"Wehret den Anfängen" - die Anfänge des Faschismus liegen in Deutschland im taktischen Bündnis rechter Teile der Parteiführung der Sozialdemokratie mit Großbürgertum und Staatsgewalt zur Eindämmung und Niederschlagung der demokratisch-sozialistischen Revolution von 1918 bis 1923.
"Aus der Geschichte gelernt" - die erfolgreichste antifaschistische Aktion war der fünftägige Generalstreik von mehr als 10 Millionen im März 1920, der einen bereits laufenden de-facto faschistischen Putsch vereitelte und die Putschregierung zur Aufgabe zwang. Dass er nicht auch zur Entmachtung der Militärführung und des Großbürgertums führte, lag auch hier vor allem an der Wendung der SPD-Führung um Reichspräsident Ebert gegen die Streikenden, nachdem sie selbst wieder an der Macht waren
Noch 1923 waren es vor allem die parteiübergreifenden Massenstreiks im Sommer gegen die bürgerliche Regierung und den sich formierenden Faschismus, die genügend große Teile des Großbürgertums zum Bekenntnis zur Republik nötigten, um den nun real faschistischen, an Mussolini orientierten Putschplänen von Industriellen wie Stinnes die praktische Grundlage zu entziehen.
Wiederum hielt Ebert dennoch an einer bürgerlichen Regierung, gestützt aufs Militär, fest und ließ schließlich im Herbst und Winter die Hochburgen der sozialistischen und bereits explizit antifaschistischen Arbeitskräfte-Massenorganisation in Sachsen und Thüringen durch Einmarsch von 60,000 Soldaten schleifen.
@classless ...und das war dann "wer hat uns verraten? Sozialdemokraten"?
@rolf_b_lh ich schreibe auch schon eine Weile gegen diese Parole an, die gerade im Kontext dieser Revolutionsgeschichte äußerst irreführend ist - es war eine sozialdemokratische Revolution, die von sozialdemokratischen Massen getragen wurde, den "Verrat" übte ein im Grunde relativ kleiner Teil der Parteiführung... Ausführlicher dazu hier:
https://www.classless.org/2019/02/28/wer-hat-uns-verraten/ classless Kulla » Blog Archive » “Wer hat uns verraten?”
Kapitalverhältnis aufheben, sonst tritt sich's fest!