Radfahren ist gefährlich nur wegen der Autos.

Welches ist die Konsequenz, die man daraus ziehen sollte? Erörtern Sie!

@CGdoppelpunkt erstens ist die aussage falsch, wie der hohe prozentsatz an alleinunfällen in der statistik zeigt.

zweitens kann man's einfach bleiben lassen und zu fuss gehen oder öffis benutzen.

@cm @CGdoppelpunkt Wie viele Alleinunfälle gibt es denn in Utrecht oder Houten?
@neuimneuland @CGdoppelpunkt ich versteh die frage nicht.
@cm @CGdoppelpunkt So schwer ist die doch wirklich nicht.
@neuimneuland @CGdoppelpunkt OK, präzisiert: ich versteh nicht, worauf du hinaus willst. gelten dort andere physikalische gesetze? friert es zB im winter nicht? (weil die letzten beiden alleinunfälle mit krankenhausbesuch in meinem umfeld war dieselbe person, die zwei mal auf eis ausgerutscht ist)

@cm @neuimneuland

Das Thema Alleinunfälle lenkt vom eigentlichen Thema ab: der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch den Straßenverkehr mit Kfz. Man fällt auch zuhause von der Leiter oder purzelt die Treppe hinunter. Das ist irrelevant. Es geht um Fremdverschulden im Umgang mit gefährlichen Geräten in der Öffentlichkeit.

@CGdoppelpunkt @neuimneuland "gefährliche geräte", wie sie hier unter dem hashtag carryshitolympics verherrlicht werden?

schön aber, daß du dein hobby nicht als straßenverkehr ansiehst.

@cm @neuimneuland

Hobby: Nein, kein Hobby. Ich nutze das Rad ausschließlich für den Alltagsverkehr: zur Arbeit, zum Einkaufen, zu Behördengängen.

Gefährliche Geräte: Es wird dich überraschen, aber unser Staat und unser Rechtssystem sehen das so. Darum ist das Benützen solcher Geräte in der Öffentlichkeit streng verboten, außer es wurde eine an hohe Hürden gebundene (und teure) Genehmigung erteilt (vulgo Führerschein).

Du solltest die diesen Umstand stärker bewusst machen.

@cm @neuimneuland

Und nochmals "Hobby": Mir schwante schon in deiner ersten Zuschrift, dass du das Rad mental als "Hobbygerät, Kinderspielzeug" abgelegt hast. Offenbar kennst du niemanden, für den das Rad ein wichtiges Verkehrsmittel ist. Es gibt aber viele solcher Leute. Für manche ist es sogar das wichtigste. Und diese Leute haben das gleiche Recht, sich (sicher) fortzubewegen, wie alle anderen auch. Oder nicht?

@CGdoppelpunkt @neuimneuland jein.

mein prinzipielles problem mit der radbubble hier ist, daß sie so tut, als wäre das rad die einzige lösung für eine verkehrswende, und damit energie und geld (radwege sind ja auch nicht gratis) wegnimmt von einer wirklichen verkehrswende, die primär aus massiv verbesserten öffis bestünde.

ich kenn in wien eine menge leute, die rad fahren, aber eigentlich niemanden, der darauf angewiesen wäre -- weil die öffis so gut sind.

@cm @CGdoppelpunkt Viele Menschen nehmen schon für Strecken mit 0,5 bis 1 km Länge das Auto, dessen Anteil liegt auf solchen Wegen bereits bei ca. einem Drittel. Bei Wegen mit 1 bis 1,5 km Länge ist das Auto bereits das meistgenutzte Verkehrsmittel. Für solche Wege primär auf ÖPNV zu setzen ist bestenfalls in zentralen Lagen sehr großer Städte machbar. Ansonsten geht man solche Wege einfach zu Fuß oder nimmt das Rad.
@neuimneuland @CGdoppelpunkt was man natürlich auch tun könnte: mit einem elektrischen motorroller fahren. schon hat man ein fahrzeug, bei dem zumindest minimal sicherheitsstandards üerprüft werden, kann sich adäquate sicherheitskleidung anziehen, und wenns regnet oder schneit, ist es genauso scheisse wie mit dem fahrrad.
@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt Das können eben nicht alle tun, und zwar wesentlich weniger als Fahrrad fahren. Du argumentierst mit mangelnder Accessibility gegen autoarme(!) Wohnstraßen und setzt gleichzeitig voraus, dass alle Verkehrsteilnehmer über 16 sind, einen Führerschein besitzen und genug Geld für diesen und den E-Roller haben. (1/2)
@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt Das schließt Kinder und viele Jugendliche, Arme und Menschen mit verschiedenen Behinderungen und körperlichen und geistigen Einschränkungen aus (Krankheit, hohes Alter), die alle eine Form von Fahrrad fahren könnten. (2/2)
@Flo_Rian @neuimneuland @CGdoppelpunkt sorry, aber wieso sollte jemand mit einschränkungen besser fahrrad fahren können als einen roller? wo das radfahren deutlich mehr körperliche koordination voraussetzt?
@Flo_Rian @neuimneuland @CGdoppelpunkt (übrigens hab ich immer von öffis first geschrieben und den roller nur als bessere alternative zum fahrrad genannt)

@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt Fahr mal mit Gleichgewichtsstörungen, motorischen Einschränkungen Motorroller. Das ist mit einem Dreirad oder Liegerad viel leichter. Beispiel: https://hirnstiftung.org/2023/06/liegeradfahrt-mit-ms/

Menschen mit kognitiven oder motorischen Einschränkungen (dazu gehören auch Kinder und Hochbetagte) profitieren auch vom geringeren Tempo im Radverkehr gegenüber dem Kfz-Verkehr.

Bad Brückenau: Liegeradfahrt für MS-Betroffene

Die Selbsthilfegruppe mit-MS-aktiv Bad Brückenau organisiert jedes Jahr eine Liegeradfahrt. Wir unterstützen das mit 500 Euro aus Spenden.

Deutsche Hirnstiftung
@Flo_Rian @neuimneuland @CGdoppelpunkt sorry, ich dachte jetzt an "gewöhnliche" fahrräder, so mit 2 rädern hintereinander, nicht an irgendwelche spezialkonstruktionen.
@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt Ich dachte, dir ist Barrierefreiheit so wichtig und Radfahrer sind Egoisten, die freiwillig Radfahren? Wie sieht denn die *individuelle* Mobilität von Menschen unter 16 aus ohne Rad? Zu Fuß laufen! Wie sieht die von Menschen im Rollstuhl aus? Noch weniger, im Rollstuhl schafft man ca. 2 km/h!
@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt ganz zu schweigen von den vielen Menschen, die sich kein Fahrzeug für Tausende € leisten können oder dessen Unterhalt. Wie sieht deren individuelle Mobilität ohne Rad aus?
@Flo_Rian @neuimneuland @CGdoppelpunkt ich kenn auch einige leute mit wenig geld -- niemand davon fährt mit dem rad.
@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt Also haben sie entweder keine individuelle Mobilität abseits von Laufen oder sind gezwungen, einen großen Teil ihres Geldes für ein Auto auszugeben. Bist du sicher, dass sie freiwillig kein Rad fahren, obwohl sie es könnten?
@Flo_Rian @neuimneuland @CGdoppelpunkt die sind allesamt in wien daheim und fahren öffi.
@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt Also keine gar individuelle Mobilität 🤷
@cm @neuimneuland @CGdoppelpunkt Ich glaube, es wäre gut, wenn du mal aus deiner Wien-Bubble rauskämst. In den allermeisten Fällen ist auch perfekter ÖPNV keine vollwertige Alternative zu individueller Mobilität und kostet zudem deutlich mehr Geld als Rad- & Fußverkehr. Das schließt wieder große Teile der Gesellschaft aus oder belastet sie zumindest finanziell. Das wiederum limitiert ihre gesellschaftliche Teilhabe, da sie weniger Geld übrig haben.
@Flo_Rian @cm @CGdoppelpunkt Auf kurzen Strecken ist ÖPNV zudem zunehmend ineffizient. Wenn man 500 Meter zur Haltestelle geht und an der Ziel-Haltestelle noch mal 500 Meter zum eigentlichen Ziel, ist ÖPNV bei Wegen bis 2 km schon ziemlicher Unfug. Da ist man mit dem Rad viel schneller und zu Fuß kaum langsamer als ÖPNV. Auf längeren Wegen ist ein Hybrid aus Fahrrad und ÖPNV oft sinnvoll, z.B. mit dem Rad zum Bahnhof, mit dem ÖPNV weiter zur Arbeitsstelle.