@dejan Spannende Frage ist auch, welche dieser Gründe auf eine Person zutreffen, aber derzeit nicht behördlich anerkannt werden, weil die Mühlen der Bürokratie auch anderswo langsam mahlen. Tatsächlich eine Behinderung anerkannt zu bekommen, ist ein mühsamer Prozess, der noch dazu erfordert, dass man erst mal eine Diagnose hat, für die man normalerweise Facharzttermine (plural) braucht, die jeweils mit mindestens drei Monaten Wartezeit kommen. Dann muss es sich auch um eine Behinderung handeln, die von der sachbearbeitenden Person des Antrags für voll genommen wird; oft schließt das psychische Erkrankungen schon mal kategorisch aus. Bekommt man es irgendwann endlich anerkannt, sind Monate, vielleicht sogar Jahre vergangen, in denen man irgendwie weiter Miete und Lebensmittel bezahlen musste und das aufgrund der Behinderung nicht durch Erwerbsarbeit zusammenkratzen konnte. In der Statistik wäre man damit für diese Zeit ein "arbeitsverweigernder Sozialschmarotzer."
Und das ist immernoch was, was sich überhaupt bescheinigen lässt. Häusliche Care-Arbeit wird praktisch nicht anerkannt, aber erst recht nicht berücksichtigt, wenn es nicht um einen unmittelbaren Blutsverwandten geht.
Bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass die Zahl der Leute, die sich einfach nur aushalten lassen möchte, noch wesentlich geringer als angenommen ist, einfach weil ein Nachweis fehlt.