Und an einigen Straßenecken werden werden Esskastanien frisch gebraten.
In dieser Straße gab es sehr viele bunte thailändische Geschäfte und Restaurants, und die Nachbarstraße war voll mit Reifenhändlern, Waschanlagen und Autowerkstätten.
So, Bushaltestelle, vorerst genug Fotos von Kowloon City, es soll wo anders hin gehen!
Probieren wir was aus. Ich frage euch: Aus welchem Stadtteil Hong Kongs oder welchem Thema soll ich als nächstes Fotos posten? Dann tauche ich in meine Fotobibliothek ab und sortiere dort weiter und zeige euch dann hier wieder meine Favoriten davon. Oder habt ihr erstmal genug von Hong Kong Fotos?
#FensterFreitag aus der Doppelstockstraßenbahn in der Wendeschleife North Point.
Ich hatte ja gefragt, was für Fotos aus Hong Kong ich als nächstes posten soll. Ihr habt nach Gärten gefragt. Es gibt viele Parks, aber ich habe davon nicht so viele Fotos. Ich werte das aber mal als Frage nach mehr grün und weniger Stadt. Hong Kong ist zwar eine riesige Stadt, hat aber auch sehr viele kleine und große Inseln. Ab Central ist man zum Beispiel in 20 Minuten mit der Fähre auf Lamma Island: Eine dünn besiedelte Fischerinsel. Auf den fast 14 km² leben nur etwas mehr als 6000 Menschen
Dieses Bild habe ich direkt beim von der Fähre steigen gemacht.
Der Ort 索罟灣 (Sok Kwu Wan) ist für die Seafood Restaurants bekannt, die sich an der Wasserkante entlangreihen. Als wir im Februar da waren, waren aber viele davon geschlossen oder fast nicht besucht. Die strikten Einreisebedingungen wegen Corona wurden erst wenige Tage zuvor gelockert. Wir schienen an viele Orten die ersten Touristinnen nach 3 Jahren zu sein.
Verlässt man diesen Hauptweg wird es schnell sehr dörflich, und die Hunde schlafen am Strand
Auf dem Weg am Wasser entlang kann man immer wieder auf das Dorf gucken. Und in der Ferne sieht man die riesigen Wohnblöcke auf der Südseite von Hong Kong Island.
Ein Boot am Wegesrand. So ist es halt auf der Insel.
Viele Menschen scheinen hier auch auf Booten oder schwimmenden Plattformen zu wohnen.
Und plötzlich kam ein Boot mit grimmigen Gesicht und gefletschten Zähnen auf uns zugefahren.
蘆鬚城 (Lo So Shing) ein Dorf mit weniger als 10 Häusern. Häuser dürfen auf der ganzen Insel übrigens nicht mehr als 3 Stockwerke haben. Autos sind bis auf Rettungsdienste und Behelfsfahrzeuge auch nicht erlaubt. Und noch mal: Auch das ist Hong Kong.
Und da in Hong Kong immer alles bergig ist, geht es auch hier sehr schnell sehr steil nach oben. Aber wie immer lohnt sich das allein für die Aussicht. Von hier kann man nun auch die schwimmenden Plattformen, Boote und das Dorf mit den Seafood Restaurants auf einen Blick sehen.
Entlang des Wanderwegs über den Gipfel der Insel liegen Glasfasern von mindestens drei Anbietern in diesen Rohren. Zwischendurch sahen wir auch wie ein einzeln stehendes neues Haus gerade angeschlossen wurde.
Ich stöber mal wieder durch meine Hong Kong Fotos von vor einem Jahr.
Tung Chung Crescent, Lantau Island.
Ach ja, witzige an diesem Gebäude ist ja: Es steht auf Stelzen.
海堤灣畔 (Seaview Crescent) Block 1 bis 3, Tung Chung, Lantau Island.
Neon Lights in Mong Kok
Hong Kong hat ja viele verschiedene spannende Verkehrsmittel. Aber wenn ich ein Lieblingsverkehrsmittel wählen müsste, dann wären es die Doppelstockstraßenbahnen.
Es gibt im Grunde nur eine Strecke mit einer kleinen zusätzlichen Abzweigung. Auf denen fahren aber genug Fahrzeuge, so dass man im Zentrum bei einem 90-Sekundentakt eigentlich nie wirklich auf eine Bahn warten muss.
Die Straßenbahnen sind bei dem Haltestellenabstand von 250 Metern echt nicht die schnellsten und brauchen für die 13km Strecken von Kennedy Town nach Shau Kei Wan fast 90 Minuten.
Aber vom oberen Deck aus das Gewusel der Stadt zu beobachten und sich dabei den warmen Fahrtwind durch das geöffnete Fenster durchs Haar wehen zu lassen und damit die Stadt nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören, zu riechen und zu fühlen ist einfach unschlagbar.
Auch die Sicht nach oben ist gut, weil man sich durch die offenen Fenster ein Stück nach außen lehnen kann. Und nach oben gibt es gerade in Hong Kong einiges zu sehen.
Wenn wir schon mal nach oben gucken: Die Trams haben übrigens keine Pantografen mit Bügelstromabnehmer, sondern einen Stangenstromabnehmer mit Schleifschuh wie bei einem Trolleybus. Und deswegen braucht es auch an der Oberleitung Weichen. Sogenannte Luftweichen.
Es ist natürlich auch nicht verboten nach unten zu gucken.
Gleisbauarbeiten finden einfach im laufenden Betrieb statt. Immer wenn eine Tram kommt, oder sich wenigstens ein paar Trams aufgestaut haben, werden die Arbeiten unterbrochen und die Straßenbahnen durchgewunken, und dann geht es weiter als wäre nichts gewesen.
Mit 3 Hongkongdollar (35 Cent) pro Fahrt ist es trotz der letzten verhältnismäßig starken Preiserhöhung von 15% ein ziemlich günstiges Verkehrsmittel. Bezahlt wird beim Austieg mit Octopus Karte oder mit Münzen die einfach in ein sehr Großes Sparschwein geworfen werden.
Die Lego-Tram für die ich 3 verschiedene Toys‘R‘Us Filialen abklappern musste, weil es diese limitierte Version nur in ihrem Flagshipstore in Tsim Sha Tsui gab, habe ich natürlich auch mit der Tram transportiert.
Ganz vergessen, die geöffneten Fenster sind natürlich auch praktisch, weil man dann auf den Fotos keine Spiegelungen hat.
Wenn ihr mal als Bewegtbild sehen wollt, wie es sich anfühlt auf dem beliebtesten Platz der ganzen Tram zu sitzen und was man dabei alles entdecken kann: Ich habe damals ein 36 Minuten langes Video gemacht. https://www.youtube.com/watch?v=CHZRWFrrJjs
Hong Kong Tramways at night 4K (2023-02-17)

YouTube
Zum Stadt angucken und genießen oder für kurze Strecken ist die Tram super. Ein bisschen langsam ist sie allerdings schon. Wenn’s also schnell gehen muss nimmt man dann lieber die parallel zur Tram verlaufende U-Bahn der Island Line.
Die MTR ist das wohl wichtigste Verkehrsmittel in Hong Kong und eins der modernsten U-Bahn-System der Welt. Mit 10 Linien mit teilweise einem 2-Minuten-Takt, transportiert sie täglich fast 5 Millionen Menschen. Die Linien unterscheiden teilweise voneinander. Leider habe ich viel zu wenig Bilder gemacht, deswegen kann ich euch nur ein paar wenige Linien vorstellen.
Die relativ neue South Island Line fährt vollautomatisch und man kann vorn raus gucken und hat den besten Blick auf das Innere der Tunnel.
Die deutlich längere East Rail line, fährt ganz in den Norden bis an die Grenze nach Shenzhen. Als wir vor einem Jahr da waren, war die Grenze noch dicht und wir konnten aus dem Bahnhof auch nicht raus um einen Blick auf die Stadt zu werfen. Dieses Jahr könnte man da mit deutschem Pass sogar ohne Visum rüber.
Es gibt aber noch einen anderen Zweig der Linie. Dieser führt zum neuen Grenzübergang Lok Ma Chau. Dort konnten wir Shenzhen immerhin vom Bahnsteig aus und aus dem Zug heraus sehen.
Aber zurück zur East Railway Line: Diese war früher teil einer anderen Eisenbahngesellschaft. Das kann man noch daran erkennen, dass die Bahnsteige, im Gegensatz zu den anderen Linien, keine Bahnsteigtüren haben. Die Kowloon–Canton Railway Corporation wurde dann 2007 von der MTR übernommen.
Ich weiß nicht warum, aber ich finde es schon ein bisschen befriedigend, wenn sich Bahnsteigtüren synchron zu den Zugtüren schließen.
Richtungsbahnsteige kennen wir ja hier auch. In Hong Kong werden die Tunnel zweier kreuzender Linien so geknotet, dass jenachdem an welchem der zwei aufeinanderfolgenden Bahnhöfen man umsteigt am gegenüberliegenden Gleis in die unterschiedlichen Richtungen der gleichen Linien fahren kann. Das ermöglicht sehr effiziente umsteige.
In welche Linie und Richtung man am aktuellen Halt umsteigen kann, wird auch in älteren Zügen mit kleinen Lampen auf dem Liniennetzplan über den Türen visualisiert.
Eine Linie der ganz besonderen Art ist die Disneyland Resort Line. Sie hat nur zwei Stationen und wie der Name schon vermuten lässt ist sie einzig und allein dazu da Menschen ins Disneyland zu bringen. Sei es zur Arbeit oder zum Spaß. Und genau so sieht sie auch aus.
Am anderen Ende der Linie ist genau nichts. Der Bahnhof Sunny Bay dient einzig und allein als Umsteigestation zur Disneyland Resort Line. Ansonsten rauscht dort der Airport Express durch und es hält die Tung Chung Line. Mit der kommt man aus der Stadt nach Tung Chung auf Lantau Island. Was es dort für ein Spannendes Verkehrsmittel gibt zeige ich euch das nächste mal. Solange hier noch ein Bilder vom Airport Express und dessen eingebauten LED-Fortschrittsbalken.
Kommen wir, wie versprochen zum nächsten Verkehrsmittel in Hong Kong: Der Seilbahn auf Lantau Island. Wie so viele Seilbahnen ist auch die Ngong Ping 360 Cable Car eher eine Tourismusattraktion. Doch sie löst auch ein reales Verkehrsproblem.
Sie führt auf den Berg zum Po Lin Kloster und dem Tian Tan Buddha. Die 34 Meter hohe Buddha Statue aus Bronze ist noch gar nicht so alt: Sie wurde erst Anfang der 1990er Jahre gebaut. Sie wiegt 250 Tonnen und besteht aus 202 Einzelteilen.
Diese Bauteile wurden alle über eine sehr schmale Straße mit starken Steigungen und engen Kurven transportiert. Allein dies ist eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass das größte Einzelteil 7800kg wiegt und einen Durchmesser von mehr als 6 Metern hat.
Und genau diese Straße stellte nach der Fertigstellung ein Problem dar: Die tausenden Tourist*innen mussten mit Bussen über diese enge und gefährliche Straße, die fast um die halbe Insel führ, auf den Berg gebracht werden. Die Straßen im Südteil der Insel sind so gefährlich, dass selbst PKW die Straßen nur tagsüber und mit Sondergenehmigung befahren dürfen.
Ich war tatsächlich angespannt, als ich diese Straße mal mit dem Bus gefahren bin. Es gab Schilder, die zum Testen der Bremsen aufforderten.
Um die Straße, die auch die einzige Verbindungsstraße zum Südteil der Insel ist, zu entlasten entschloss man sich eine Seilbahn auf den Berg zu bauen. Diese verkürzt die über eine Stunde dauernde Busfahrt auf eine 25 minütige Seilbahnfahrt mit großartiger Aussicht auf Berge, Meer, Dörfer und Wasserfälle.
Doch auch der Bau der Seilbahn war ein Ambitioniertes Projekt. Da sie mitten durch einen Naturpark führt, sollten möglichst wenige Pfeiler gebaut werden. Gleichzeitig muss sie aber auch den starken Taifunwinden und Erdbeben standhalten. Und das bei Spannweiten von bis zu 1,5 Kilometern und bis zu 585 Metern über dem Meerespiegel.
Zwei der Pfeiler befinden sich mitten im gebirgigen Naturpark, ohne vorhandene Zufahrtswege. Deswegen wurden die Bauteile für die Masten mit zwei Helikoptern angeliefert. Weiteres Baumaterial wurde mit Hilfe von 6 Maultieren, die bis zu 120kg tragen konnten, über einen steilen Pfad angeliefert. Die Tiere wurden extra dafür aus Kanada importiert.
Außerdem wurde ein befestigter Rettungspfad angelegt, der teilweise aus hölzernen Treppen und Stegen besteht um das Unwegsame Gelände sicher überqueren zu können. Dieser ist auch als öffentlicher Wanderweg zugänglich. Das ist übrigens der Weg, der mich zu meinem Thread über die hongkonger Wasserversorgung brachte: https://chaos.social/@ubahnverleih/112112490470537716
ubahnverleih (@[email protected])

Attached: 1 image Ihr kennt das doch auch, dass ihr etwas zu einem 8500km entfernten Wanderweg recherchieren wollt und dabei denkt ihr habt einen Fehler in OpenStreetMap gefunden, stellt dann aber fest, dass es sich um einen 7,2 Kilometer langen Wassertunnel mit 5 Metern Durchmesser von 1966   handelt? 🧵

chaos.social
Die Seilbahn führt auch zwei mal übers Meer, da sich eine Winkelstation auf der Flughafeninsel Chek Lap Lok befindet. – Eine mittlerweile fast 20 Quadratkilometer große künstlich aufgeschüttete Insel.
Aber diese ist eine Geschichte für ein andermal.
Nun also zum Hongkonger Flughafen. Ist ja auch ein Verkehrsmittel und passt damit in diese Reihe. Doch die Geschichte beginnt eigentlich mit einem anderen Flughafen: dem Alten Flughafen Kai Tak, der 1998 geschlossen wurde. 🧵
Der alte Flughafen Kai Tak lag mitten in der Stadt und seine Landebahn war ein in das Hafenbecken aufgeschütteter Damm. Dies war auch die einzige Bahn des Flughafens – Und trotzdem war er einer der Flughäfen mit dem größten Flugaufkommen der Welt. Zu der einen Bahn, der anspruchsvollen Wetterlage und der Lage mitten in einem der dichtbesiedelten Orte der Welt kam ein extrem komplexer und Außergewöhnlicher Anflug hinzu. [Fotos von Ywchow]
Der instrumentengeführte Anflug führte nicht wie üblich auf das Ende der Bahn, sondern auf einen Berg zu. Kurz vor dem Berg musste dann eine 48° Rechtskurve geflogen werden, um direkt auf die Bahn zu treffen. Die Spitze des Berges wurde weggesprengt um bei Landeabbruch einen freien Flugweg zu gewährleisten. Um besser erkennbar zu sein wurde der Berg mit einem rot-weißem Schachbrettmuster bemalt das dem Berg seinen Namen gab: Checkerboard Hill.
In Erinnerung daran wurde das Muster 2021 erneuert.
Da in den 1980ern der Flughafen zu klein wurde, zu viel Geld da war und man auch nach der bevorstehenden Übergabe Hong Kongs an China den Fortbestand des kapitalistischen Systems sichern wollte, wurde ein Ausweichort für einen neuen Flughafen gesucht. Das ist nicht einfach auf einem Territorium, das vor allem aus steilen Bergen und kleinen Inseln besteht – das ließ sich aber kombinieren: Aus zwei bergigen Inseln wurde einfach eine große Flache Insel gemacht.
Der Flughafen war aber nur ein Teil des Projekts. Die Flughafeninsel befindet sich 35 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und das südlich der Insel gelegene Lantau war damals infrastrukturell so gut wie unerschlossen und nur mit einer kleinen Fähre zu erreichen. Deswegen mussten Straßen und Bahnstrecken mit mehreren Kilometer langen Tunneln und Brücken bis auf die Insel gebaut werden. [Ein Teil der auf den Bildern zu sehenden Brücken sind aber neuere Projekte]
Seit 2018 beginnt auf der Flughafeninsel auch die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke – Mit 29,6 Kilometern die längste Überwasser-Brücke der Welt. Um die Durchfahrt von großen Schiffen in die Häfen von Hong Kong, Shenzhen und Guangzhou zu ermöglichen, enthält die Brücke auch einen 6,7 Kilometer langen Unterseetunnel. Die Schiffsquerung als Brücke zu realisieren, war aufgrund der Höhenrestriktionen durch den Flughafen nicht möglich.
Zwar gilt sowohl in Hong Kong als auch in Macau Linksverkehr, aber auf Grund des Anschlusses nach China gilt auf der Brücke Rechtsverkehr. Aufwendige Straßenkonstruktionen an den Zollabfertigungen erlauben einen Nahtlosen Spurwechsel von Links auf Rechtsverkehr.
@ubahnverleih Schon eine gewagte Konstruktion. Bei der im Meer "verschwindenden" Strecke, vor allem wenn aus der Luft fotografiert, frage ich mich immer wie ein steigender Meeresspiegel oder auch nur dieses Wetter da berücksichtigt worden ist.
@ubahnverleih Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, dass dieses thread fortgeführt wird :3
@ellie awww. Ich hoffe nur dass er nicht irgendwann explodiert, weil zu lang.
@ubahnverleih TIL: Es gibt Bahnsteigtüren.
@ubahnverleih Warum lässt man die Stationstüren nicht einfach weg? Wird da zu viel gedrängelt?
@frumble ist halt ein sicherheitsfeature. Es kann niemand ins Gleis fallen und du kannst die ganze verfügbare Breite des Bahnsteigs auch benutzen, bzw. sparst Platz. Zur Rush Hour können da schon viele Menschen sein. Und so bekommst du halt mehr Menschen auf dem verfügbaren Platz unter, weil du kein Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante halten musst.
@ubahnverleih und das mit einem niveaugleichen Einstieg!!
@okoschmi aber das sollte doch bei den meisten deutschen S-Bahnsystemen auch so sein.
@ubahnverleih ja, hmm. Hier (Rhein-Ruhr) ist zumindest der Wille erkennbar. Z.B. Bochum Hbf geht aber für viele Rollis nur mit Assistenz durch Rampe