Hinterm Wald kommen hier immer noch ein paar aus der Hand hingestreute Häuser. Diese hier heißen "Fünf Häuser". Schön da. Der Westrand der #Oberlausitz. Bald schon Provence.
Ein paar Minuten weiter am Westhang des Kesselberg geht der Blick dann ganz weit westwärts und hinaus über den Rand der sudetischen Welt. Zeit für einen Apfel.
Clemens Hermann Geißler hat hier 1887 ausführlich die Aussicht beschrieben, mit Schwerpunkt auf dem Heiratsmarkt der Gegend. Und ich denke so bei mir: "Wetten, sorbische Gegenden kommen auch vor ...". Und, klar, da sind sie schon. #Sorabistik#Verflechtungslandschaft#Oberlausitz
Aber wenn uns noch Regen erreicht, dann kommt er hier als erstes runter und hier und da haben ein paar Fichten darum durchgehalten. Und dann riecht der Wald plötzlich wieder wie Kindheit.
Hinter der A4 kommt das viel besuchte Gasthaus "Luchsenburg". Überm Wald rauscht der Verkehr. Im Garten eine Bungalowsiedlung aus den 1980ern. Und gegenüber einer, dem der eigene Hass das Gehirn verkleistert hat. Ich will hier nicht sein und gehe weiter.
Da vorn kommt der Regen, auf den wir alle warten und dem ich heute einen Tag nach meinem Geburtstag froh entgegen gehe. Drunter ist der Schwedenstein. Und an seinen Hängen tut Steina toscanisch. #Oberlausitz
Vom Schwedenstein schau ich nach Osten, über den Hügelkamm der #Westlausitz hinunter ins milzenische Gefild, wo milde Schnaps und Honig fließen. Dörfer hier oben im Geröll? Sollen die Stummen machen.
Auf den Wanderungen gibt es immer dieses eine Stück Weg, das einem in Erinnerung bleibt. Wo alles stimmt. Diesmal ist es der Weg von Mittelbach zur Passstraße am Keulenberg. Geht dort einmal. Ihr werdet es nicht bereuen. #Draußen#Sudetenwege
Dass er immer öfter auf sich warten lässt, zeigt der Gipfelbereich der Heja. Der Keulenberg ist die erste Granitwand draußen im Nordwesten über der Heide, hier ballert jede Regenwolke dagegen. Und selbst hier sind die Fichten vertrocknet. #Sudeten#Klimakrise
Wie zu Beginn gesagt, die #DDR hatte den Keulenberggipfel verrammelt. Die Königsbrücker Demos gingen 1989 deswegen zum Teil hier hinauf. Die Leute wollten ihren Berg zurück.
Das haben sie nun, und manchmal ist hier auch ein ehrenamtlicher Kiosk offen. Heute leider nicht. Bismarck, natürlich Körner (war echt überall), Landvermessung und vieles mehr.
Oben gibt es wie es sich in den westlichen #Sudeten gehört Gipfelklippen aus Granit. Und auf denen drauf eine fantastische Aussicht über das Meer der Heide. Schön, dass ich endlich mal zur Heja gekommen bin.
Leider kann ich nur kurz bleiben, ich muss den Zug in Königsbrück erwischen, der nächste ginge erst wieder in zwei Stunden! Wird knapp. Božemje, luba Heja!
Ich bin den langen Straßendörfern, von denen es in der #Westlausitz viele gibt, heute komplett ausgewichen. Aber #Gräfenhain drüben im Meißnerischen, das nehme ich in voller Länge mit.
Und ansonsten ist man damit beschäftigt, das elendige Geracke in den hiesigen Steinbrüchen langsam zu vergessen. Das Dorf musste sich erst einmal Platz machen, die Ahnen haben überall die Steine geschichtet, die hier die Hänge besähen wie die Pilze.
Hinter der letzten Straßenbiegung geht es hinab ins lauschige Tal der Pulsnitz/Połčnica, wo jenseits einmal Böhmen begann und bis heute die #Oberlausitz.
Eine Biegung des Flusstals weiter geht der Blick dann schon zur Kirche von Königsbrück/Kinspórk. Und zum Eisenbahnviadukt, über das leider kein Zug mehr weiter nach Bernsdorf in die Heide fährt. #bahnzeit
Fürs westlausitzer Grenzstädtchen bleibt leider keine Zeit, im Bahnhof drüben auf der Seite im Meißnerischen steht schon der Zug nach Dresden-Klotzsche. Punktlandung nach elf Stunden! Und wenn ihr mal eine Langsamfahrt richtig auskosten willst, zuckelt von Dresden mal hier raus!