Klimaneutralität über den Preis herzustellen funktioniert nicht. Aber auch Kernfusion, Minireaktoren und E-Fuels sind weltfremd und keine Option. https://taz.de/E-Fuels-und-Kernfusion/!5930597/
E-Fuels und Kernfusion: Söders Märchenstunde

Klimaneutralität über den Preis herzustellen klappt nicht. Auch Kernfusion, Minireaktoren und E-Fuels sind reines Wunschdenken. Markus Söder und der FDP ist das egal.

@tazgetroete «#Klimaschutz bedeutet Verzicht» ist die harte Antwort. Verzicht = Energieverbrauch einschränken. Auch das muss schneller gehen - und ist da der #CO2-Preis, wenn auch kein Alleinheilmittel, nicht doch eine ganz wesentliche Steuerungsgröße? 🤔

@poldemo

Nein, weil der CO² Preis einen groben Fehler hat. Im momentanen Preisgefüge ist er im Wesentlichen eine Abgabe und hat kaum Lenkungswirkung. Wenn man ihn allerdings auf einen Preis anhebt, der die tatsächlichen Kosten und Schäden reflektiert, sowie auch eine harte Lenkungswirkung entfalten würde, dann würde er zu Verzicht führen. Vorwiegend für die ärmeren Schichten.

Einem reichen Porschefahrer ist es herzlich egal, ob er 5-10 € pro Liter, für seine Karre zahlen muss (deswegen schwurbelt die FDP ja auch von #Efuels). Fragen Sie da mal den Otto Normalverbraucher, der jeden Tag mit dem Auto pendelt. Diese hohen Zusatzkosten für Transport, Energie, etc. würden sich dann auch auf alles andere abwälzen.

Wenn dann die Mehrheit hier in Deutschland an der Tafel steht um ein paar Brosamen abzukriegen, während die Reichen sich in ihren Gated Communities an Pools sonnen, dann ist ja klar wohin das führen wird.

Hier ist eine staatlich-gelenkte Rationierung deutlich besser für den sozialen Frieden und Gerechtigkeit.

@tazgetroete

@TobiWanKenobi so ist es. Der CO2 Preis hat genau diesen entscheidenden Fehler. Würde aber funktionieren, wenn man die Kohle dann wieder gleichmäßig an alle verteilen würde. Geht aber nicht. Wäre ja Sozialismus. 😉

@masterhajoda Ein Klimageld, was ich prinzipiell befürworten würde, macht aber auch nur Sinn, wenn die Anteile korrekt verteilt werden, ansonsten ist es zwar etwas besser, aber nicht unwesentlich sozial-ungerechter.
Das Problem liegt halt in der Relativität. Die ärmeren Bevölkerungsschichten würden anteilig zum eigenen Lohn eine höhere prozentuale Belastung durch den CO² Preis erfahren als reichere Bürger (von Millionären+ schon gar nicht zu sprechen). Da der CO² Preis sich auf alles niederschlagen würde, sprich Essen, Wohnen, Energie, Transport, etc., müsste das Klimageld all diese Mehrbelastungen für die unteren Schichten abfangen.

Hinzu kämen noch die Probleme wie man mit Unternehmen in Deutschland verfahren würde wollen. Subventionieren macht keinen Sinn weil zu viele Teile der Wirtschaft betroffen wären, und mit Klimageld wird das auch nix.

Der Hauptgrund warum der CO² Preis nicht höher sein kann liegt ja im Wesentlichen an der Wirtschaft. Würde die Politik diesen deutlich anheben, wie notwendig, wäre das das Aus der hiesigen Industrie. Daher versucht man ja dieses sinnfreie schrittweise Anheben auf einem sehr niedrigen Niveau, um eine Anpassung der Wirtschaft zu ermöglichen. Da wir aber viel schneller sein müssten wg. der Klimakrise und wir nicht die Zeit haben für so ein Rumgekrebse, auch dank der Vorgängerregierungen unter der schlechtesten Kanzler*in seit WW2, ist der CO² Preis auch mit Klimageld nicht praktikabel.

Aber naja, das wird sich ohnehin sehr bald und sehr schnell zeigen.

@TobiWanKenobi @tazgetroete das spricht nicht gegen die Steuerungswirkung? Um Verzicht geht es ja.
Klar, soziale Ungleichgewichte müssen adressiert werden (wie bei allen Maßnahmen, nicht nur hier).
Daß der „reiche Porschefahrer“ jeder Preis egal ist, halte ich für einen Mythos. Das Problem sind Tankkarten von Unternehmen, die damit ihre Dienstwagen (für alle MitarbeiterInnen) versorgen - und denen sind folglich Preis&Verbrauch egal. Das Thema kann&muss aber eh adressiert werden

@poldemo

"das spricht nicht gegen die Steuerungswirkung?"

Nein tut es nicht, aber ich hatte Deine Frage auch nicht als reine Definitionsfrage verstanden. Natürlich hat der CO²-Preis hat eine Steuerungswirkung ab einem gewissen Punkt (nicht im Moment). So wie jegliche konditionierte Abgabe eine Steuerungswirkung haben kann. Frage ist halt nur, ob man die Konditionierung als sinnvoll erachtet. Ich tue es nicht wegen der "sozialen Ungleichgewichte." Welche im Moment nicht adressiert werden, und auch nicht leicht zu adressieren sind in diesem Modell.

Das Problem in Deutschland und in den restlichen Industrieländern sind ohnehin nicht die ärmeren Schichten, sondern die viel reicheren. Also sollte man den Verzicht erstmal dort forcieren, bevor man sich daran macht denen, welche ohnehin schon wenig haben, das Leben noch schwerer zu machen.

"Daß der „reiche Porschefahrer“ jeder Preis egal ist, halte ich für einen Mythos"

Ein Porsche fasst ca. 60 Liter? Im Moment also 120 € pro Tank? Mit 7 €/l wären's 420 €. Mit 10 €/l wären's 1200 €. Wo genau ist da der Unterschied wenn Millionen auf dem Konto liegen?

Klar, manche Millionäre sind knauserig, aus welchen Gründen auch immer, aber Menschen geben mehr Geld aus für ganz anderen Blödsinn. ¯\_(ツ)_/¯

Und klar, das Dienstwagenprivileg etc. sollte abgeschafft werden, so wie alle anderen klimaschädlichen Subventionen. Da sind wir uns einig.  

@tazgetroete

@TobiWanKenobi @tazgetroete die paar Porschefahrer, die jeden Preis zahlen, retten das Klima nicht. Kann/muss man auch adressieren, aber deswegen Klima nicht primär ins Auge zu nehmen, bringt es auch nicht.
Die Tankkarten sind erheblich mehr. Das ist nicht einfach das „Dienstwagenprivileg“ (das zielt auf Versteuerung geldwerter Vorteile nur), sondern die Millionen von Kilometer, die da ohne Blick auf Verbrauch und Kosten gefahren werden können - da muss man ansetzen.