Ich bin so irritiert von der Elterngelddebatte, dass ich glaube, sie einfach nicht ganz zu verstehen.
@afelia guten Morgen ☺️ versteh ich das richtig? Die, die meinen was zu sein regen sich für drei Prozent der Bevölkerung auf? 🤔

@Vostei @afelia

Oh. Sollen das nur so wenige sein?

Da habe ich hier aus der Speckzone einer Großstadt wohl eine verzerrte Sichtweise. Hier käme man dann mit Kind und nur einem Einkommen (also 1/2 - 75 TEUR) nicht mehr so entspannt hin - bei schnell 1.500 bis 2.000 Euro Kaltmiete für eine etwas größere Wohnung. Die, die nicht schon lange hier Wohnraum haben, sind echt gekniffen.

@Ulli_1234 @Vostei @afelia bei 180.000 Euro brutto, 90.000€ netto und demnach 7500€ im Monat wären das nicht ansatzweise 50% des Einkommens

Das ist gelebte Realität für den Rest der Mieter, die 1800€ Brutto verdienen und netto 900€ übrig behalten

Ich amüsier mich grad herzlichst darüber dass das gewählte Beispiel nicht ansatzweise Not darstellt

@speitsch @Vostei @afelia

Ich schrieb nichts von Not, nur, dass es sicherlich nicht entspannt ist, eine Familie im Raum Frankfurt mit 75 TEUR zu versorgen.

Es ist die Frage, was wir wollen.

Wollen wir die mit guter Ausbildung und mittleren bis guten Jobs, die Kinder bekommen, bestrafen, indem im ersten Jahr mit Kind eine finanziell sehr unkomfortabel Situation haben?

Gibt es nicht andere Einsparungsmöglichkeiten (zB Dienstwagen, höhere Besteuerung Kerosin), die nicht Familien treffen?

@Ulli_1234 @Vostei @afelia Kerosinsteuer trifft so eine Familie aber auch. 50% der Deutschen fliegen nicht. Die oberen 10% der Menschen, die Flugreisen unternehmen, sorgen für 50% der Flugbewegungen

Das ist DIE EXAKT GLEICHE GRUPPE

@Ulli_1234 @Vostei @afelia Das ist ja genau das, was ich hier ausdrücken will

Diese Familien mit 180k brutto im Jahr haben zwei Autos der 100k Kategorie, wohnen auf 120qm in guten Wohngebiet und sparen nebenbei noch jeden Monat 1500€, Zahlen 1000€ in die Privatrente, haben Privat-Krankenversicherung und fliegen 2 bis 5 Mal im Jahr in en Urlaub

All das haben DIE ANDEREN nicht.

@speitsch @Vostei @afelia

Nein, das haben die in der Liga definitv noch nicht.

Das Reihenhaus kostet hier zwischen 1 und 1,4 Mio. Euro - macht bei 80% Finanzierung 3.500 Euro nur Rate.
Ein Auto zu 100 TEUR kostet im Monat rund 1000 Euro. Private Krankenversicherung für 4 köpfige Familie kostet 1.200 Euro.

Ja, es ist bei 180 TEUR = 9 TEUR netto/Monat entspanntes Leben.
Aber nicht der Luxus und das Vermögensbildungspotential, von dem Sie da schreiben. -->

@speitsch @Vostei @afelia

Wir sind komplett in der Neiddebatte.

Weil es andere nicht haben, sollen 2 Menschen, die bisher 8 TEUR zur Verfügung hatten, nun mal 1 Jahr nur mit 4 bis 5 TEUR zurecht kommen, weil sie sich für ein Kind entschieden haben? Sollen halt in eine günstige Wohnung umziehen. Ein Auto verkaufen. Versicherungen kündigen.

Es betrifft nur wenige, aber wollen wir es den paar Eltern/Kindern schwer machen?

Einbußen sind bei denen auch mit Elterngeld ordentlich da.

@Ulli_1234 @speitsch @Vostei @afelia ich kann mir auch kein haus kaufen, kommen darum irgendwem die tränen? nein. mir auch nicht. das ist keine neiddebatte, das ist eine bigotteriedebatte! es geht um klassen und gerechtigkeit. die armen akademiker können keine kinder mehr selbst betreuen? ja scheiße ey! wie ist das mit kloputzern? wenn da 1 zuhause bleibt, ist das besser für die kids, weil eh schon zu wenig geld? sollen sie doch akademiker werden? ick kotze, echt!

@zitrone @Ulli_1234 @Vostei @afelia grundsätzlich ist es aber so dass sie schon Recht hat - die superreichen werden immer reicher und wir zanken uns

Wir sollten bei denen mehr ansetzen und gemeinsam dafür sorgen, dass wir mehr haben

https://archive.ph/2023.07.02-131315/https://www.zeit.de/kultur/2023-06/vermoegensungleichheit-einkommensverteilung-reichtum

@speitsch @Ulli_1234 @Vostei @afelia korrekt.
allerdings: die nichtsuperaberverdammtreichen gehören genauso zum fehler im system.
aus dieser position von neiddebatte zu sprechen, schlägt einfach dem fass den boden aus. das ist bigott.
wenn ich superprivilegiert bin, sollte ich auch wissen, wann ich mein mimimi für mich behalten muss, weil ich weiß, dass ich immer noch unfair in der gesellschaft positioniert bin.
statt verluste zu bejammern, dafür sorgen, dass alle mindestens haben, was ich habe?

@zitrone @speitsch @Vostei @afelia

Es wird immer Unterschiede geben. Je nach Ausbildung und Bedarf wird unterschiedlich gezahlt. Den Unterschied zwischen Ungelernt und Oberarzt.

Sie alle eint aber, dass sie in die Sozialsysteme einzahlen und sie im Fall der Fälle auch brauchen.

Wir sollten uns auf die konzentrieren, die vom (geerbten) Vermögen leben und die meisten Ressourcen nutzen.
Sie können Einkünfte steuern und schieben, haben günstige Steuersätze (KapSt) oder bleiben zT steuerfrei.

@Ulli_1234 @speitsch @Vostei @afelia now we're talking. MUSS es immer unterschiede geben? ist das richtig, dass menschen mit "niederer" ausbildung oder gar reduzierten fähigkeiten viel weniger geld bekommen, und damit auf vielen ebenen bis in die generationen ihrer kinder hinaus benachteiligt sind?
eine welt, in der für alle menschen genügend gesorgt ist, ist machbar, aber wir wollen sie nicht!
die superreichen und erben sind ein extrem, aber nicht das grundproblem. leistung ist eine illusion!
@Ulli_1234 @speitsch @Vostei @afelia Stichwort Ungelernt: Welchen Stundenlohn würdest DU verlangen, um öffentliche Toiletten zu putzen? ICH würde unter 150€ keine Sekunde drüber nachdenken! Leistung, Kompetenz, Verantwortung sind Scheißkategorien, wenn es um Lohngerechtigkeit geht! Gesellschaftlicher Nutzen, darauf könnte ich mich ggbf. einlassen, dann wären Pflege- und Sozialberufe die Topverdiener. Es geht hier nicht um nur um bestehendes selbstvermehrendes Kapital; einfach alles ist schief!

@zitrone @speitsch @Vostei @afelia

Genau deswegen habe ich nicht nur Ausbildung, sondern auch "Bedarf" als Faktor für die Entlohnung genannt.

Es wird sich ein Preis finden, zu dem die öffentlichen Toiletten geputzt werden. Spoiler: Ich schätze unter 150 €/h.
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, verdient man aus diesen Gründen schon jetzt bei der Müllabfuhr nicht schlecht. Und das Handwerk wird das Büro auch noch überrunden, wenn nicht schon passiert (siehe Löhne von Maurern, Gerüstbauern).

@Ulli_1234 @speitsch @Vostei @afelia Müllabfuhr und Handwerk ist okay bezahlt. Kloputzen nicht. Pflege und Soziales unter aller Sau. Aber das wissen wir ja alle. (Ich tippe bei Klos für die Zukunft auf Automatisierung.) Der Punkt hier ist: Erst, wenn niemand gezwungen ist, Scheißjobs zu machen, schafft der Markt gerechtfertigten Lohn und dann wird Kloputzen sicher nicht bei 8,50 bleiben. Beim Handwerk ist es ja eher die nicht gedeckte Nachfrage.
(jetzt sind wir schin ganz schön offtopic...)

@zitrone @Ulli_1234 @Vostei @afelia den Mindestlohn in der Pflege sollte man vielleicht erstmal wissen bevor man sich drüber aufregt

Das ist ja das was ich meine. Wenn man keine Ahnung hat rumstänkern kann ich ja offensichtlich auch aber ich bitte Dich wenn du nicht weißt wovon Du redest warum kommentierst du dann?

@zitrone @Ulli_1234 @Vostei @afelia 18,35€ die Stunde ist definitiv nicht "unter aller Sau" - das wirst du bei einer Diskussion mit jemandem den du überzeugen willst nicht akzeptiert bekommen.

@speitsch @Ulli_1234 @Vostei @afelia wieviel verdient der oberarzt? ist der wertvoller? oder vielleicht im perfekten, gerechten system exakt gleich wichtig, weil es beide exakt gleichermaßen braucht? get real!

und schau: ich bin programmierer, im gegensatz zu pflegern, bin ich gesellschaftlich wertlos. mit welchem recht verdiene ich ein vielfaches die stunde? die antwort ist einfach: tue ich nicht. get real!

@zitrone wie gesagt es würde reichen wenn Du überhaupt weißt wovon Du redest das würde dann die Leute dazu bringen Dir zu glauben dass Du diskutierst weil es dich interessiert und nicht weil Du nur andere Leute anpampen willst

@speitsch sorry, mir ist nur bei neiddebatte die hutschnur geplatzt, will hier niemanden anpampen.
und ich kann dir sagen, dass ich auch für sagenhafte 18,50 keinen finger krumm mache.

wenn du dich auf meine argumentation um den gesellschaftlichen wert von arbeit überhaupt ersteinmal einlassen würdest (worum es für mich bei der frage von gerechtigkeit – und bigotterie – geht), wirst du feststellen, dass du mit zahlen und deinen vorstellungen, was viel und wenig ist, am thema vorbeischrubbst.

@speitsch oder als aufgabe: wie rechtfertigst du, moralisch, dass ich ein vielfaches die stunde an geld bekomme als pflegende?

verdiene ich mehr wohlstand und sicherheit? oder: verdiene ich, viel mehr zeit für mich selbst zu haben?

es geht nicht um den status quo, es geht ums prinzip. ich kenne kein argument, dass meinen wertvorstellungen gegenüber bestand hat.

@zitrone ich muss das nicht rechtfertigen. Das ist unser derzeitiges System und 90% der Deutschen akzeptieren es. Das ist der Status Quo den ich gerne ändern würde mit höheren Steuern für Reiche und mehr Sozialleistungen für Geringverdiener

Wie gesagt deine Frage ist sinnfrei und Zeitverschwendung

@zitrone ich hab ne konkrete Vorstellung wie ich das Leben der Menschen verbessern will, ich bin hier nicht im Philosophiekurs um über den Sinn des Lebens zu diskutieren

Ich bin der Ansicht dass das Proletariat MEHR verdient hat und stelle das nicht Ärzten gegenüber weil Ärzte selbst wenig verdienen im Vergleich zu den oberen 10% der Verdiener in Deutschland

Deine Frage geht also am Thema vorbei

zu diskutieren „was ist gerechter Lohn“ hilft nur den Superreichen

Sonst niemandem

@speitsch hot take ;)

eine diskussion über gerechtigkeit sollte uns nicht davon abhalten, gleichzeitig superreichtum angemessen zu besteuern und zu verhindern, no?

@zitrone du solltest vielleicht einfach mal bei dir in der Firma ne Gewerkschaft gründen anstatt Leute im Internet vollzutexten wie sehr doch irgendwelche Ärzte mehr verdienen als du
@speitsch schau; ich finde es super, wenn sich leute für mindestlohn einsetzen. auch hier ist die konkrete zahl egal, die koordinaten verschieben sich, dann sind die zahlen obsolet. wenn wir die gesellschaft besser strukturieren, ist ein mindestlohn obsolet. mindestlohn ist symptombekämpfung und mir daher zu wenig. damit will ich dein engagement nicht klein machen! auch symptombekämpfung ist wichtig. ist wie beim klimawandel. du musst ursachen UND symptome lindern.
nur symtome sehen ist tödlich

@zitrone klar aber das Problem sind eben nicht unterschiedliche Löhne sondern Neoliberale Müll-Politik die den Wohlstand nach oben verteilt

Über Unterschiede bei Löhnen kannst du reden sobald nicht mehr 10% des Kuchens Löhne sind und 90% Mieten/Zinsen/Aktiengewinne

@speitsch erster satz bin ich voll d'accord (die löhne sind symptome). beim zweiten würde ich sagen: das ist unabhängig voneinander und muss beides passieren.

(ich muss jetz aber ma an die frische luft 👋)