Ein Formulierungs-#Problem bei älterer Deutscher #Sprache:

"Es kostete des Delinquenten Kopf."

"Es kostete den Delinquenten Kopf und Kragen."

"Es ging um des Delinquenten Kopf und Kragen."

Daher meine Frage an anwesende #Schreibende: Im zweiten Satz sollte der Genitiv nicht verwendet werden, weil ... (irgendwas mit Beifügung, so jedenfalls mein Sprachgefühl)?

Oder irre ich da?

@DerEmil
Ersten Satz: Der Delinquent wurde buchstäblich enthauptet. Es kostete den Kopf (des Delinquenten).

Zweiter Satz: idiomatisch: Er hatte schwere Konsequenzen, aber wurde nicht tatsächlich enthauptet. Es kostete ihn (den Delinquenten) Kopf und Kragen. Aber nicht: Es kostete Kopf und Kragen (des Delinquenten). "Kopf und Kragen" ist ein Idiom, aber nichts, was der Delinquent tatsächlich besitzt.

@aserraric

Also ist mein Sprachgefühl auf dem richtigen Weg.

(Obwohl: Vor Enthauptungen wurde auch immer [?] der Kragen abgetrennt ...)

@DerEmil Der Genitiv wird meistens benutzt um ein Besitztum anzuzeigen (es gibt ein paar Verben und Adjektive, die das unabhängig davon erzwingen). Wessen Kopf und Kragen kostete es? Des Delinquenten.
Jetzt wirds komliziert:
"den Delinquenten" ist Plural von "der Delinquent" - es handelt sich um mehrere Personen. Schreibt man also Delinquenten und meint nur eine Person ist man immer im Genitiv und muss "des" schreiben.

@peterhellinger

Oh. Guter Hinweis. Aber hieße es im Plural nicht "... der Delinquenten Kopf und Kragen"?

Mir kommt da die Moderndeutsche Frage "WEN kostete es ...) in den Sinn als Pendant zu Älterdeutschen "WESSEN ... kostete es?".

@DerEmil Richtig, "der Deliquenten ..." wäre Plural im Genitiv, Feminim wäre "der Deliquentin ...". Bei "den Delinquenten ..." sind wir im Dativ.