Versuchen wir mal wie sich #Wissenschaft #Schimmelpilze #Bakterien hier vertröten lassen.

Wir haben im letzten Bauingenieur ein paper zum Thema "Verbleib und Verhalten von Bakterien in Bodenaufbauten nach AdHoc Wasserschöden“ veröfentlicht. DOI:10.37544/0005-6650-2022-10-54

In diesem Paper untersuchen wir, was passiert, wenn große Mengen an Bakterien plötzlich in den Bodenaufbau eurer Wohnung kommen. Ad-Hoc Wasserschäden sind plötzlich auftretende Wasserschäden. Hier sind aus Hygienegründen vor allem sogenannte Fäkalwasserschäden problematisch – also wenn es den Kanal zurück staut oder der Abfluss vom WC defekt ist, denn hier können auch Krankheitserreger in den Boden gelangen. 2/n
Es gibt bei uns zwei Hauptarten von verwendeten Schüttungen die unter dem Estrich eingebacht werden: Zementgebundene Styrolose (EPS, Expandiertes Polystyrol) und künstliche Mineralfaser (KMF). Beide sind porös, das heißt das Wasser kann sich schnell und großflächig verteilen. Allerdings verhalten sie sich im Fall eines Wasserschadens völlig anders: In gebundener EPS sterben Bakterien rasch ab, während sie in KMF überleben beziehungsweise sich vermehren können. 3/n
Was bedeutet das? Falls ihr Böden mit gebundenem EPS habt, kann man den Boden waschen, trocknen, es werden auch bei sehr hohen Keimdichten kaum Bakterien übrig bleiben die gesundheitlich bedenklich sind.
Bei KMF im Bodenaufbau bleiben Bakterien gut haften und können sich auch vermehren. Sprich in dem Fall kann es nötig werden, dass der gesamte Bodenaufbau neu gemacht werden muss, gerade bei Fäkalwasserschäden. Nur waschen und trocknen reicht nicht aus um die Fäkalkeime zu entfernen. 4/n
TL;DR: je nach Bodenaufbau unterscheidet sich die Überlebensfähigkeit der Bakterien massiv. Wenn ihr gerade (um)baut, überlegt euch gut wie ihr euren Boden dämmt. Denn wenn „shit hits the floor“ macht das einen deutlichen Unterschied. 5/n, n=5
@sigrid Dane! Super interessant