Ich hatte ja gefragt, was für Fotos aus Hong Kong ich als nächstes posten soll. Ihr habt nach Gärten gefragt. Es gibt viele Parks, aber ich habe davon nicht so viele Fotos. Ich werte das aber mal als Frage nach mehr grün und weniger Stadt. Hong Kong ist zwar eine riesige Stadt, hat aber auch sehr viele kleine und große Inseln. Ab Central ist man zum Beispiel in 20 Minuten mit der Fähre auf Lamma Island: Eine dünn besiedelte Fischerinsel. Auf den fast 14 km² leben nur etwas mehr als 6000 Menschen
Dieses Bild habe ich direkt beim von der Fähre steigen gemacht.
Der Ort 索罟灣 (Sok Kwu Wan) ist für die Seafood Restaurants bekannt, die sich an der Wasserkante entlangreihen. Als wir im Februar da waren, waren aber viele davon geschlossen oder fast nicht besucht. Die strikten Einreisebedingungen wegen Corona wurden erst wenige Tage zuvor gelockert. Wir schienen an viele Orten die ersten Touristinnen nach 3 Jahren zu sein.
Verlässt man diesen Hauptweg wird es schnell sehr dörflich, und die Hunde schlafen am Strand
Auf dem Weg am Wasser entlang kann man immer wieder auf das Dorf gucken. Und in der Ferne sieht man die riesigen Wohnblöcke auf der Südseite von Hong Kong Island.
Ein Boot am Wegesrand. So ist es halt auf der Insel.
Viele Menschen scheinen hier auch auf Booten oder schwimmenden Plattformen zu wohnen.
Und plötzlich kam ein Boot mit grimmigen Gesicht und gefletschten Zähnen auf uns zugefahren.
蘆鬚城 (Lo So Shing) ein Dorf mit weniger als 10 Häusern. Häuser dürfen auf der ganzen Insel übrigens nicht mehr als 3 Stockwerke haben. Autos sind bis auf Rettungsdienste und Behelfsfahrzeuge auch nicht erlaubt. Und noch mal: Auch das ist Hong Kong.
Und da in Hong Kong immer alles bergig ist, geht es auch hier sehr schnell sehr steil nach oben. Aber wie immer lohnt sich das allein für die Aussicht. Von hier kann man nun auch die schwimmenden Plattformen, Boote und das Dorf mit den Seafood Restaurants auf einen Blick sehen.
Entlang des Wanderwegs über den Gipfel der Insel liegen Glasfasern von mindestens drei Anbietern in diesen Rohren. Zwischendurch sahen wir auch wie ein einzeln stehendes neues Haus gerade angeschlossen wurde.
Ich stöber mal wieder durch meine Hong Kong Fotos von vor einem Jahr.
Tung Chung Crescent, Lantau Island.
Ach ja, witzige an diesem Gebäude ist ja: Es steht auf Stelzen.
海堤灣畔 (Seaview Crescent) Block 1 bis 3, Tung Chung, Lantau Island.
Hong Kong hat ja viele verschiedene spannende Verkehrsmittel. Aber wenn ich ein Lieblingsverkehrsmittel wählen müsste, dann wären es die Doppelstockstraßenbahnen.
Es gibt im Grunde nur eine Strecke mit einer kleinen zusätzlichen Abzweigung. Auf denen fahren aber genug Fahrzeuge, so dass man im Zentrum bei einem 90-Sekundentakt eigentlich nie wirklich auf eine Bahn warten muss.
Die Straßenbahnen sind bei dem Haltestellenabstand von 250 Metern echt nicht die schnellsten und brauchen für die 13km Strecken von Kennedy Town nach Shau Kei Wan fast 90 Minuten.
Aber vom oberen Deck aus das Gewusel der Stadt zu beobachten und sich dabei den warmen Fahrtwind durch das geöffnete Fenster durchs Haar wehen zu lassen und damit die Stadt nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören, zu riechen und zu fühlen ist einfach unschlagbar.
Auch die Sicht nach oben ist gut, weil man sich durch die offenen Fenster ein Stück nach außen lehnen kann. Und nach oben gibt es gerade in Hong Kong einiges zu sehen.
Wenn wir schon mal nach oben gucken: Die Trams haben übrigens keine Pantografen mit Bügelstromabnehmer, sondern einen Stangenstromabnehmer mit Schleifschuh wie bei einem Trolleybus. Und deswegen braucht es auch an der Oberleitung Weichen. Sogenannte Luftweichen.
Es ist natürlich auch nicht verboten nach unten zu gucken.
Gleisbauarbeiten finden einfach im laufenden Betrieb statt. Immer wenn eine Tram kommt, oder sich wenigstens ein paar Trams aufgestaut haben, werden die Arbeiten unterbrochen und die Straßenbahnen durchgewunken, und dann geht es weiter als wäre nichts gewesen.
Mit 3 Hongkongdollar (35 Cent) pro Fahrt ist es trotz der letzten verhältnismäßig starken Preiserhöhung von 15% ein ziemlich günstiges Verkehrsmittel. Bezahlt wird beim Austieg mit Octopus Karte oder mit Münzen die einfach in ein sehr Großes Sparschwein geworfen werden.
Die Lego-Tram für die ich 3 verschiedene Toys‘R‘Us Filialen abklappern musste, weil es diese limitierte Version nur in ihrem Flagshipstore in Tsim Sha Tsui gab, habe ich natürlich auch mit der Tram transportiert.
Ganz vergessen, die geöffneten Fenster sind natürlich auch praktisch, weil man dann auf den Fotos keine Spiegelungen hat.
Wenn ihr mal als Bewegtbild sehen wollt, wie es sich anfühlt auf dem beliebtesten Platz der ganzen Tram zu sitzen und was man dabei alles entdecken kann: Ich habe damals ein 36 Minuten langes Video gemacht.
https://www.youtube.com/watch?v=CHZRWFrrJjs
Hong Kong Tramways at night 4K (2023-02-17)
YouTubeZum Stadt angucken und genießen oder für kurze Strecken ist die Tram super. Ein bisschen langsam ist sie allerdings schon. Wenn’s also schnell gehen muss nimmt man dann lieber die parallel zur Tram verlaufende U-Bahn der Island Line.
Die MTR ist das wohl wichtigste Verkehrsmittel in Hong Kong und eins der modernsten U-Bahn-System der Welt. Mit 10 Linien mit teilweise einem 2-Minuten-Takt, transportiert sie täglich fast 5 Millionen Menschen. Die Linien unterscheiden teilweise voneinander. Leider habe ich viel zu wenig Bilder gemacht, deswegen kann ich euch nur ein paar wenige Linien vorstellen.
Die relativ neue South Island Line fährt vollautomatisch und man kann vorn raus gucken und hat den besten Blick auf das Innere der Tunnel.
Die deutlich längere East Rail line, fährt ganz in den Norden bis an die Grenze nach Shenzhen. Als wir vor einem Jahr da waren, war die Grenze noch dicht und wir konnten aus dem Bahnhof auch nicht raus um einen Blick auf die Stadt zu werfen. Dieses Jahr könnte man da mit deutschem Pass sogar ohne Visum rüber.
Es gibt aber noch einen anderen Zweig der Linie. Dieser führt zum neuen Grenzübergang Lok Ma Chau. Dort konnten wir Shenzhen immerhin vom Bahnsteig aus und aus dem Zug heraus sehen.
Aber zurück zur East Railway Line: Diese war früher teil einer anderen Eisenbahngesellschaft. Das kann man noch daran erkennen, dass die Bahnsteige, im Gegensatz zu den anderen Linien, keine Bahnsteigtüren haben. Die Kowloon–Canton Railway Corporation wurde dann 2007 von der MTR übernommen.
Ich weiß nicht warum, aber ich finde es schon ein bisschen befriedigend, wenn sich Bahnsteigtüren synchron zu den Zugtüren schließen.
@ubahnverleih TIL: Es gibt Bahnsteigtüren.
@ubahnverleih Warum lässt man die Stationstüren nicht einfach weg? Wird da zu viel gedrängelt?
@frumble ist halt ein sicherheitsfeature. Es kann niemand ins Gleis fallen und du kannst die ganze verfügbare Breite des Bahnsteigs auch benutzen, bzw. sparst Platz. Zur Rush Hour können da schon viele Menschen sein. Und so bekommst du halt mehr Menschen auf dem verfügbaren Platz unter, weil du kein Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante halten musst.