Am 12. November 1990 beginnt der Auftakt der brutalen Räumungsaktion der Mainzer Straße durch die Westberliner Polizei in Berlin-Friedrichshain, die zwei Tage später ihren gewalttätigen Höhepunkt finden wird.

Nachdem am Mittag des 12. Novembers Besetzer*innen der Mainzer Straße gegen die Räumungen von besetzten Häusern in anderen Teilen der Stadt demonstrieren, erfolgen erste Angriffe der Polizei auf Menschen und Einrichtungen in der Mainzer.

Im Verlauf des 12. Nov. kommt es zu Straßenschlachten, die Besetzer*innen errichten Barrikaden und wehren sich erfolgreich gegen ein Polizeigroßaufgebot. Am Abend werden sogar Straßenbahnen gestoppt und als Blockade genutzt, um Polizeiwägen aus Richtung Boxhagener Straße aufzuhalten. Eine Menschenkette von Räumungsgegner*innen, darunter Politprominenz, wird von der Polizei mit Wasserwerfern & Tränengas attackiert.

Trotzdem scheint am 12. Nov. noch die Aussicht auf Verhandlung zu bestehen, weitere Eskalation abwendbar.

Seit Mai '90 besetzten Menschen leerstehende Häuser in der Mainzer, konnten sich seither gegen Staatsmacht und Neonazis wehren und erschufen Freiräume die zeigen, dass die Geschichte der Mainzer 1990 mehr als nur die ihrer Räumung ist...

https://telegraph.cc/die-mainzer-strasse-chronologie-einer-raeumung/

https://taz.de/Haeuserraeumung-fuehrte-zu-Strassenschlacht/!1744410/

Mainzer Straße 1/4

Die Mainzer Straße – Chronologie einer Räumung

von Dietmar Wolf

telegraph

Am 13. November 1990 scheint nach den heftigen Kämpfen mit der Polizei vom Vortag, vorerst wieder etwas mehr Ruhe für die Bewohner*innen in der Mainzer Straße, Berlin, einzukehren.

Vertreter*innen von Stadtpolitik, Besetzer*innenszene, Senat, Behörden und Polizei verhandeln/beraten über weiteres Vorgehen, über mögliche Legalisierungen oder Räumungsaktionen.

Nach den Erfahrungen des 12. Nov. errichten die Besetzer*innen in der Mainzer vorsichtshalber weiter Barrikaden, heben Gräben aus, trauen der Ruhe nicht.

Doch was ist das überhaupt, das die Besetzer*innen in der Mainzer so entschlossen gegen die Staatsmacht verteidigen wollen?

Seit Mai '90 hatten sie sich in den zuvor leerstehenden Häusern mit erheblichem Aufwand und Kreativität ein Zuhause und Freiräume errichtet. Neben Wohnräumen entstanden so Orte der gegenseitigen Hilfe und gemeinsamen Organisation, eine "Volxküche" (KüfA), eine Funkzentrale zur Abwehr von Faschoangriffen, Cafés, Kneipen, eine Disco, Buchladen, Beratungen, geschützte Räume wie das Frauen-/Lesben-Haus und - vielleicht der bekannteste Ort - das Tuntenhaus Forellenhof, das mitsamt den Geschehnissen von 1990 in diesem Film portraitiert wird:

https://archive.org/details/BattleOfTuntenhausPartsIII
-
https://mainzerstrasse.berlin/die-mainzer-strasse-im-kurzen-sommer-der-anarchie/index.html

Mainzer Straße 2/4

#geschichte #autonomie #besetzung #polizei #lgbtq

The Battle Of Tuntenhaus Parts I & II : Juliet Bashore : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive

The Tuntenhaus or House of Queers was originally a squat on Mainzer Str. in East Berlin. This gritty verité documentary follows the fortunes of the...

Internet Archive

#RettetDasTuntenhaus #TuntenhausBleibt #SaveTuntenhaus

"Aufgepasst, jetzt geht es Rund! Das Tuntenhaus ist verkauft und akut bedroht! Nur wenn wir das Vorkaufsrecht erwirken und genug Druck auf den Senat ausüben, können wir das über 30-jährige Projekt noch retten und sogar für immer vom Markt nehmen.

Mit dem #Tuntenhaus würde ein Wahrzeichen queerer Subkultur und Geschichte verschwinden, ein weiterer emanzipatorischer Schutzraum aus Berlin verdrängt werden. Der Ausverkauf der Stadt schreitet voran, lasst ihn uns gemeinsam aufhalten!
Was kannst du tun?

Du kannst uns unterstützen, folge und verbreite unsere Social Media Beiträge, besuche unsere Veranstaltungen, sei laut auf Demos, oder unterstütze unsere Kampagne durch eine Spende."

https://www.kastanie86.net/

#Freiräume #Autonomie #Berlin #Antireport

Tuntenhaus Bleibt

@autonomysolidarity

9 Tage hinter Barrikaden

Im September ´86 war Kopenhagen Schauplatz einer Aktion, die wohl nicht nur für Dänemark einzigartig war, sondern auch in der BRD Schlagzeilen machte. [...] Die Besitzerin, eine Wohnungsbaugesellschaft namens UNGBO will es abreißen lassen. [...]
Hier beginnt der Videofilm [...] ein Portrait des Lebens hinter den Barrikaden von den Leuten, die sich entschlossen hatten, das Haus militant zu verteidigen.

https://www.youtube.com/watch?v=EvVYwVQqRFY

1/2

9 Tage hinter Barrikaden

YouTube

@autonomysolidarity Der Film ist sehr alt und hat eine sehr geringe Auflösung. Ist auf einem Modernen HD Monitor sehr "gewöhnungsbedürftig".
Wenn ihr noch n alten Fehrnseher rumstehen habt, nehmt ihn für den Film wieder in Betrieb. Lohnt sich!

2/2

@yazumo Mir selber war er nicht bekannt, vielleicht den Anderen. Danke dir.