Ein Blick auf die Verkaufszahlen von Heckenpflanzen in Deutschland legt nahe, dass das ökologische Bewusstsein für Artenvielfalt im eigenen Garten fehlt. In vielen Gärten ist der blickdichte #Kirschlorbeer ungemein beliebt. Auch in der Schweiz - doch das soll sich ändern: Die invasive Art wird ab September verboten.
Hintergrund: https://www.3sat.de/wissen/nano/240411-beitrag-kirschlorbeer-und-co-sollten-invasive-arten-verboten-werden-nano-100.html?at_medium=Social%20Media&at_campaign=Mastodon&at_specific=3sat

#Nano #Artenvielfalt #Garten #Lorbeerkirsche

Kirschlorbeer & Co: Droht ein Verbot invasiver Arten?

Für die einen der immergrüne, blickdichte Traum, für die anderen, ein Umwelt-Albtraum. Naturschützer bezeichnen den Kirschlorbeer ökologisch so wertvoll wie eine Betonmauer.

3sat
@3sat Es ist allerdings auch deutlich schwieriger, an heimische Pflanzen zu kommen als an invasive Arten. Nach den heimischen muss man gezielt suchen, die invasiven werden einem von jeder Gärtnerei und jedem Gartenbaubetrieb nachgeschmissen.
@Nike_Leonhard Und wenn heimische Pflanzen angeboten werden, dann garantiert irgendwelche Sorten, die einen geringeren ökologischen Wert haben. @3sat

@sinnundverstand @Nike_Leonhard @3sat

Der Bericht ist gut, ich kannte die Problematik des Umhertragens der Samen bis in den Wald noch nicht.
Allerdings fehlte mir der Hinweis, dass die als Ersatz angebotene heimische Eibe hoch giftig ist.
Wir schauen seit Jahren, dass wir für Vögel und Insekten den Garten besser gestalten.
Haben allerdings auch schon bestehende alte Hainbuchenhecke und Liguster.

@sinchens_ Die Lorbeerkirsche ist ja ebenfalls giftig. Scheint bei der Pflanze skurrilerweise niemanden zu stören. @Nike_Leonhard @3sat
@sinnundverstand @Nike_Leonhard @3sat
Das weiß ich auch tatsächlich schon ewig...
Ich glaube allerdings auch, dass viele das ebenfalls nicht wissen wollen.
Auch Thuja ist giftig.
@sinnundverstand
In der Tat. Genau wie bei etlichen anderen gern gepflanzten Giftpflanzen (Goldregen, Fingerhut, Eisenhut, Engelstrompete ...)
@sinchens_ @3sat
@Nike_Leonhard @sinchens_ Bei heimischen Pflanzen wird es dann allzu gern problematisiert. Ich glaube, das Thema lädt Veränderungsunwillige und Klimwandelleugner*innen gerade ein, sich daran abzuarbeiten. Schon kurios, was man in Gartenkreisen dazu hört. Man identifiziert sich mit Kirschlorbeer und Schmetterlingsflieder etwa in dem Maße wie mit dem eigenen Auto. Dazu hörte ich beim DLF gestern eine ganz guten Beitrag (leider zu kurz und oberflächlich): https://www.deutschlandfunk.de/verkehrswende-warum-weniger-autofahren-auch-eine-identitaetsfrage-ist-dlf-43f5fed1-100.html @3sat
Warum weniger Autofahren auch eine Identitätsfrage ist

Das eigene Auto ist für viele Autofahrer ein Stück Indentität. Veränderungen beim Nutzungsverhalten fallen deswegen extrem schwer.

Deutschlandfunk
@sinnundverstand
Ach, sieh mal. Dass der Schmetterlingsflieder ein Neophyt ist, wusste ich gar nicht. Der wächst hier so häufig auf Ruderalflächen, dass ich den für heimisch gehalten habe.
@sinchens_ @3sat

@Nike_Leonhard Hier gibt es die Liste und einige weiterführende Links, u.a. zu einem PDF des BfN mit Abbildungen: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/invasive-arten/unionsliste.html.
Und bei NaturaDB kann man recht leicht feststellen, ob eine Pflanze als invasiver Neophyt gilt: https://www.naturadb.de/

@sinchens_ @3sat

EU-Liste der invasiven Arten: Erweiterte Fassung 2025 - NABU

In der „Unionsliste“ invasiver Arten benennt die EU Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen und daher der biologischen Vielfalt schaden können. Doch was sind eigentlich invasive Arten?

NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V.
@sinnundverstand @Nike_Leonhard @3sat Das mit dem Schmetterlingsflieder wusste ich auch nicht. Wollte eigentlich immer einen haben, aber nun nicht mehr.
@Nike_Leonhard @sinnundverstand @sinchens_ @3sat Wir sind umgeben von giftigen Pflanzen und Pilzen. Ist halt so und ist nicht schlimm. Man muss nur Menschen früh beibringen nicht alles in den Mund zu stecken.
@Nike_Leonhard Wohl wahr. Die großen Ketten sind da nicht gut aufgestellt. In spezialisierten Handel sieht es besser aus. Allerdings muss man sich dafür eben auch ein bisschen einlesen, direkte Beratung fehlt dann. Die Hobby-Gärtner*innen im Team sind hier schon wieder ganz enthusiastisch ;-)
@3sat Und es werden schlimme Gabionen-Hecken gepflanzt.
@Tontrug Das mussten wir erstmal in den Findhund werfen. Okay, Steinkörbe. Ja, auch semi-schön und ökologisch kaum sinnvoll.
@3sat Siehe auch "Gärten des Grauens"
@3sat ich suche gerade etwas schnellwachsendes als Sichtschutz um den Nachbarn den Frust auf meine Wärmepumpe zu nehmen. "Kirschlorbeer" wäre das naheliegendste, aber was wären Alternativen (also in allen Attributen vergleichbar)?
Möchte weder Biologe werden noch ein Vermögen ausgeben :)
@timoka Die in der Grafik unten genannten z.B.: Liguster, Eibe oder Hainbuche. Salweide ist auch hübsch und sie wird schnell dicht. Allerdings ist sie nicht immergrün, wie die anderen.
@3sat ach so ist die Grafik gemeint. Kam jetzt erst zum Anschauen. Vielleicht eine Alternative für den neuen Garten, aber weniger für das aktuelle Problem.
@timoka Ah, okay. Vielleicht eine Prunkwinde? Wächst sehr schnell und hat schöne, trichterförmige Blüten. Die ist dann im Herbst wieder weg und Du kannst was Längerfristiges pflanzen.

@3sat Taxus ist immergrün, aber giftig. "Immergrüner Liguster" ist so mittelgrün und der Hainbuche bleiben über den Winter einige braune Blätter.

Ich mag es, wenn in Beiträgen auf Probleme aufmerksam gemacht wird. Doch bezüglich immergrün und blickdicht bleibt nur der giftige Taxus. Der hat zu allem Überfluss sehr hübsche rote Beeren hat, das passt schon nicht in jedem Fall.

@3sat Man muss für so etwas überhaupt erst einmal ein Bewußtsein entwickeln. Wie viele Menschen haben Plastikzäune oder gar einen völlig indiskutablen #Schottergarten ? Wenn das einem alles nicht egal ist, informiert man sich auch und findet geeignete Pflanzen für Piepsies, Insekten & Co.