Ich habe die #Oberlausitz als Teil der #Sudeten ja bereits ausgiebig durchstreift. Was bisher fehlte, war die #Westlausitz. Eine Gegend, in der ich wirklich selten bin mit dementsprechend vielen weißen Flecken. Einer davon war der Keulenberg/die Heja. 413 Meter hoch, der letzte Eckpfeiler ganz weit draußen im Nordwesten, wo die historische #Oberlausitz sich im Meißnerischen und in der Heide verliert. Ein einsamer Berg und bis 1989 Sperrgebiet in der #DDR. Deswegen war ich bisher nie oben.
Zu seinen Füßen Königsbrück/Kinspórk. Das war das Ziel. Und los ging es in Bischofswerda/Biskopecy mit Pulsnitz/Połčnica als wichtiger Wegmarke. Vorm Bahnhof in #Bischofswerda Winnetou und Istanbul. Da könnte ein AFDler ins Grübeln kommen - man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben. #Moderne #Bricolage
Der Mai und der Juni waren bisher viel zu trocken. Die Wesenitz/Wjazońca und ich flüstern uns Mut zu.
Auch sonst muss man in Bischofswerda/Biskopecy tapfer sein.
An ein, zwei Tagen in der Woche kegelt der Wind auf den vereinsamten Marktplätzen der oberlausitzischen Landstädtchen ein paar Händler zusammen.
Schichtungen in Bischofswerda/Biskopecy. #Oberlausitz
10 Minuten später der Stadtrand.
Und dahinter die Savanne. #Sudeten
Wir haben um jede unserer Städte eine Umgehungsstraße gezogen. Nun kommt keiner mehr bei uns durch. So sieht niemand, wie wir sterben. Aber vorher schon haben wir uns selbst vergessen.
Božemje Biskopecy. Stirb schön.
Auf dem Grunaweg geht niemand mehr. Ab und an verliert er sich in einem kleinen Wäldchen oder einem Acker. Ein Bächlein, die Gruna, murmelt in nahen Wiesen herum. #Sudetenwege
Gruna war mal ein kleiner Weiler, ist aber schon seit Jahrhunderten wüst. Ein Hof ist noch da. Hinterm Wald kommt hier immer noch ein Hof. #Oberlausitz
Unten an der Straßenbrücke über die Gruna stand ein Alter mit Hund und blickte trübe ins Bächlein hinab. "Keine Fische mehr drin", sagte er zu mir.
Oberlausitzer Bauerngeschlechter. Es geht aus den Leuten nicht raus.
Hinterm Wald kommen hier immer noch ein paar aus der Hand hingestreute Häuser. Diese hier heißen "Fünf Häuser". Schön da. Der Westrand der #Oberlausitz. Bald schon Provence.
Die "Fünf Häuser" in ihrem sanften Wiesental. Dahinter nach Süden der langsam zur Elbe hin auslaufende sudetische Hauptkamm. #Oberlausitz
Auch vor mir steigt es nun an, hinauf in die westlausitzischen Hügel.
Vom Kleppischberg aus schaut sich eine Linde die Hügel an. Drüben der Valtenberg/Sokołnik, aber den kennt ihr ja schon.
Ein paar Minuten weiter am Westhang des Kesselberg geht der Blick dann ganz weit westwärts und hinaus über den Rand der sudetischen Welt. Zeit für einen Apfel.
Clemens Hermann Geißler hat hier 1887 ausführlich die Aussicht beschrieben, mit Schwerpunkt auf dem Heiratsmarkt der Gegend. Und ich denke so bei mir: "Wetten, sorbische Gegenden kommen auch vor ...". Und, klar, da sind sie schon. #Sorabistik #Verflechtungslandschaft #Oberlausitz
Ich bin nun inmitten der westlausitzer Hügel und Wälder im berühmten Luchsenburg - Revier. Der Borkenkäfer war auch schon zu Besuch.
Aber wenn uns noch Regen erreicht, dann kommt er hier als erstes runter und hier und da haben ein paar Fichten darum durchgehalten. Und dann riecht der Wald plötzlich wieder wie Kindheit.
Viele Quellen deswegen auch, hier die der Röder.
Röderbrunn war immer schon einsam. Hat sich nicht geändert. Jetzt geht hier die Autobahn vorbei. Eine andere Art von Einsamkeit.
Ach, wie diese Kleinbauern-Häuser immer noch einen Anbau weitergehen. Immer kleiner und kleiner. Bis alles in der Zeit verschwunden ist.
Ich lege mich fest: Das hat #Lessing sich nicht träumen lassen! (@sasastanisic )
Hinter der A4 kommt das viel besuchte Gasthaus "Luchsenburg". Überm Wald rauscht der Verkehr. Im Garten eine Bungalowsiedlung aus den 1980ern. Und gegenüber einer, dem der eigene Hass das Gehirn verkleistert hat. Ich will hier nicht sein und gehe weiter.
Hinterm Wald kommen hier in der #Oberlausitz immer noch ein paar Häuser. Die hier heißen "Finke".
Da vorn kommt der Regen, auf den wir alle warten und dem ich heute einen Tag nach meinem Geburtstag froh entgegen gehe. Drunter ist der Schwedenstein. Und an seinen Hängen tut Steina toscanisch. #Oberlausitz
Oben in Steina im Eierscheckewind ein Dorfbäcker mit Aussicht. #Oberlausitz
Vom Schwedenstein schau ich nach Osten, über den Hügelkamm der #Westlausitz hinunter ins milzenische Gefild, wo milde Schnaps und Honig fließen. Dörfer hier oben im Geröll? Sollen die Stummen machen.