Doch.
Man kann beides gleichzeitig tun.
Niemand wird gezwungen, in Urlaub zu fliegen, und es gibt wenige stichhaltige Gründe, die es erklären - nicht entschuldigen.
Wer's trotzdem tut, handelt ebenso verantwortungslos wie Politik.
@proscience @Perowinger94
Niemand wird gezwungen, aber es ist haeufig preislich deutlich attraktiver als die Alternativen. Ich bin die letzten zwei Jahre nur mit dem Zug ins Ausland gefahren (England, Ungarn, Rumaenien) und es war jedes Mal mindestens 2.5x so teuer als zu fliegen.
Menschen mit wenig Geld Urlaub im Ausland abzusprechen weil sie sich nur einen Flug leisten koennen ist auch keine Loesung. Vor allem, wenn der Grossteil der Emissionen von den 1% in ihren Privatjets verursacht wird.
1/2
Sorry: Keine Zustimmung.
Das ist eine ähnliche Kiste wie die "aber 🇩🇪 verursacht nur x % aller Treibhausgase"-Whataboutism.
1. Es gibt kein Grundrecht auf Urlaubsreisen.
Erst recht nicht auf welche, die ein Vielfaches an klimakrisenbeschleunigenden Emissionen verursachen als täglicher Fleischkonsum, Dauerbeleuchtung, Verbrennerfahren + elektr. Wäschetrockner.
2. Wer von anderen Solidarität bzgl. Transformationskosten erwartet, muss selbst auch beitragen.
2/2
Das gebietet auch das Verursacherprinzip.
Reicht das?
Natürlich nicht.
Aber auf "die da oben" und "die anderen" zeigen, aber im Rahmen der eigenen Möglichkeit so weitermachen wie bisher, finde ich völlig inakzeptabel.
Ich denke wir sind prinzipiell einer Meinung: Weitermachen wie bisher finde auch ich voellig inakzeptabel, weswegen ich mich seit 2 Jahren vegan ernaehre und auch nur noch per Zug verreise.
Allerdings finde ich es genauso inakzeptabel, Menschen die sowieso schon wenig haben zu sagen, sie duerfen nicht ins Ausland in den Urlaub weil sie sich umweltfreundlichere Reisemittel nicht leisten koennen.
Deswegen stimme ich @Perowinger94 zu: Die Politik muss dafuer sorgen, dass die Alternativen attraktiver werden.
Als ich selbst noch mehr aufs Geld schauen musste war mir die Reisezeit relativ egal. Drei Mal umsteigen und 27h Reisezeit statt Direktflug in 9h, aber 200 Euro billiger? Da hab ich sofort zugeschlagen.
Ich bin mir sicher, dass es vielen so aehnlich geht. Wenn die Zugverbindung guenstig genug ist ist es egal, dass man laenger braucht als per Flug.
@berglerma
Es reicht nicht Zugfahrten zu subventionieren, wenn das Angebot schlecht ist. Wir haben seit Jahrzehnten ein Kernproblem und das heißt Schieneninfrastruktur! Geld wird in Prestigeprojekten wie Stuttgart 21 vergraben, die den Verkehr behindern und finanzielle und personelle Kapazitäten binden. Gleichzeitig verkommen die Bahnhöfe zu asozialen Treffpunkten. Das ist wiederum ein gesellschaftspolitisches Problem. Ein attraktives Angebot sieht anders aus!
@Antonow @proscience @Perowinger94
Das Angebot ist meiner Erfahrung nach gar nicht so schlecht. Aber klar, ausbauen ist sicherlich auch hilfreich, um die Attraktivitaet zu erhoeher.
Letztendlich bin ich schlicht der Meinung, dass man es den Menschen zunaechst ermoeglichen muss, bei gleichem Budget klimafreundlich zu reisen, und erst danach die Flugreisen entsprechend zu verteuern.
Andernfalls werden einige ihre Aengste vor dem sozialen Abstieg bewahrheitet sehen.
@Antonow @proscience @Perowinger94
Das heisst aber auch, dass man Inlands- und Privatfluege schon jetzt entsprechend besteuern koennte, da sind die Alternativen ja vorhanden. Das dadurch eingenommene Geld kann man dann in den Ausbau der Bahn stecken.
@berglerma
Schieneninfrastruktur auszubauen dauert Jahrzehnte. Es bleibt keine Zeit sich Gedanken über mögliche Finanzierungsmodelle zu machen. Selbstverständlich muss der Verursacher (und ist er noch so reich!) angemessen bezahlen, aber die politische Entscheidung muss sofort kommen.
Für was wir derzeit alles "Sondervermögen" einsetzen. Aber hier ist es absolut dringend!
Es ist mir ein absolutes Rätsel, warum u.A. die Grünen hier erkennbar keine Priorität setzen.
@proscience @Perowinger94
@berglerma
Hier stimme ich absolut zu: man kann nicht vom Bürger immer verlangen dies und das anders zu machen, wenn man selbst (als Politiker) hier keine Grundlagen für einen Umstieg geschaffen hat. Sonst riecht es stark nach Gängelung anstatt nach ernstem Anliegen. Es ist Verrat an der Sache.
Das politische Ziel die Fahrgastzahlen zu verdoppeln ist ohne den deutlichen Ausbau der Infrastruktur nichts mehr als heiße Luft!