蘆鬚城 (Lo So Shing) ein Dorf mit weniger als 10 Häusern. Häuser dürfen auf der ganzen Insel übrigens nicht mehr als 3 Stockwerke haben. Autos sind bis auf Rettungsdienste und Behelfsfahrzeuge auch nicht erlaubt. Und noch mal: Auch das ist Hong Kong.
Und da in Hong Kong immer alles bergig ist, geht es auch hier sehr schnell sehr steil nach oben. Aber wie immer lohnt sich das allein für die Aussicht. Von hier kann man nun auch die schwimmenden Plattformen, Boote und das Dorf mit den Seafood Restaurants auf einen Blick sehen.
Entlang des Wanderwegs über den Gipfel der Insel liegen Glasfasern von mindestens drei Anbietern in diesen Rohren. Zwischendurch sahen wir auch wie ein einzeln stehendes neues Haus gerade angeschlossen wurde.
Ich stöber mal wieder durch meine Hong Kong Fotos von vor einem Jahr.
Tung Chung Crescent, Lantau Island.
Ach ja, witzige an diesem Gebäude ist ja: Es steht auf Stelzen.
海堤灣畔 (Seaview Crescent) Block 1 bis 3, Tung Chung, Lantau Island.
Hong Kong hat ja viele verschiedene spannende Verkehrsmittel. Aber wenn ich ein Lieblingsverkehrsmittel wählen müsste, dann wären es die Doppelstockstraßenbahnen.
Es gibt im Grunde nur eine Strecke mit einer kleinen zusätzlichen Abzweigung. Auf denen fahren aber genug Fahrzeuge, so dass man im Zentrum bei einem 90-Sekundentakt eigentlich nie wirklich auf eine Bahn warten muss.
Die Straßenbahnen sind bei dem Haltestellenabstand von 250 Metern echt nicht die schnellsten und brauchen für die 13km Strecken von Kennedy Town nach Shau Kei Wan fast 90 Minuten.
Aber vom oberen Deck aus das Gewusel der Stadt zu beobachten und sich dabei den warmen Fahrtwind durch das geöffnete Fenster durchs Haar wehen zu lassen und damit die Stadt nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören, zu riechen und zu fühlen ist einfach unschlagbar.
Auch die Sicht nach oben ist gut, weil man sich durch die offenen Fenster ein Stück nach außen lehnen kann. Und nach oben gibt es gerade in Hong Kong einiges zu sehen.
Wenn wir schon mal nach oben gucken: Die Trams haben übrigens keine Pantografen mit Bügelstromabnehmer, sondern einen Stangenstromabnehmer mit Schleifschuh wie bei einem Trolleybus. Und deswegen braucht es auch an der Oberleitung Weichen. Sogenannte Luftweichen.
Es ist natürlich auch nicht verboten nach unten zu gucken.
Gleisbauarbeiten finden einfach im laufenden Betrieb statt. Immer wenn eine Tram kommt, oder sich wenigstens ein paar Trams aufgestaut haben, werden die Arbeiten unterbrochen und die Straßenbahnen durchgewunken, und dann geht es weiter als wäre nichts gewesen.
Mit 3 Hongkongdollar (35 Cent) pro Fahrt ist es trotz der letzten verhältnismäßig starken Preiserhöhung von 15% ein ziemlich günstiges Verkehrsmittel. Bezahlt wird beim Austieg mit Octopus Karte oder mit Münzen die einfach in ein sehr Großes Sparschwein geworfen werden.
Die Lego-Tram für die ich 3 verschiedene Toys‘R‘Us Filialen abklappern musste, weil es diese limitierte Version nur in ihrem Flagshipstore in Tsim Sha Tsui gab, habe ich natürlich auch mit der Tram transportiert.
Ganz vergessen, die geöffneten Fenster sind natürlich auch praktisch, weil man dann auf den Fotos keine Spiegelungen hat.
Wenn ihr mal als Bewegtbild sehen wollt, wie es sich anfühlt auf dem beliebtesten Platz der ganzen Tram zu sitzen und was man dabei alles entdecken kann: Ich habe damals ein 36 Minuten langes Video gemacht.
https://www.youtube.com/watch?v=CHZRWFrrJjs
Hong Kong Tramways at night 4K (2023-02-17)
YouTubeZum Stadt angucken und genießen oder für kurze Strecken ist die Tram super. Ein bisschen langsam ist sie allerdings schon. Wenn’s also schnell gehen muss nimmt man dann lieber die parallel zur Tram verlaufende U-Bahn der Island Line.
Die MTR ist das wohl wichtigste Verkehrsmittel in Hong Kong und eins der modernsten U-Bahn-System der Welt. Mit 10 Linien mit teilweise einem 2-Minuten-Takt, transportiert sie täglich fast 5 Millionen Menschen. Die Linien unterscheiden teilweise voneinander. Leider habe ich viel zu wenig Bilder gemacht, deswegen kann ich euch nur ein paar wenige Linien vorstellen.
Die relativ neue South Island Line fährt vollautomatisch und man kann vorn raus gucken und hat den besten Blick auf das Innere der Tunnel.
Die deutlich längere East Rail line, fährt ganz in den Norden bis an die Grenze nach Shenzhen. Als wir vor einem Jahr da waren, war die Grenze noch dicht und wir konnten aus dem Bahnhof auch nicht raus um einen Blick auf die Stadt zu werfen. Dieses Jahr könnte man da mit deutschem Pass sogar ohne Visum rüber.
Es gibt aber noch einen anderen Zweig der Linie. Dieser führt zum neuen Grenzübergang Lok Ma Chau. Dort konnten wir Shenzhen immerhin vom Bahnsteig aus und aus dem Zug heraus sehen.
Aber zurück zur East Railway Line: Diese war früher teil einer anderen Eisenbahngesellschaft. Das kann man noch daran erkennen, dass die Bahnsteige, im Gegensatz zu den anderen Linien, keine Bahnsteigtüren haben. Die Kowloon–Canton Railway Corporation wurde dann 2007 von der MTR übernommen.
Ich weiß nicht warum, aber ich finde es schon ein bisschen befriedigend, wenn sich Bahnsteigtüren synchron zu den Zugtüren schließen.
Richtungsbahnsteige kennen wir ja hier auch. In Hong Kong werden die Tunnel zweier kreuzender Linien so geknotet, dass jenachdem an welchem der zwei aufeinanderfolgenden Bahnhöfen man umsteigt am gegenüberliegenden Gleis in die unterschiedlichen Richtungen der gleichen Linien fahren kann. Das ermöglicht sehr effiziente umsteige.
In welche Linie und Richtung man am aktuellen Halt umsteigen kann, wird auch in älteren Zügen mit kleinen Lampen auf dem Liniennetzplan über den Türen visualisiert.
Eine Linie der ganz besonderen Art ist die Disneyland Resort Line. Sie hat nur zwei Stationen und wie der Name schon vermuten lässt ist sie einzig und allein dazu da Menschen ins Disneyland zu bringen. Sei es zur Arbeit oder zum Spaß. Und genau so sieht sie auch aus.
Am anderen Ende der Linie ist genau nichts. Der Bahnhof Sunny Bay dient einzig und allein als Umsteigestation zur Disneyland Resort Line. Ansonsten rauscht dort der Airport Express durch und es hält die Tung Chung Line. Mit der kommt man aus der Stadt nach Tung Chung auf Lantau Island. Was es dort für ein Spannendes Verkehrsmittel gibt zeige ich euch das nächste mal. Solange hier noch ein Bilder vom Airport Express und dessen eingebauten LED-Fortschrittsbalken.
Kommen wir, wie versprochen zum nächsten Verkehrsmittel in Hong Kong: Der Seilbahn auf Lantau Island. Wie so viele Seilbahnen ist auch die Ngong Ping 360 Cable Car eher eine Tourismusattraktion. Doch sie löst auch ein reales Verkehrsproblem.
Sie führt auf den Berg zum Po Lin Kloster und dem Tian Tan Buddha. Die 34 Meter hohe Buddha Statue aus Bronze ist noch gar nicht so alt: Sie wurde erst Anfang der 1990er Jahre gebaut. Sie wiegt 250 Tonnen und besteht aus 202 Einzelteilen.
Diese Bauteile wurden alle über eine sehr schmale Straße mit starken Steigungen und engen Kurven transportiert. Allein dies ist eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass das größte Einzelteil 7800kg wiegt und einen Durchmesser von mehr als 6 Metern hat.
Und genau diese Straße stellte nach der Fertigstellung ein Problem dar: Die tausenden Tourist*innen mussten mit Bussen über diese enge und gefährliche Straße, die fast um die halbe Insel führ, auf den Berg gebracht werden. Die Straßen im Südteil der Insel sind so gefährlich, dass selbst PKW die Straßen nur tagsüber und mit Sondergenehmigung befahren dürfen.
Ich war tatsächlich angespannt, als ich diese Straße mal mit dem Bus gefahren bin. Es gab Schilder, die zum Testen der Bremsen aufforderten.
Um die Straße, die auch die einzige Verbindungsstraße zum Südteil der Insel ist, zu entlasten entschloss man sich eine Seilbahn auf den Berg zu bauen. Diese verkürzt die über eine Stunde dauernde Busfahrt auf eine 25 minütige Seilbahnfahrt mit großartiger Aussicht auf Berge, Meer, Dörfer und Wasserfälle.
Doch auch der Bau der Seilbahn war ein Ambitioniertes Projekt. Da sie mitten durch einen Naturpark führt, sollten möglichst wenige Pfeiler gebaut werden. Gleichzeitig muss sie aber auch den starken Taifunwinden und Erdbeben standhalten. Und das bei Spannweiten von bis zu 1,5 Kilometern und bis zu 585 Metern über dem Meerespiegel.
Zwei der Pfeiler befinden sich mitten im gebirgigen Naturpark, ohne vorhandene Zufahrtswege. Deswegen wurden die Bauteile für die Masten mit zwei Helikoptern angeliefert. Weiteres Baumaterial wurde mit Hilfe von 6 Maultieren, die bis zu 120kg tragen konnten, über einen steilen Pfad angeliefert. Die Tiere wurden extra dafür aus Kanada importiert.