@walsonde @ErikUden
Ja, die Vorgabe, mehr zu machen gibts aber in den bisherigen Alternativ-Systemen mit nennenswerter Bevölkerung auch. Wenn planetare Grenzen nicht bekannt sind oder bekannt sind, aber nicht beachtet werden, bricht jede sozioökonomische Ordnung Nachhaltigkeitsgrenzen.

Mir ist auch klar, dass wir jetzt ne 15-jährige Phase von Degrowth brauchen und danach ein Ordnungssystem, das Postgrowth-Prinzipien folgt.
Aber für's Design von Postgrowth muss man vorher analysieren, woher es denn überhaupt kam, das Milliarden Menschen so willig ihr eigenes Grab geschaufelt haben. "Kapitalismus war's" ist da nicht hilfreich.

@walsonde @ErikUden

Illustration:
als die Amerikanische Urbevölkerung nach 1492 dezimiert wurde, so die allgemein akzeptierte Auffassung, siehe hier die hohe Zahl von 550 Citations des Papers https://scholar.google.de/scholar?hl=en&as_sdt=0%2C5&q=Earth+system+impacts+of+the+European+arrival+and+Great+Dying+in+the+Americas+after+1492&btnG=
"Earth system impacts of the European arrival and Great Dying in the Americas after 1492" von #AlexanderKoch etal 2019 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277379118307261
sank deshalb die CO2-Konzentration um 6-10ppm, je nach Eisbohrkern.
Aber wie man in meinem Chart sieht, stieg die Gesamtbevölkerung in Pink in der Zeit weiter, obwohl diejenige der Amerikas in Dunkellila von 61mio auf 10mio sank, was eben den Drawdown von 6-10ppm CO2 durch Pflanzenwuchs verursachte.
Die Gesamtbevölkerung war in der Zeit 10mal so viel wie die in den Amerikas. Aber ihre Agrar-Technik, also die Art des LandUse zur Versorgung war eine andere, oder das Biom, in dem sie sich versorgten, funktionierte anders als dasjenige in den Amerikas.

Nebenbei ist diese Sicht auf den "1610-Event", wie das abrupte Sinken von CO2 (und von Methan) auch genannt wird, ein weiterer Punkt um das tumbe Argument "Überbevölkerung" zu disqualifizieren. Es liegt eben an der Art der Landnutzung, ob planetare Grenzen gesprengt oder eingehalten werden, nicht zuvörderst an der Bevölkerungsgröße.

Google Scholar

@walsonde @ErikUden
https://climatejustice.social/@anlomedad/112172101398027058
Ach so. Und die Amerikaner kannten den Pflug nicht https://en.wikipedia.org/wiki/Hoe-farming
mussten also, wenn ihr Feld ertragsarm wurde, neuen Wald fällen und beackern. Und als 50 Millionen Leute durch Masern-Epidemien dahingerafft wurden, konnte der Wald neu wachsen, den sie vorher immer weiter abzuholzen hatten um sich zu ernähren.
Das ist auch interessant im Zusammenhang mit der Frage, WER denn die Entscheidungen treffen soll. Manche haben sich ja sehr gefreut, als in Österreich nach dem Fall der RRRechts-Regierung für den Übergang eine Technokraten-Regierung gebildet wurde. Man glaubte wohl, es läge an der Wissenschaftlichkeit als Grundlage für Entscheidungsfindung.
Aber die Entscheider bei den Mayas waren Wissenschaftler. Hochentwickelte Astronomen nämlich. Bloß den Pflug, den erfanden sie nicht. Und falls ihre Sklavenbauern ihn erfunden hätten, weil es ihre Arbeit erleichtert hätte, hätten die Astronomen die Entwicklung vll als unastronomisch verboten.
Jedenfalls gabs den Pflug nicht. Trotz Wissenschaftlern in der Regierung.
Es muss eben holistisch regiert werden, damit planetare Grenzen eingehalten werden können. Der eindimensionale Fokus auf Ökonomie, und dann noch weiter verengt auf neoliberale Glaubenssätze, war jedenfalls nicht holistisch und hat das Econobscene oder ÖkonObszön, wie ich die neue Epoche nenne, 😁 über uns hereinbrechen lassen.
anlomedad (@[email protected])

Attached: 1 image @[email protected] @[email protected] Illustration: als die Amerikanische Urbevölkerung nach 1492 dezimiert wurde, so die allgemein akzeptierte Auffassung, siehe hier die hohe Zahl von 550 Citations des Papers https://scholar.google.de/scholar?hl=en&as_sdt=0%2C5&q=Earth+system+impacts+of+the+European+arrival+and+Great+Dying+in+the+Americas+after+1492&btnG= "Earth system impacts of the European arrival and Great Dying in the Americas after 1492" von #AlexanderKoch etal 2019 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277379118307261 sank deshalb die CO2-Konzentration um 6-10ppm, je nach Eisbohrkern. Aber wie man in meinem Chart sieht, stieg die Gesamtbevölkerung in Pink in der Zeit weiter, obwohl diejenige der Amerikas in Dunkellila von 61mio auf 10mio sank, was eben den Drawdown von 6-10ppm CO2 durch Pflanzenwuchs verursachte. Die Gesamtbevölkerung war in der Zeit 10mal so viel wie die in den Amerikas. Aber ihre Agrar-Technik, also die Art des LandUse zur Versorgung war eine andere, oder das Biom, in dem sie sich versorgten, funktionierte anders als dasjenige in den Amerikas. Nebenbei ist diese Sicht auf den "1610-Event", wie das abrupte Sinken von CO2 (und von Methan) auch genannt wird, ein weiterer Punkt um das tumbe Argument "Überbevölkerung" zu disqualifizieren. Es liegt eben an der Art der Landnutzung, ob planetare Grenzen gesprengt oder eingehalten werden, nicht zuvörderst an der Bevölkerungsgröße.

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