Ich kann den Impuls von Teilen der Behinderungs-Bubble, nach den Höcke-Äußerungen darauf hinzuweisen, dass Menschen mit Behinderung einen wichtigen Beitrag zum Abbau des Fachkräfte-Mangels leisten können, zwar irgendwie verstehen, finde ihn aber problematisch. Inklusion ist nämlich ein Menschenrecht. Und das sollten auch wir niemals in einen wie auch immer gearteten Zusammenhang zur wirtschaftlichen Verwertbarkeit bringen.
@HeikoKunert Diese Argumentation ist gerade auch deshalb abstrus, weil der #Kapitalismus stark in #Ableismus hineinwirkt.
@HeikoKunert
Höcke sollte dafür rund gemacht werden, dass er (erwartungsgemäß) sich nach Migration und sexueller Orientierung jetzt auch ableistisch äussert. Es geht um Menschenfeindlichkeit, um nichts anderes.
@HeikoKunert Ich tue mich mit Äußerungen wie "X ist ein Menschenrecht, also ist Argument Y nicht nötig" in solchen Debatten insofern schwer, als -- wenn AfD, Libertäre, sonstige Rechtsaußen Menschenrechte anerkennen würden, es die Debatte gar nicht gäbe. Man muss leider genau die Menschen überzeugen, die nichts auf Menschenrechte geben.

@ysegrim @HeikoKunert Du implizierst die Annahme, dass sie bereit sind, ihre Meinung zu ändern.

Je nach dem, ob diese Annahme wahr ist oder nicht, ergeben sich unterschiedliche Wege, wie man eine Auseinandersetzung mit diesen Menschen anzugehen.

@ysegrim @HeikoKunert Sehe ich leider ähnlich. Wir sind an einem Punkt, an dem ein signifikanter Teil der Gesellschaft Entscheidungen aufgrund einer komplett anderen Wertebasis trifft und sich dafür auch nicht mehr schämt.
Wo auf ein "Moment, stellst du hier grad ein Menschenrecht in Frage?" einfach kein "Oh, hast recht. War gedankenlos von mir." kommt, sondern "Kann sein. Und?"

Und an dem Punkt haben wir zwei Optionen: Akzeptieren, dass die Leute gegen uns agieren werden, bis wir sie irgendwie entweder wieder bekehrt oder zumindest beschämt bekommen - oder ihnen erklären, warum selbst in ihrem Wertebild ihre Einstellung kontraproduktiv ist. Letzteres ist mit Sicherheit nicht ungefährlich, weil es den Diskurs weiter verschieben kann, und sollte auf jeden Fall mit Apellen an das Menschenrecht flankiert werden. Es erscheint mir aber auch nicht nutzlos. Genau wie ich zum Beispiel Lindner aus tiefstem Herzen verabscheue, aber sein "Ihr wisst schon, dass wenn hier die AfD herrscht niemand mehr bei euch investiert?" sehr sinnvoll fand.

@HeikoKunert wirklich interessant, kaum ändert sich die Sprache durch ein paar Faschisten, ändert sich die Wahrnehmung von vielen anderen. Danke für deine Einordnung

@HeikoKunert

Ich sehe das genauso.

Gerade angesichts der Gleichgültigkeit von Teilen der Bevölkerung, gegenüber der seit Jahren zu beobachtenden Verringerung des Landes- und Bundespolitischen Einsatzes für Menschenrechte, ist es umso wichtiger, auf die Wichtigkeit und Gültigkeit der Menschenrechte hinzuweisen.

Sonst bestimmen am Ende ökonomische Gesichtspunkte, wer leben darf und wer nicht.