Nichts steigt gerade schneller an als Queerfeindlichkeit. In Niedersachsen sind laut LKA Queerfeindliche Straftaten stark angestiegen. Die Dunkelziffer ist hoch. Queerfeindliche Straftäter fühlen sich ermutigt vom Hass.

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Queerfeindliche-Straftaten-in-Niedersachsen-mehr-als-verdoppelt,lgbtqia100.html

Queerfeindliche Straftaten in Niedersachsen mehr als verdoppelt

Beleidigt, bedroht, geschlagen: In einer LKA-Studie geben drei Viertel aller befragten queeren Menschen an, diskriminiert zu werden. Eine Anlaufstelle für Opfer sei dringend nötig, sagt das Queere Netzwerk Niedersachsen.

»Ein erstes Zwischenergebnis: auch Menschen muslimischen (65 Prozent) und jüdischen Glaubens (56 Prozent), sowie Menschen mit einer Behinderung (45 Prozent) haben überdurchschnittliche Diskriminierungserfahrungen gemacht. Keine Gruppe jedoch ist laut der LKA [Niedersachen]-Studie "Hass in der Stadt" so stark betroffen wie queere Menschen.« – NDR

#Queerfeindlichkeit

Die Arbeit des LKA zur Erhebung der Lebensrealität in Niedersachsens Städten macht auch deutlich, was wir seit Jahren erklären und monieren: Die Kriminalstatistiken, die die Polizei im Rahmen ihrer Arbeit erzeugt, geben für viele gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten kein vollständiges Bild ab.

Die Dunkelfelder sind groß, ihre Ursachen:

• mangelndes Vertrauen in den Sinn/Nutzen von Strafanzeigen oder
• diskriminierungsfreie Polizeiarbeit,
• fehlender Support/Beratung nach Gewalterfahrungen.

Eine Ursache der zu #GMF nicht allzu aussagekräftigen #Kriminalstatistik ist aber auch das Einpflegen durch die Polizei-Beamt*innen.

Hinzu kommt, dass bestimmte Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nicht in den Tatbeständen des Strafrechts abgebildet werden. So gibt es beispielsweise für Queerfeindlichkeit keine Klarheit, ob entsprechende Hatespeech unter Volksverhetzung fällt - und auch keinen vergleichbaren Tatbestand, falls Volksverhetzung nicht dafür klarer/"weiter" werden soll.

"Das Internet" wird vor allem dadurch zu einem IRL-gelebt-rechtsfreien Raum, weil der Rechtsstaat nicht ausgestattet und weiterentwickelt wurde, um hier wirksam gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus etc zu sein.

Ob er es insgesamt/offline ist, ist eigentlich auch in Frage zu stellen. Und was wir stattdessen tun, wenn staatlich legitimierte Autoritäten nichts nützen, scheint mir auch unausgereift/ausbaufähig und irgendwie zu selten Themen.