Seit Rund 10 Jahren beschäftigt das Projekt DEAL die deutsche Bibliothekswelt. Doch was genau ist DEAL? Das erklärt Petra Labriga @petralabriga in unserem neuen Video.

#ProjektDEAL
https://youtu.be/_oyG-ViwzfQ

ZB MED erklärt: Projekt DEAL

YouTube
Oh je, liebe Kolleg*innen, was ist euch denn passiert? Lassen Bibliotheken ihre Erläuterung des DEAL jetzt direkt von den Marketing-Abteilungen von Wiley und Springer verfassen? Werft vielleicht mal einen Blick darauf, wie renommierte Leute aus der Forschung den DEAL sehen, z.B. hier: https://www.laborjournal.de/editorials/m_2871.php
Keine DEALs mit unseren Papern!

Der OpenAccessVertrag mit dem Verlagsriesen Elsevier bringt nur nicht viel er zementiert den unguten Status quo des akademischen Publizierens

Laborjournal
@Lambo
@ZBMED
@petralabriga
Die Aussage im Video "... Über viele Jahrzehnte haben #Bibliotheken weltweit sehr viel Geld ausgegeben für die Leserechte von wissenschaftlichen Zeitschriften ... die Kosten sind explodiert... Also ist angedacht worden, das nennt man Transformation, dass sich die Kosten verschieben" fasst gut zusammen, wie verzerrt der Transformationsgedanke in der #OA-Welt inzwischen gedacht wird. Für mich sind daher auch viele der gängigen OA-Veranstaltungen nur noch schwer zu ertragen, wenn es um "#Informationsbudget" oder #Publikationskosten geht. #OpenAccessTransformation #OATransformation #DEAL #OpenAccess #OpenScience

@Lambo Das ist jetzt weniger Verlags-PR als schlicht die innere (Erwerbungs-)Sicht der Bibliotheken. Weshalb ja auch die TIB bei DEAL dabei ist. @petralabriga ist daher als Kollegin persönlich nicht weniger zu schätzen wie die Verantwortlichen aus Deinem Haus.

Strukturell ist das Video ein Musterbeispiel für das, was ich *Krückstock schwing* seit vielen Jahren wiederhole: Großverlage und Bibliotheken bilden eine Koalition gegen die Wissenschaft.

Deshalb *räusper*:

https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/bfp-2024-0008/html

Subprime Impact Crisis. Bibliotheken, Politik und digitale Souveränität

Zusammenfassung In nahezu allen Etappen des Forschungszyklus ist eine zunehmende Abhängigkeit von wenigen kommerziellen Anbietern zu sehen, wobei diese Anbieter teils direkt begrenzen, was der Forschung an Arbeitsmöglichkeiten und Fragestellungen erreichbar ist. Hierauf reagieren Politik, Förderer und Governance mit dem Versuch, digitale Souveränität zu stärken. In den konkreten Maßnahmen treffen sie sich dabei mit Konzepten von Open Science, die ebenfalls wissenschaftliche und gesellschaftliche Relevanz bei Sicherung der Wissenschaftsautonomie und Wahlfreiheit zu verbinden suchen. Als zentraler Punkt erweist sich eine Veränderung der Renommeestrukturen, die sich direkt auf die infrastrukturellen Anforderungen wie dem aufgeschwemmten und fehlgeleiteten Publikationswesen auswirkt. Eine Stärkung von Open Science und der digitalen Souveränität in den wissenschaftlichen Infrastrukturen ermöglicht dabei auch verbesserte gesellschaftliche Verpflichtung von Wissenschaft und dadurch, den Einfluss der „Merchants of Doubt“ und der von ihnen betriebenen Wissenschaftsskepsis zurückzudrängen. Dies erfordert auch entsprechende Anstrengungen seitens der Bibliotheken.

De Gruyter
@RenkeSiems
Da geb ich dir recht, guter Einwand Renke - es gibt eine Rolle von Bibliotheken im DEAL-Spiel, mit der diese sich absolut anfreunden können, und das anscheinend auch tun.
Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: ich sprach hier als Bibliothekar, nicht jedoch als jemand, der an der TIB irgendwas mit den Deal-Verhandlungen zu tun hätte. Höchstens in der Hinsicht, dass ich für die TIB Formate wie das OS-Festival ins Leben rufe, wo DEAL auch mal offen kritisiert wird
@Lambo Und dieses Sortiment an Hüten haben ja viele. @petralabriga hatte mich ja als Sprecher über Tracking fürs Kölner OS-Festival geholt. Die Mimik der hinzugebetenen Verlagsvertreter war sehenswert. Aber das löst das Problem DEAL auch nicht.
@Lambo Hallo Lambert, danke für dein Feedback! Durch die freiwillige Deal-Unterstützung bietet ZB MED ihren Nutzenden den DEAL-Lesezugriff, wofür wir sehr viel positives Feedback bekommen. Unter dem Transformationsaspekt sehen auch wir DEAL kritisch und arbeiten an Verbesserung. Komm doch bei den OA-Tagen in Köln zur Fishbowl-Diskussion, da werden wir den Einfluss von DEAL auf die Publikationslandschaft auf Basis der Forschung diskutieren, garantiert kritisch und gerne mit Dir.
@petralabriga Schön dass ihr es kritisch seht. M.E. darf man das in so einem Video auch ruhig mal aussprechen, es ist ja schließlich euer eigenes Video.
@Lambo Wobei das halt (leider) nicht unbedingt die Mehrheitsmeinung unter den Forschenden ist. Viele sind einfach froh, in ihren etablierten Zeitschriften publizieren zu können, ohne das irgendwie zu hinterfragen...