Frage zu KI-basierten #Gebärdendolmetscher​n: Die #DGS Lösung von Charamel (https://www.charamel.com) scheint derzeit nicht viel zu taugen und stößt daher in der Community auf große Skepsis (https://www.gmu.de/kogeba-stellungnahme-uebersetzung-gebaerdensprach-avatare/).

Das #ASL #BSL Angebot von https://www.signapse.ai wirkt auf einen Außenstehenden wie mich deutlich besser. Da ich das aber nicht bewerten kann, suche ich zuverlässige Informationen von über die Akzeptanz in der Community. Kann mir da jemand helfen? Wie seht Ihr hier generell die Perspektiven? #A11y #AI# Accessibility

Charamel - Living.Communication

Charamel entwickelt interaktive Lösungen mit Avataren zum Einsatz in der Mensch-Maschine Kommunikation , die eine effizientere Kommunikation und Bedienung ermöglicht.

@coe Hallo Christian, leider ist Informationsaustausch von gl und Vertreter*innen von Gehörlosenverbänden/D nicht hier im Fediverse gegeben, vielmehr auf FB/Insta.

Die "Skepsis" in der Gl Community ist jedoch nicht generell auf technische DGS Avatar Umsetzung zurückzuführen, sondern hat vielmehr ethischen Hintergrund, so auch dem von Dir genannten Link zu GMU zu entnehmen.

Vielleicht hilft hier diese Zusammenfassung von taubenschlag zum besseren Verständnis: https://www.taubenschlag.de/2023/12/gebaerdensprachavatar-stellungnahme-bekommt-antwort/

1/3

@coe
Zu Perspektiven kann ich nur auflisten: erst wenn Barrierefreiheit für Hörbehinderte und Gehörlose vor allem gesellschaftlich-politisch als bundesweiter Grundstein so gelegt ist, dass Forschung der Gebärdensprache, Entwicklung bundesweit einheitlicher Gesetzgebung zur Teilhabe am gesellschaftl. Leben für Gl gegeben ist, dann dürften digitale Entwicklungen weniger Skepsis erfahren. Bis jetzt gibt es zu wenig Akzeptanz auf allen Seiten.

2/3

@coe

Hinweis signapse.ai ist im englischsprachigen Raum angesiedelt, hier UK, mit Angebot in ASL (American Sign Language) und BSL (British Sign Language) [zur Erklärung für andere Lesende] - dort sind je nach Land (USA/UK/AUS/NZ u.w.) andere gesellschaftlich-politische Strukturen, die eine Entwicklung im digitalen Bereich durchaus schneller bewirken können als hier bei uns im föderalistischen D.

3/3

@elomenelomina Vielen Dank, ich verstehe jetzt, dass die Akzeptanz aus der Community neben rein technischen Fragen (Darstellungsqualität der Übersetzungen) auch von ethisch-kulturelle Fragen abhängig ist. Rein visuell fand ich Signapse erst einmal sehr ansprechend im Gegensatz zu den leblosen Avataren bei Charamel – die sind auch für mich als Außenstehenden sehr „uncanny valley“. Aber offenbar ist der kulturelle Aspekt bei diesen Lösungen aus Sicht der Community noch nicht hinreichend beleuchtet.

1/2

@elomenelomina Damit ich es noch besser verstehe eine Analogie: Im Bereich akustischer Kommunikation ist es inzwischen alltäglich, es mit synthetisierten Stimmen (mal qualitativ besser, mal weniger) zu tun zu haben. Zum Beispiel: Ansagen am Bahnhof, Sprachassistenten auf mobilen Geräten oder Screenreader. Alles nicht so perfekt wie menschliche Kommunikation, doch wenn der Nutzen den Nachteil der holperigen Stimmsynthese überwiegt, wird es generell akzeptiert.

Deshalb die Frage. Wenn man als gehörloser Mensch die Wahl hätte zwischen durchgängig gebärdeten digitalen Angeboten mit gewissen qualitativen und kulturellen Einschränkungen und einer quantitativ im Internet sehr eingeschränkten, dafür hochwertigen menschlichen Übersetzung: Welcher Nutzen überwiegt dann welchen Nachteil?

2/2

@coe
Ich vollziehe die Analogie gut nach.

Selbst ziehe die textbasierten Anwendungen (Untertitel) vor, kann daher keine objektiven AW liefern.

Wie eben bereits erwähnt (https://mastodon.social/@elomenelomina/112711242890157138), muss erst der Konsens gefunden werden - mE muss da zwischen den Gehörlosenverbänden aller BL erst einmal grundsätzlich eine übereinstimmende Haltung ggü Avatare und der angewandten DGS geschaffen werden.

@coe Stimme Dir völlig zu:
"leblose Avatare" von Charamel vs. Signapse.

Zu "kulturelle Aspekt bei diesen Lösungen aus Sicht der Community noch nicht hinreichend beleuchtet":

Da muss ich weiter ausholen, denn imho geht es auch darum: die DGS ist regional unterschiedlich, ist keinesfalls einheitlich - in der Syntax ja, aber Gebärden-Vokabeln sind von BL zu BL unterschiedlich. "Wasser" wird in Hamburg anders gebärdet als in Bayern. Deswegen erwähnte ich die Forschung der Gebärdensprache. 1/2

@coe

Das bedeutet, es muss parallel bei der Avatar Entwicklung auch ein Konsens gefunden werden.

(Menschl.) DGS Dolmetscher*innen kennen die jeweilige regionalen DGS Vokabeln in dem BL, in dem sie zum Einsatz kommen.

2/2