Fortschritte in Klimapolitik: 2 J Ampel mit deutlichen Unterschieden:

- Grünes Wirtschaftsministerium: Boom in Solarbranche u deutliche Überfüllung

- SPD Bauministerium Mittelmaß, Ziel für Gebäude leicht verfehlt

- FDP Verkehrsministerium abgeschlagen, verfehlt Ziel krachend 

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/klimaemissionen-sinken-2023-um-101-prozent

Klimaemissionen sinken 2023 um 10,1 Prozent – größter Rückgang seit 1990

UBA-Projektion: Nationales Klimaziel bis 2030 erreichbar

Umweltbundesamt
Beeindruckend: Reduktion im Energiesektor, Erneuerbare boomen. Ziel bis 2030 wird wahrscheinlich deutlich übererfüllt. Aber wirklich schwierige Phase kommt nach 2030. Reduktionsgeschwindigkeit drastisch ab. Die letzten fossilen Kraftwerke zu ersetzen ist Neuland und bedarf großer Anstrengungen.
Sorgenkind ist der Verkehr: Emissionen in 2023 waren zu hoch und auch das Ziel bis 2030 wird weit verfehlt. Es fehlt komplett an tiefgreifenden Maßnahmen. Das Verkehrsministerium sieht hier mit Abstand am schlechtesten aus. Es bedarf eines umfassenden Sofortprogramms, um den Rückstand aufzuholen.

Aufrechnen über Sektoren, wie in neuem KSG vorgesehen, ist irreführend u kontraproduktiv:

Es verschleiert, dass Verkehr u Gebäude Ziel weit verfehlen. Aufholen im Verkehr ist nach 2030 fast unmöglich, außer mit drastischen und disruptiven Maßnahmen, wie extrem hohen CO2 Preisen oder Fahrverboten.

Besorgniserregend: bindendes Ziel der EU-Lastenteilung (Verkehr und Gebäude zusammengerechnet) wird um 126 MtCO2-Äq verfehlt. Es drohen hohe Zahlungen, da durch Zertifikate ausgeglichen werden muss. Bei grob geschätztem Preis von 100 Euro pro Zertifikat wären das 12 Mrd Euro.
Und zu viel Klimaschutz gibt es nicht. Es wurde global so lange verschleppt, dass jetzt Emissionen so schnell wie irgend möglich reduziert werden müssen. Deutschland hat das ihm als fair zustehende CO2 Budget eigentlich schon ausgeschöpft. Ziel im KSG ist also noch kein fairer Beitrag zu 1.5°C

"Ein Aufholen im Verkehr ist nach 2030 fast unmöglich, außer mit drastischen und disruptiven Maßnahmen, wie extrem hohen CO2-Preisen oder Fahrverboten"

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/klima-klimaziele-habeck-umweltbundesamt-co2-100.html

Was ist dran an Habecks Klimazahlen?

Die Ampel rühmt sich, bei ihren Klimazielen auf Kurs zu sein. Kritiker sehen als Ursache für weniger CO2-Ausstoß vor allem die Wirtschaftskrise. Was ist dran? Eine Analyse.

ZDFheute
@niklashoehne Wer praktisch denken kann, der stimmt Ihrer These zu: „Ein Aufholen im Verkehr ist nach 2030 fast unmöglich, außer mit kostengünstigen und disruptiven Maßnahmen, wie extrem hohen CO2-Preisen oder Fahrverboten“. Für beim Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht brauche ich eine zitierfähige Quelle! Gibt es die bereits? Oder benötigen Sie dafür Zeit? Jörg Nathusius, Rechtsanwalt (in dieser Sache ehrenamtlich tätig)
@niklashoehne wussten Sie, dass 6 Monate Tempolimit 1973/74, Autobahn: 100, Landstraße: 80, .nach einhelligen Auffassung zu keiner messbaren Einsparung beim J
Kraftstoffverbrauch geführt hat? 1973 wurde der 2. höchste Erdölverbrauch in Westdeutschland gemessen. 1974 ging er zurück. Aber das Wetter war ungehnlich warm. Außerdem war Öl- und Wirtschaftskrise. Die vorliegenden Studien zum Tempolimit sind zu hinterfragen.

»Ein Aufrechnen über alle Sektoren, wie in der Novelle des Klimaschutzgesetzes vorgesehen, ist irreführend und kontraproduktiv.«

https://www.spiegel.de/wissenschaft/umweltbundesamt-klimaplan-2023-ueberfuellt-schwache-konjunktur-als-grund-fuer-erfolg-a-16194290-60e2-4c55-93d4-73f31ba59599

Bilanz des Umweltbundesamtes: Deutschland schafft seine Klimaziele – wirklich?

Die Emissionen sinken 2023 so stark wie noch nie seit 1990. Wirtschaftsminister Robert Habeck wertet das als Erfolg seiner Klimapolitik. Ein Großteil der Einsparungen geht aber nicht auf sein Konto. Der Jubel könnte verfrüht sein.

DER SPIEGEL

Fortschritte beim Klimaschutz machen Hoffnung, aber zurücklehnen wäre jetzt das Falsche. Gebäude und Verkehr müssen mit Sofortprogramm noch in dieser Legislaturperiode nachlegen

Interview:
https://www.deutschlandfunk.de/klimaziele-bis-2030-interview-niklas-hoehne-direktor-new-climate-institute-dlf-69ed4561-100.html

Klimaziele bis 2030 - Klimaforscher Höhne beklagt Rückstände einzelner Sektoren

Deutschlandfunk
@niklashoehne Was ist denn jetzt Ihre schlüssige These zur Einhaltung des Klimapfades im Verkehrssektors bis 2030, da die Elektroautos nicht auf die erforderlichen Stückzahlen kommen und die Autohersteller wieder mehr auf die Verbrenner umschwenken? Prof. Dudenhöffer meint, der Verbrenner wäre die nächsten Hundert Jahre gesichert: https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/neue-studie-von-dudenhoeffer-der-verbrenner-ist-fuer-die-naechsten-hundert-jahre-gesichert/29723148.html
Dudenhöffer: „Nicht die Autobauer haben das E-Auto zerstört, sondern die Politiker“

Wer sich ein neues Auto kaufen will, kann derzeit auf hohe Rabatte hoffen. Doch nicht Elektroautos machen das Rennen, sondern Benzin und Diesel: Schuld an der Renaissance der Verbrenner tragen aus Expertensicht aber nicht die Konzerne.

Wirtschaftswoche
@niklashoehne Ich hoffe, diejenigen bekommen das zu spüren, die jetzt noch dreckige Heizungen gekauft haben, „um dem Habeck eins auszuwischen“.
@niklashoehne Schon klar, dass es besser und transparenter wäre, wenn Verkehrssektor seine eigenen Ziele einhalten würde. Aber der Gesamt-Bilanz ist es doch am Ende egal, ob über Sektoren aufgerechnet wird oder nicht, oder?

@niklashoehne
Selbst wenn wir Ziele "übererfüllt" hätte, wäre das gar kein Problem. Schließlich ist jeder Klimaschutz gut, ein Zuviel kann es nicht geben.

Aber gerade aktuell: Wer will den Leuten verdenken, wenn sie mehr Auto fahren oder sich gar eines anschaffen – so unzuverlässig, wie Züge und ÖPNV momentan sind. Das ist völlig unabhängig davon, wem man die Schuld daran gibt.