen Pendant armutsgefährdet sind, verdeutlicht eine Analyse entlang der EU-SILC Merkmale, die eine soziale und materielle Deprivation bestimmen. 6/
Zur Analyse wurden alleinlebende Pensionist:innen herangezogen, wovon mit 46 Prozent fast die Hälfte der Frauen sozial und materiell depriviert ist – bei Männern hingegen nur knapp ein Viertel (26 Prozent). Pensionistinnen können sich also erheblich weniger leisten. 7/
Ein Drittel der alleinlebenden Pensionistinnen kann keine unerwarteten Ausgaben von 1.370 Euro stemmen und rund 40.000 (11 Prozent) können sich jeden zweiten Tag keine warme Mahlzeit leisten – das sind mehr als dreimal so viele wie bei den Pensionisten (3 Prozent). 8/
Laut Bericht der EU-Kommission nimmt die relative #Armutsgefährdung der über 65-Jährigen deutlich zu: Waren es 2016 noch 16,1 Prozent, waren es 2022 bereits 20,4 Prozent – damit liegt Österreich auch über dem EU-weiten Durchschnitt von 18,1 Prozent.
https://www.parlament.gv.at/dokument/XXVII/EU/187918/imfname_11382462.pdf
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Im EU-Vergleich weist Österreich mit 34 Prozent die viertgrößte Pensionslücke auf & liegt deutlich über dem EU-Schnitt. Eurostat zieht nur Pensionist:innen +65 Jahren für den Vergleich heran, daher fällt der Gap etwas geringer aus als die eigentliche Lücke von 40 Prozent. 10/
Es wird höchste Zeit, das Problem der steigenden Altersarmut anzugehen, die überwiegend weiblich ist. Zentral ist es bereits im Erwerbsleben der Frauen anzusetzen. Für jene, die bereits in Pension sind, braucht es armutsfeste Pensionszahlungen. 11/
Um die Altersarmut von Pensionistinnen einzudämmen, empfiehlt das Momentum Institut Maßnahmen, die den #GenderPayGap und dadurch später auch den Gender-Pension-Gap schließen. 12/
Instrumente dafür wären u.a. eine flächendeckende und kostenlose #Kinderbetreuung, eine verpflichtende #Väterkarenz, ein kollektivvertraglicher #Mindestlohn von 2.500 Euro brutto und eine schrittweise #Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich. 13/
Um Pensionist:innen vor der Altersarmut zu bewahren, wäre es außerdem besonders wichtig, die #Mindestpension (Ausgleichszulage) über die Armutsgefährdungsschwelle zu heben. Die gesamte Analyse gibt es hier: https://www.momentum-institut.at/news/equal-pension-day-2024-haelfte-der-alleinlebenden-pensionistinnen-lebt-in-armut/
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Equal Pension Day 2024: Hälfte der alleinlebenden Pensionistinnen lebt in Armut - Momentum Institut

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