@ysegrim @HeikoKunert Du implizierst die Annahme, dass sie bereit sind, ihre Meinung zu ändern.
Je nach dem, ob diese Annahme wahr ist oder nicht, ergeben sich unterschiedliche Wege, wie man eine Auseinandersetzung mit diesen Menschen anzugehen.
@ysegrim @HeikoKunert Sehe ich leider ähnlich. Wir sind an einem Punkt, an dem ein signifikanter Teil der Gesellschaft Entscheidungen aufgrund einer komplett anderen Wertebasis trifft und sich dafür auch nicht mehr schämt.
Wo auf ein "Moment, stellst du hier grad ein Menschenrecht in Frage?" einfach kein "Oh, hast recht. War gedankenlos von mir." kommt, sondern "Kann sein. Und?"
Und an dem Punkt haben wir zwei Optionen: Akzeptieren, dass die Leute gegen uns agieren werden, bis wir sie irgendwie entweder wieder bekehrt oder zumindest beschämt bekommen - oder ihnen erklären, warum selbst in ihrem Wertebild ihre Einstellung kontraproduktiv ist. Letzteres ist mit Sicherheit nicht ungefährlich, weil es den Diskurs weiter verschieben kann, und sollte auf jeden Fall mit Apellen an das Menschenrecht flankiert werden. Es erscheint mir aber auch nicht nutzlos. Genau wie ich zum Beispiel Lindner aus tiefstem Herzen verabscheue, aber sein "Ihr wisst schon, dass wenn hier die AfD herrscht niemand mehr bei euch investiert?" sehr sinnvoll fand.
Ich sehe das genauso.
Gerade angesichts der Gleichgültigkeit von Teilen der Bevölkerung, gegenüber der seit Jahren zu beobachtenden Verringerung des Landes- und Bundespolitischen Einsatzes für Menschenrechte, ist es umso wichtiger, auf die Wichtigkeit und Gültigkeit der Menschenrechte hinzuweisen.
Sonst bestimmen am Ende ökonomische Gesichtspunkte, wer leben darf und wer nicht.