Ich kann die Hamas und ihre hinterhältigen Angriffe verurteilen und gleichzeitig für die Freiheit des palästinensischen Volkes sein, das Verteidigungsrecht Israels hochhalten und gleichzeitig Israels Bestrafungs- & Vergeltungsangriffe auf zivile Ziele verurteilen, die palästinensische Unterstützung der Hamas kritisieren und gleichzeitig die unmenschliche Belagerung Gazas verurteilen, Netanjahu und Co. als Rechtsradikale kritisieren und gleichzeitig Israel als Demokratie ansehen, palästinensischen Antisemitismus thematisieren und gleichzeitig die Unterstützung radikaler Siedler durch Israels Regierung/Armee anprangern, innerpalästinensische Misswirtschaft aufzeigen und gleichzeitig Autonomiebestrebungen stützen, Israels Apartheid/Besatzung benennen und gleichzeitig die politisch-progressiven Kräfte in Israel dagegen anerkennen. Das geht alles gleichzeitig und ist konsistent, wenn wir nicht versuchen, demokratische Werte, Menschenrechte und Dekolonialismus gegen einander auszuspielen.

@Rainer_Rehak

Unter Krieg leidet vor allem die zivile Bevölkerung.

Die Machtgierigen (auf allen Seiten, in allen Ländern, zu allen Zeiten) setzen Krieg und Gewalt ein, um die Menschen zur Unterstützung ihres Machtanspruches zu zwingen. Im gewaltsamen Konflikt stärken sich die Gewalttäter beider Seiten auf diesem Weg gegenseitig.

Lässt sich das durchbrechen? Ich bin überzeugt, dass 'ja'. Aber, einfach ist das nicht. Hass säen ist soviel einfacher als Vertrauen aufzubauen.

@WolfgangFeist
Unter Tumbheit leidet vor allem die zivile Bevölkerung.

Diejenigen, die vereinfachen, setzen alle Kriegsparteien auf die gleiche Stufe um die Menschen zur Unterstützung ihrer Apathie und politischen Unentschlossenheit zu bringen. In Platitüden und hohlen Phrasen stärken sie die Täter und schwächen die Opfer, mal auf der einen, mal auf der anderen Seite.

Lässt sich das durchbrechen? Ich bin überzeugt, mit Beiträgen wie diesem von @Rainer_Rehak ja. Nicht mit "Alle sind Schuld".

@laufi @WolfgangFeist @Rainer_Rehak

Was ist eigentlich nach arafat / peres schiefgelaufen? Warum sind die alle so falsch abgebogen?

@BratschCbra @laufi @Rainer_Rehak

1) Im Grunde trugen auch diese beiden den Vorschlag in Wirklichkeit nur halbherzig. Daher auch der Friedens-Nobelpreis. Das Komitee dachte, sie so etwas mehr binden zu können.
2) Natürlich kam der Kompromiss den Scharfmachern auf beiden Seiten nicht gelegen. Sie setzten alles daran, die Umsetzung zu erschweren. Und hatten damit Erfolg (eben: weil Hass säen so viel einfacher ist als Vertrauen aufzubauen).

@WolfgangFeist @BratschCbra @laufi @Rainer_Rehak
Dazu kommt: Die arabischen Autokraten sahen in einem demokratischen, erfolgreichen Palästinenserstaat eine Bedrohung für ihre eigene Position, ähnlich wie später in erfolgreichen Revolutionen im arabischen Frühling. Deshalb wurden radikale Gruppierungen wie Hamas gezielt unterstützt, um eine Aussöhnung zu verhindern.
@BratschCbra
Wegen einem rechtsradikalen Terroranschlag. Es ist sehr schwer, solche Veränderungen losgelöst von einzelnen Personen mit sehr viel Macht oder Öffentlichkeitswirkung zu sehen. Jitzchak Rabin hatte eine wichtige Rolle und es gab niemanden der diese nach ihm ausfüllen konnte. Wer weiß, ob der Frieden hätte dauerhaft gesichert werden können, aber für mich ist es immer ein gutes Beispiel, warum der Tod einzelner eben doch immer bedeutende Auswirkungen hat.
@WolfgangFeist @Rainer_Rehak
@Rainer_Rehak
Du hast es auf den Punkt gebracht.
@Rainer_Rehak Das hast Du gut geschrieben.
@Rainer_Rehak
So gut hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können 👍
@Rainer_Rehak die Betonung liegt auf „gleichzeitig.“
@Rainer_Rehak stimme dir in vielen Punkten zu. Allerdings hat Israel in diesem Fall juristisch kein Verteidigungsrecht, weil der Angriff von illegal besetztem Gebiet ausging. EDIT: https://www.amnesty.org.uk/gaza-questions
Q&A on Gaza

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