„Auf der einen Seite nehmen wir Geld ein, dadurch, dass wir Energie teurer machen. Der CO₂-Preis, der Energie teurer macht, wird von allen bezahlt und dann nehmen wir das Geld und subventionieren damit bei den wohlhabenden Haushalten, die es sich leisten können, auch noch mit Förderungen die Investition in die Wärmepumpe oder die energetische Sanierung und da verteilen wir eher von unten nach oben.“

Sehr guter DLF-Beitrag über die sozialen Auswirkungen der Klimapolitik.

https://www.deutschlandfunk.de/die-neue-soziale-frage-wer-sich-gruenes-wohnen-leisten-kann-dlf-bb5dbfb8-100.html

Die neue soziale Frage - Wer sich grünes Wohnen leisten kann

Wie ungerecht sind Fördermaßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden? Warum beim Wohnen Effizienz und sozialer Ausgleich zusammen gedacht werden müssen.

Deutschlandfunk
@anneroth Wohl ein Systemproblem im Kapitalismus, die generelle Lastenverteilung von unten nach oben. Immer nach dem Motto
"Kleinvieh macht auch Mist."
Oder "Wer hat, dem wird gegeben."
Die "kleinen" Leute können halt keine Lobbyisten finanzieren.
@anneroth @Gegenwind wann wird denn jemals nicht von unten nach oben verteilt?
@anneroth Klimageld einführen! ☝️
@FabianLaasch @anneroth Das reicht als Ausgleich in der geplanten Höhe allerdings nicht annähernd. Den 80%, die sich eine energetische Sanierung ihres Häuschens nicht leisten können, hilft es fast gar nicht (hier braeuchte es ein grundlegende Reforming der Förderstrukturen), und den einkommensschwachen Mieter*innen in den alten schlecht gedämmten Gebäuden mit den günstigen Kaltmieten auch nicht. Eigentlich hilft es nur den einkommensstärkeren in neuren Häusern mit den teureren Mieten.
@anneroth
An den Förderprogrammen kann mensch sicherlich einiges kritisieren. Zur Wahrheit gehört aber auch dass es einkommensabhängige Zusatzförderungen gibt.
@Jerschte @anneroth Die ganz kleinen erreicht diese auch nicht, sondern die Mitte.
@project1enigma
Wir haben in BRD eine jährliche Sanierungsquote von 0,7%, brauchen aber 2,1%.
Wo soll der Staat denn sonst Anreize setzen wenn nicht bei der breiten Masse der Bevölkerung? Die Mitte bezahlt den ganzen Bumms hier seit Jahren. Finde ich nicht verkehrt wenn sie jetzt beim Umrüsten auf klimaneutral unterstützt wird.
Nur weil an anderer Stelle noch viel Luft nach oben ist, ist ja das Bestehende nicht kompletter Unfug.
@anneroth
@Jerschte @anneroth Zur Wahrheit gehört auch dazu, dass gleichzeitig die Förderhöchstsumme halbiert wurde.
Und dass gerade die alten Häuser die effizienteren teureren Systeme brauchen.
Und dass es nur für Selbstnutzer*innen gilt. Wer Wohneigentum günstig vermietet und selber zur Miete wohnt, kriegt sie nicht.
In D leben 43% im Wohneigentum. Davon können sich nur 20% energetische Sanierung leisten.Nur diese 20% haben Zugang zu staatlicher Förderung, weil sie den Eigenanteil aufbringen können.
@Jerschte @anneroth
Eine Freundin mit 1400 Nettoeinkommen hätte einen Kredit mit 14% Zinsen für die energetische Sanierung ihres Häuschens (das sie für 600,- vermieten würde, sie wohnt zur Miete im WG Zimmer) angeboten bekommen. Für einen KfW Kredit hätte sie sehr hohe Anforderungen erfüllen müssen, die den finanziellen Rahmen völlig gesprengt hätten trotz sehr viel Eigenleistung... Das neue GEG war nicht nur "schlecht kommuniziert" - der soziale Ausgleich fehlt einfach überall.
@meinParalleluniversumistkrank
Deine Freundin scheint schlecht beraten worden.
Ein zweistelliger Zinssatz ist mir aus keinem Förderprogramm bekannt.
Die Erreichung einer Effizienzhausstufe kann tricky sein. Kenne das Haus nicht und kann es deshalb nicht beurteilen wie hoch der Aufwand ist.
Für solche Fälle gibt's die Einzelmaßnahmen. Hab noch kein Projekt gehabt, das dort nichts bekommen hat. Da geht immer was.
@anneroth
@Jerschte @anneroth
Das war das Kreditangebot ihrer Bank.. Kleines Reihenhaus Baujahr 58 in der teuren Großstadt sogar, aber Grundschuld keine Option weil Erbbaurecht. Baulich noch viel im Originalzustand, also erstmal Schlitze stemmen für eine komplett neue Elektrik...
Niedertemperaturkessel ist 13 Jahre alt, bleibt erstmal drin.Fensteraustausch wenn genug Geld angespart ist Kaltdach dämmt sie jetzt in Eigenleistung (Gaubeneinbau zu teuer), Außenwand 24 cm diverse Materialien... 1/2
@Jerschte @anneroth
Wegen teurer Großstadt sind die Handwerksbetriebe eben auch teurer, d.h. Eigenleistung ist ihre einzige Option und dann gibt es auch Zuschüsse für EInzelmaßnahmen (oder?)
Für solche Konstellationen (einkommensschwache Vermieter*innen, die günstig vermieten und selber zur Miete wohnen bei hohem Sanierungsbedarf) gibt es bisher meines Wissens im Gesetz keine sinnvolle Fördermöglichkeit. Langjährige (bis in die nächste Geeration) zinsgünstige staatliche Kredite würden helfen.
@meinParalleluniversumistkrank
Hört sich nicht so an als ob da ein Energieberater eingebunden ist.
Banken haben oft kein Bock auf KfW-Kredite, da Profite geringer sind. Da muss man schon genau wissen was man will und hart bleiben wenn man in die Verhandlung geht.
Grundsätzlich ist auch Eigenleistung förderfähig, sowohl Zuschüsse als auch Kredit. Dann allerdings nur für Material, keine Arbeitsleistung.
Hier mal die aktuellen Konditionen für Einzelmaßnahmen
@anneroth
@Jerschte @anneroth Vielen Dank für die Auflistung! Das Problem ist aber doch, dass sie das Haus nicht selbst bewohnt, sie wohnt selber zur Miete. Es ist zwar ihr alleiniges Wohneigentum, aber eben vermietet und bei Vermietung würde sie den Kredit nicht bekommen, oder? Dann blieben nur die EInzelmaßnahmen und da fehlt ihr das Geld für den Eigenanteil. Energieberater war da, um Förderkonditionen zu erfüllen braucht es viel Kapital...

@meinParalleluniversumistkrank
Der Ergänzungskredit 359 ist auch für Vermieter. 359-plus (noch geringere Zinssätze) ist nur für Selbstnutzer.

@anneroth

@Jerschte @anneroth Dankeschön. Dann leite ich das an alle, die ich kenne, die auch einen Sanierungsstau geerbt haben... Das wäre dann für Material von Holz (Tragwerksertüchtigung) über Dämmstoff bis zum Kompriband? Wenigstens etwas. Besser wäre es, wenn alle mit wenig Einkommen für ihr einziges Wohneigentum günstige Kredite bekämen...Das sind ja oft gleichzeitig die Gebäude, wo die 0,14 für die oberste Geschossdecke statisch zum Problem werden, also die mit den höheren Kosten.
@meinParalleluniversumistkrank
Für energetische Ertüchtigung: Ja, sogar die Entsorgung beim Abriss ist förderfähig. Tragwerksertüchtigung muss im Einzelfall betrachtet werden, wie diese in energetische Ertüchtigung eingebunden ist.
ABER: Antrag muss VOR Beginn der Arbeiten gestellt werden!
Deshalb: wer keine Ahnung hat sollte als erstes einen iSFP erstellen lassen. Für geringes Geld (80% Förderung) bekommt 1 einen Überblick über Ist-Zustand und mögliche Maßnahmen und Förderungen.
@anneroth
@meinParalleluniversumistkrank
Die einkommensabhängigen Boni sind nur für Eigennutzer:innen. Alle anderen Zuschüsse und Kredite erhalten auch Vermieter.
Um welches Förderprogramm geht es?
Hab gerade mal die Richtlinie für Einzelmaßnahmen von 2020 überflogen. Da stehen die gleichen Fördergrenzen drin wie in der aktuellen.
@anneroth