#Eurovision2024:

"Die Aufgeregten waren nicht sauer, dass wir #Nemo nicht #misgendern sollten. Sie waren sauer darüber, dass sie scheiterten, diese Aufforderung umzusetzen. Daher fühlten sie sich dumm & unzulänglich, & das machte sie aggressiv."

https://www.freitag.de/autoren/tadzio-mueller/nemo-und-nonbinaritaet-deutschland-ist-mal-wieder-ueberfordert

Nemo und Nonbinarität: Deutschland ist mal wieder überfordert

Scheitern am Versuch, eine nonbinäre Person wie Sänger*in Nemo nicht zu misgendern? Das ist harte intellektuelle Arbeit. Aber es lohnt sich, findet unser Autor

@muellertadzio Das englische They / them geht ganz gut. Hab ich bei D&D gemerkt. Wie im englischen auch sprach man ja dereinst den Adel so an. "Euer Durchlaucht. Euer Dackel muss ausgeführt werden. Sonst werden eure Jüngsten es machen müssen, und die mögen es so gar nicht um diese Tageszeit. Würdet ihr dies nun endlich anfangen?"

@muellertadzio Ja, die Erkenntnis ist leider bekannt (nicht nur beim Thema Gender), ebenso die Ansage, einfach den Namen zu verwenden. Das vermeidet zumindest die ganz offensichtliche, sprachliche Vergeschlechtlichung. Die vielen praktischen Probleme sind dann noch mal eine andere Sache.

So ganz persönlich möchte ich anfügen: Ich merke, wenn sich wer Mühe gibt. Und allein das macht ein warmes Gefühl. Perfektion ist überhaupt nicht erforderlich, sondern Achtsamkeit und Wollen.

Dann könnten wir alle sehr entspannt miteinander umgehen.

Ich merke aber auch, wenn sich keine Mühe gegeben wird - bewusste Ignoranz - oder gar absichtlich misgendered wird - Feindlichkeit. Erst dann eskaliere ich normalerweise.

@muellertadzio das ist, meiner Meinung nach, der springende Punkt bei vielen gesellschaftlichen Debatten.
#meToo hat aufgezeigt, dass sexuelle Belästigung ein breites Spektrum ist und das sehr, sehr viele sich mindestens einmal im Leben falsch verhalten haben. Anstatt zu sagen: "da habe ich was falsch gemacht. Tut mir leid, ich werde an mir arbeiten", zieht man das Thema in den Dreck.
Oder man leugnet den #Klimawandel, anstatt zu sagen: "ich bin schon mehrmals in Urlaub geflogen. Das war nicht gut. Ab jetzt mache das nicht mehr."

Ich habe lange keine Alternativtexte geschrieben, bis ich darauf aufmerksam gemacht wurde. Ist blöd gewesen und ich versuche, das ab sofort immer umzusetzen.

Gibt so viele Beispiele..

@muellertadzio
Ich habe mich mal in einer Kurzgeschichte daran versucht und es als Herausforderung *sehr* genossen. Weder der aus der Ich-Perspektive erzählenden Person noch ihrem Schwarm wird je ein Pronomen zugewiesen, wenn ich mich richtig erinnere 🙂
https://belletristica.com/de/books/17284-mitternachtsritt/chapter/63476-2019-09-18
Mitternachtsritt

Beitrag zur SiXTY-MiNUTES-Challenge am 01.09.2019 mit dem Prompt "Mitternachtsritt"

Belletristica
@muellertadzio In einem Land, das es seit Jahren nicht mal schafft, ein einziges Sommerloch nicht mit der Frage zu füllen, ob es der, die oder das Nutella heißt, obwohl diese Frage schon längst beantwortet ist (es heißt nutella - ohne artikel, weil es geschlechtslos ist), wird es wahrscheinlich ziemlich lange dauern, bis wir die einfache und grammatikalisch völlig unproblematische Idee in den Sprachgebrauch bringen werden, nonbinäre Menschen einfach mit dem Namen - ohne Artikel - zu benennen.