Menschen: bauen freiwillig ein Haus in eine Gegend, in der sie auf ein Auto angewiesen sind und sagen dann, sie sind leider auf das Auto angewiesen, weil sie nunmal in dieser Gegend wohnen. 🤡
@sixtus Ein bisschen zu einfach, nicht?

@articm0nk3y
In manchen Fällen ja, aber in einigen eben auch nicht. Natürlich gibt es Menschen, die sich bewusst auf der grünen Wiese ein Häuschen bauen und dann kilometerweit zu allen Zielen haben.

Und manche wohnen seit Geburt "auf dem Land", kennen es nicht anders und fahren trotzdem überall mit dem Rad hin ;-)

@sixtus

@sixtus ich wohn auf dem Land ( in Ö, vll ist es in D anders) und wir haben ein tolles Öffi-Netz. Es gibt sie zwar noch, die Orte, wo man nur mit Auto hinkommt...aber man sieht schon, dass die Gegenden wo die Öffis gut ausgebaut sind einfach attraktiver sind. Heißt es ziehen mehr und mehr zu.
Das kombiniert mit Home-Office bzw. Gleitzeit-Modellen wäre/ist einfach super.

@SewingforyourLife So eine Ausgangslage klingt sehr angenehm. Selbst wenn nicht alles in einem einzigen Ort vorhanden ist, aber Basisbedürfnisse durch überschaubare Abstände ohne Auto erreichbar sind und bleiben.

Magst du mehr erzählen? Handelt es sich um feste Linien oder werden die Öffis bei Bedarf eingesetzt wenn sich ausreichend Personen irgendwo melden? Handelt es sich tendenziell eher um Busse oder Züge?

Werden Leute von außerhalb akzeptiert/angenommen? Wie steht es um die Integration?

@rita wir haben hier grundsätzlich eine gute Mischung an Dienstleistungen und Geschäfte. Wenn man in die nächste Stadt pendeln muss, dann fährt man mit dem Bus 45 Minuten eine Strecke.
Die Öffis hier sind feste Linienbusse die immer fahren.

Bei der Integration ist hier halt immer noch Land und wahrscheinlich wie ländliche Gegenden in Bayern zu vergleichen. Als Zuagroaßter hat man es immer schwerer. Es bricht aber ganz langsam auf, trotzdem Arschlöcher gibts immer noch.

@SewingforyourLife Danke für die Info. 🙂 In mir ist einerseits die Sehnsucht nach dem Leben in noch kleineren städtischen, ja vielleicht ländlicheren Gegenden. Andererseits bin ich eben anders und habe Sorge mich dort nicht gut integrieren zu können und nicht gut integriert zu werden.
@rita dann wäre mein Rat, eine Gegend zu finden, wo in der Nähe eine Universität ist und junge oder jüngere Personen leben bzw. eine Gegend wo man nicht ganz alleine "anders" ist, wie auch immer du das definierst.
Umziehen aufs Land ist immer viel schwieriger denke ich. Denn in der Stadt, egal wie groß oder klein sie ist, hat man immer eine gewisse Anonymität. Auf dem Land ist das anders. Kann beides Fluch oder Segen sein.
Ich mag das Landleben, weil hier nicht soviel Lärm und Leute ist/sind.
@SewingforyourLife Mir fällt die Abwägung in dieser Frage nicht leicht, aber mit deinen Anmerkungen und deinem Rat kommt mehr Klarheit. Danke dafür! 🙂
@rita schön wenn ich ein bisschen helfen konnte.

@sixtus Ich weiß nicht, ob schuldig im Sinne der Anklage. Wir haben uns das gut überlegt; mit zwei verschiedenen Arbeitsorten, mussten wir Kompromisse eingehen. Ich konnte zuerst aber ÖPNV nutzen, doch dann kam ein Jobwechsel. Daheim und neue Arbeit sind einigermaßen mit RBs angebunden, aber so schlecht aufeinander eingetaktet, dass ich bei Überstunden nicht mehr mit Öffentlichen heim komme.

Beim Jobwechsel nicht absehbar:
Die fehlende S-Bahn wird seit 10 Jahre für "nächstes Jahr" angekündigt.

@sixtus Und in der Diskussion danach gibt es dann Menschen (vorwiegend Städter), die keinen Unterschied zwischen Speckgürtel und ländlichen Gebieten machen, wodurch die schon lange im Dorf lebende Bevölkerung gleich mitgebasht wird. Ich hoffe, hier läuft es differenzierter ab.
@sixtus Ich kann Menschen nicht absprechen das die aktuelle Staedteplanung für sie nicht lebenswert ist. Das liegt an der Städteplanung, nicht an den Menschen. Zudem kann sich nicht jeder Mensch das Wohnen in der Stadt leisten. Oder will sich seelisch nicht die Behausung antun die leistbar ist.
@sixtus Der Vollständigkeit halber muss man dazusagen, dass diese Häuser massiv vom Staat gefördert wurden - genau wie die abgelegenen Gewerbe- und Einkaufszentren, die nur mit dem Auto zu erreichen sind, weil Kfz-Infrastruktur ungleich stärker gefördert wird als ÖPNV, weil der sich ja nicht rechnet, weil die Leute sich ohnehin spätestens dann ein Auto anschaffen, wenn sie das subventionierte abgelegene Eigenheim beziehen, weil da sonst nichts ist und sie anders nicht wegkommen.
@sixtus kann nich jeder toot ein Brüller sein... 🙃
@sixtus die Alternative ist halt in der Stadt zu wohnen. Das sind leider fast alles Autohöllen. Wenn man das nicht will muss man raus ziehen und braucht ein Auto. Beides ist scheiße, aber nichts was man mit individuellen Entscheidungen beeinflussen kann. Pick your poison…
@znkr
... um dann mit dem Auto in die Stadt zu fahren und sich zu beschweren, dass es keine kostenlosen Parkplätze in der Einkaufszone gibt... es ist ein strukturelles Problem.
@sixtus
@sixtus nur weil ich in einem Einfamilienhaus auf dem Land heißt es ja nicht, dass ich mehr auf ein Auto angewiesen bin.
Wie viele Menschen in der Großstadt fahren ihre Kinder mit dem Auto in die Kita und danach weiter mit dem Auto zur Arbeit.
Ich lade mein E-Auto mit Strom vom Dach oder mit Strom aus refenarativen Quellen. Fahre einen Großteil meiner Wege mit dem Rad. Bin so gut wie nie in der Stadt.
@sixtus Die Kinder fahren mit dem Bus oder Rad in die Schule und es fährt eine Bahn in die Stadt.
Wenn ich in Richtung Stadt schaue, sehe ich eine ordentliche Licht Kugel.
@sixtus "Für mich gibt es nur schwarz ODER weiß!" sagte X. und wurde prompt auf einem Zebrastreifen überfahren.
@sixtus ich glaube, wir haben es jetzt alle langsam verstanden.
Können wir jetzt vielleicht weiter ziehen und andere Probleme ansprechen? Z.B., dass in Städten PV-Anlagen immer noch nicht Pflicht sind? Wenn man sich die Städte auf Google Maps ansieht, sieht man, wie viel Potential darin steckt. Die Städte könnten quasi Strom-Autonom existieren.
@sixtus etwas zu einfach gedacht, oder nicht?
Sorry aber das ist reiner Populismus.

@drohm @sixtus

Ist es nicht geradezu das Gegenteil von Populismus?

@sixtus @drohm

Es ist die zugespitzte Darstellung eines strukturellen Problems unserer Siedlungs-, Industrie- und Verkehrspolitik.

@CGdoppelpunkt @sixtus ja so gesehen ist es schon richtig.
Aber Leute bauen, kaufen und mieten Wohnraum in den Gegenden, weil in den Städten kein bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht.
Es ist nicht so, dass die meisten Leute das freiwillig tun.

Außerdem können wir nicht alle in Berlin-Mitte oder Hannover-Linden wohnen.

Die Menschen deshalb als Clowns abzutun finde ich nicht richtig.

@drohm @sixtus

Man darf bei diesem Thema nicht alle in einen Topf werfen. Viele, die ein Haus bauen, könnten sich ein Leben in der Stadt durchaus leisten (sonst könnten sie sich das Bauen und zwei Autos nicht leisten). Was fehlt, sind billige Wohnungen für die, die's nicht können. Solche (!) muss man bauen, nicht noch mehr "Häuser im Grünen" mit Schottergärten.

@sixtus naja. Viele können sich ein Haus in anderen Gegenden wahrscheinlich nicht leisten?
@kischtrine Es geht nicht um die Gegend, sondern um die bizarre Idee, jedes Paar, jede Familie könnte in einem eigenen Haus wohnen, ohne dass Deutschland dann durchplaniert wäre.
@sixtus das kam zumindest bei mir so nicht an

@sixtus
Das Argument ist so nicht ganz richtig.

Weil die Löhne und Gehälter in den Städten nicht ausreichen, um eine anständige Wohnung für eine Familie zu mieten, geschweige denn zu kaufen, müssen diese Menschen in die Außenbezirke oder die umliegenden Gemeinden ziehen, in denen es keinen gescheiten ÖPNV mit einer ausreichenden Taktung und zu bezahlbaren Kosten gibt.
Dafür müssen sie sich dann ein oder zwei Autos kaufen.