Wer hierzulande für den Frieden demonstriert, der demonstriert auch gegen den Krieg. Bis dahin alles in Ordnung. Aber bitte, Russland führt einen Krieg gegen die Ukraine. Die Ukraine verteidigt ihr Land, führt also keinen Krieg. Warum dann also diese durchaus hehre Meinugsäußerung an Deutschland adressieren ? Das impliziert doch, das der Aggressor im Westen ist. Und jetzt bitte nicht wieder das Nato Lied anstimmen
Oder die in Russland einfach nur ein weißes Blatt Papier hochhalten? https://youtu.be/TbzV1it1YPY
@Nachtflug
Auf den persönlichen Wunsch nach Seelenruhe kann jede Seite verweisen. Das ist also kein Unterscheidungsmerkmal.
Diese Sichtweise ist vollständig im Einklang mit dem Weltbild des Konservatismus, interessanterweise aber nicht des Faschismus.
Der linke Teil ist am meisten vom Populismus geprägt. Sie glauben, das sei ein Kampf zwischen den Eliten. Es fehlt auch an Sensibilität für Vielfältigkeit und somit Diskriminierung. Außerdem sind viele gleichzeitig sozial-konservativ.
Sind halt keine Friedens-, sondern Diktatfriedensaktivist_innen.
"Enge Beziehungen" und Frieden sind in der Politik sehr oft zwei verschiedene Dinge.
Naja, eine Welt in der der Frieden nicht vorstellbar ist, ist denke ich eine grausame Welt, müssen immer Menschen sterben, wenn politische Systeme kollidieren?
Was ist der Krieg noch wert und warum sollte man Ihn überhaupt als unbeteiligter Bürger aktiv unterstützen.
Wessen Freiheit wird denn hier von wem, warum verteidigt?
Wer sagt denn, das wir als einfache Bürger überhaupt einen Unterschied feststellen würden zwischen den politischen Systemen ;).
Immer wieder witzig, wenn Leute hierzulande in intakten Wohnungen mit Strom, Wasser und Internet sitzen, unkastiert, ungefolter, unvergwaltigt, die Kinder nicht nach ruZZland verschleppt.... und sich dann fragen, welche Freiheit in der Ukraine eigentlich verteidigt wird.
Wenn Sie keinen Unterschied zwischen den Systemen (weiß jetzt nicht, welche Systeme Sie meinen), dann machen Sie doch mal folgenden Feldversuch: Nehmen Sie ein weißes Blatt Papier und stellen Sie sich damit 1. auf den Alexanerplatz Berlin, 2. auf den Maidan in Kyjiw und 3. vor den Kreml in Moskau. Vielleicht sehen Sie dann klarer.
@helgenug @afelia
Finde ich persönlich in Anbetracht der derzeitigen politischen Entwicklung Deutschlands, sowie der aktuellen Entwicklung des Völkerrechtes sehr emotionsarm.
Letztendlich stellt sich die Frage, in welcher Form hier der Widerstand organisiert wird.
Inwieweit die Bevölkerung oder Teile einen Unterschied erkennen, hierzu könnte man ja mal die Aktivisten der Letzten Generation befragen, welche mit massiven Repressionen belegt werden.
Es gehört zu dem, was unter Besatzung, mitunter auch unter Frieden firmiert, aber lediglich eine andere Form des Krieges ist. Zitat Oleksandra Madwitschuk: "Occupation ist not a peace. Occupation is just another form of the war. [...] Occupation means torture, sexual violence, filtration camps, denial of your identity, forcible adoption of your own children."
(Q: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Friedensnobelpreistraegerin-Matwijtschuk-wuenscht-sich-Waffen-englisch,audio1564006.html)
Die Ukrainer_innen haben derzeit die Wahl, entweder an die Front zu gehen und dort, ja, sehr wahrscheinlich zu sterben, oder unter putinruZZische Besatzung zu geraten und dort *ganz sicher* zu sterben; nämlich entweder physisch in Folterkellern oder kulturell/in den Köpfen durch putins Ethnozid. Die verschleppten Kinder indes werden russifiziert, in Nashi und/oder Junarmija eingegliedert und in putins nächstem Krieg verheizt.
Bitte erklären Sie mir, mit welchem Recht Sie sich herausnehmen, den Ukrainer_innen die zweite Option und damit den sicheren Tod nahezulegen.
Mit jemandem über Frieden verhandeln, dessen Sprache die Gewalt ist. Viel Glück dabei.
Andere Möglichkeiten wurden zur Genüge nicht nur ausgelotet; sie wurden sogar ausprobiert. Und die Ukraine wurde enttäuscht, immer und immer und immer wieder. Wie oft wollen wir denn noch in neuen Welten aufwachen und sagen "Ja, also damit hat ja nun wirklich niemand rechnen können. Dass er soweit gehen würde, haben wir alle nicht für möglich gehalten, Bis zum Schluss haben wir geglaubt..." usw.? Jedes Mal dieselbe Scheiße: russland wendet Vertrags- und völkerrechtswidrig Gewalt an, die Welt zeigt sich zuerst schockiert, dann gutmütig und nötig schließlich das Opfer der russ. Aggression, mit russland Verträge zu schließen. Dann ist eine Zeit lang Friedhofs-)Ruhe, dann geht alles von vorne los.
Frieden muss immer das Ziel sein, ja. Aber es muss ein Frieden sein, der seiner Semantik gerecht wird; ein Frieden i.S. sowohl conjunctive als auch der conditional meaning von #NoJusticeNoPeace .
Gibt noch weitere Alternativen: putin könnte sich bspw. aus der Ukraine verpissen. Es könnte einen nichtputinistischen Volksaufstand in russland geben oder eine nichtputinistische Palastrevolte; Stimmrechtsentzug ruZZlands im UNSC, damit Ermöglichung eines Blauhelmeinsatzes uswusf. Nur, bis irgendwas davon eintritt, gibt es halt keine Alternative zur indiv./koll. Selbstverteidigung der Ukraine. Von der Nichtakzeptanz des Völkerrechtsbruchs profitiert in erster Linie das Völkerrecht.
"wäre es besser, für Krieg mit Russland zu demonstrieren ??[...]"
➡️ Es wäre besser, für einen Frieden zu demonstrieren, der diese Bezeichnung auch verdient. Es wäre besser, den Aggressor eindeutig zu bennen. Es wäre besser, klarzustellen, mit welchen Verhandlungen dieser Krieg enden wird, nämlich mit Gerichtsverhandlungen in Den Haag.
"[...]Ich halte mich da lieber an Scholz, es gibt einen Konflikt, aber der darf nicht erweitert werden."
➡️ Genau dieses Ziel wird er mit seiner derzeitigen Strategie verfehlen, denn sie signalisiert putinruZZland wie auch allen anderen Imperialisten, dass es... na ja, vielleicht nicht schön ist, andere Länder zu überfallen, aber zumindest in Etappen zum Ziel führt.
@helgenug @afelia
Wer Täter und wer Opfer ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Was ich aber nicht gut finde, dass die Ukraine regelrecht gezwungen ist, den Krieg fortzusetzen. Sie wird für den Krieg unterstützt.
Was ich auch nicht gut finde, dass Verhandlungen bereits zu Beginn unterbunden wurden, jetzt ausgeschlossen werden.
Um Russland zu "besiegen" würde die Ukraine nukleare Waffen benötigen. Das macht vielleicht die Sinnlosigkeit der Forderung und auch Aufforderung deutlich.
Man kann die Ukraine auch als Opfer der Geopolitik sehen.
Es ist ja keineswegs so, dass es keine Vorgeschichte gäbe.
Ein Signal, man könne einfach so Krieg führen, das kann ich überhaupt nicht erkennen.
Die Russen dürften alles andere als glücklich mit dem Kriegsverlauf und den Folgen sein.
Und sollten bspw. die derzeitigen Fronten eingefroren werden, dann sind sie ja auch gezwungen, alles neu aufzubauen.
Das ruft sicherlich nicht zum Nachahmen auf.
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„Wer Täter und wer Opfer ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Was ich aber nicht gut finde, dass die Ukraine regelrecht gezwungen ist, den Krieg fortzusetzen. Sie wird für den Krieg unterstützt.[...]“
➡️ Nein. Die Ukraine wird nicht für den Krieg unterstützt, sondern für die Wahrnehmung Ihres Rechts auf indidivuelle Selbstverteidigung. Es ist putinruZZland, das den Krieg führt, unterstützt und unterstützt wird.
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„[...]Was ich auch nicht gut finde, dass Verhandlungen bereits zu Beginn unterbunden wurden, jetzt ausgeschlossen werden.[...]“
➡️ https://www.deutschlandfunk.de/russland-und-die-ukraine-der-lange-weg-von-friedensverhandlungen-dlf-de6ddcd7-100.html
Die Verhandlungen wurden beendet, weil Butscha ans Licht kam und Maruipol geschah. Unabhängig davon sind verhandlungen mit putin vertane Zeit. Welcher Vertrag auch immer am Ende dabei herauskäme, er wäre das Papier nicht wert, auf dem er steht, denn putin scheißt auf Verträge und bricht sie früher oder später. Die Ukraine und ihre Bevölkerung haben das durch viel Leid am eigenen Leib gelernt, hiesige Diplomatiebefürworter_innen scheinbar noch nicht.
Warum die Bemühungen um Frieden zwischen Russland und der Ukraine bisher gescheitert sind und wie es weitergehen könnte.
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„[...]Um Russland zu "besiegen" würde die Ukraine nukleare Waffen benötigen. Das macht vielleicht die Sinnlosigkeit der Forderung und auch Aufforderung deutlich.[...]“
➡️ Ach, schau an, ein weiterer Absolvent der Erich-Vad-Universität für Militärprognostik.
🤡
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„[...]Man kann die Ukraine auch als Opfer der Geopolitik sehen.
Es ist ja keineswegs so, dass es keine Vorgeschichte gäbe.[...]“
➡️ Oh, man. Ernsthaft? Es gibt vom völkerrechtlichen Gewaltverbot ( #Art2Abs4UNCharta ) exakt 2 Ausnahmen: Recht auf indiv./koll. Selbstverteidigung (Art. 51 UNCharta) i.F. eines bewaffneten Angriffs oder Ermächtigung des UNSC (Kap VII UNCharta). Welche Vorgeschichte ist I.A.n. geeignet, eine der beiden Ausnahmen zur Anwendung zu bringen?
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„[...]Ein Signal, man könne einfach so Krieg führen, das kann ich überhaupt nicht erkennen.
Die Russen dürften alles andere als glücklich mit dem Kriegsverlauf und den Folgen sein.[...]“
➡️ 🇷🇺s Taktik ist „Nimm 5 Kekse, leg 3 zurück. Warte. Warte noch. Warte noch ein bisschen. Nimm weitere 5 Kekse, lege wieder 3 zurück.“ Marx hat das schon 1853 beschrieben: „Counting on the cowardice and apprehensions of the Western powers, he [the Tsar] bullies Europe, and pushes his demands as far as possible, in order to appear magnanimous afterwards, by contenting himself with what he immediately wanted.“ (NY Daily Tribune 05.08.1853). Bei der Krym, beim Donbass, Südossetien, Abchasien, jedes Mal hat die Welt Maulaffen feilgehalten, anstatt das Völkerrecht zu stärken und anzuwenden.
Dass die Russen mit Verlauf und Folgen des Krieges unzufrieden sind, ist 1. eine ungerechtfertigte Pauschalisierung und 2. bedeutet eine Unzufriedenheit mit VuFdK ja nicht, dass man automatisch für ein Kriegende plädiert.
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„[...]Und sollten bspw. die derzeitigen Fronten eingefroren werden, dann sind sie ja auch gezwungen, alles neu aufzubauen.
Das ruft sicherlich nicht zum Nachahmen auf.[...]“
➡️ [i] Stimmt, weil Aufbauen ja auch so gar nicht die Wirtschaft stärkt und Menschen keine Beschäftigung gibt, mithin dem Regime Null Zustimmung verschafft. [\i]
@helgenug
"Welche Vorgeschichte ist I.A.n. geeignet, eine der beiden Ausnahmen zur Anwendung zu bringen?"
Fragen sie das mal Fischer, der hat sicherlich eine Antwort.
Ich lehne Krieg ab, hatte auch aus Gewissensgründen den Wehrdienst verweigert