Es zeigt sich halt auch immer wieder: Jene, die am lautesten "Sprachverbot!!!" schreien, wenn jemand gendersensible Sprache verwendet, wünschen sich eigentlich genau solche Sprachverbote für die anderen. Es ist reine Projektion.
Die meisten Lesendenbriefe bekomme ich übrigens, weil ich "Liebe Lesende" in Edis und Newsletter schreibe. Das veranlasst manche Menschen (Männer, let's be frank, es sind immer Männer) dazu, mir lang und breit zu erklären, dass sie aber KEINE Lesenden sind (obwohl, in fact, they are, zu dem Zeitpunkt wo sie z.B. das Edi oder den Newsletter lesen) sondern LESER und dass ich sie auch genauso so ansprechen muss SONST GIBT'S WAS.
Dann kommt noch eine Erklärung zur deutschen Sprache und zum generischen Maskulinum und die unerschütterliche Überzeugung, dass eine Sprache ja immer statisch bleiben muss und sich nicht ändern oder anpassen DARF (Wörter wie "Gendergaga", "Wokismus" etc. darf man aber natürlich erfinden und überall reinpfeffern, weil da gelten solche Regeln nicht)

@mimrma Klar, Partizip Präsens als Verlaufsform. Im Neuhochdeutschen.

Was stimmt mit den Heinis nicht? Oder denken die komplett mittelhochdeutsch?

@Evo2Me Im Nibelungenlied gefangen...
@mimrma Es heißt L.A.S.E.R.-Briefe, das ist doch wohl klar!!1 🔦💥
@mimrma
Menschen haben keine sinngebende Aufgaben fürsich gefunden und irgendwann beim hamsterrad hetzen den Horizont verloren. Das soll keine Entschuldigung sein. Nur was machen wir mit diesen Aufpassern. Die ihre Meinung also so relevant empfinden? Eine Tätigkeit sollte sich doch finden. Nur die müssen sie selber meine. Gefunden zu haben. Ach es ist nicht einfach. Einen Guten Tag noch 🙋

@mimrma
Ich finde man sollte nüchtern eine Kosten/Nutzen-Betrachtung angepasster Sprache bzw. Rechtschreibung vornehmen:

Meine These dazu ist, dass sie zu einer echten Gleichstellung so gut wie gar nicht beitragen kann.

Die wirklichen Kämpfe werden in Bewerbungs- und Gehaltsgesprächen, Parlamenten, Vorstandsetagen und auch bei Wohnungsbesichtigungen ausgetragen.

DORT lohnt es sich energisch zu streiten, seltsamerweise schreibt darüber aber selten eine Autorin.

@weit_im_westen 1. Schön, dass du eine These hast. Auch Wissenschaftler*innen haben Thesen und testen sie sogar, da kannst du bei Interesse ja mal nachlesen, was die Effekte sind. 2. Wer sagt denn, dass das Ziel (nur) Gleichstellung sein muss? Wenn ich Menschen mit "Liebe Leser*innen" anspreche, und manche, die sonst oft "vergessen" werden, fühlen sich dadurch gesehen und mitgemeint, ist das für mich schon ein großer Gewinn. 3. Auf derailing lass ich mich nicht ein, this will be all.

@mimrma

Deine Antwort ist herablassend. Schade.

Case in point: Ein Vater verklagt eine Schule, weil es ihm nicht passt, dass manche Lehrkräfte gendern. Und wer unterstützt die Klage? Der "Verein Deutsche Sprache" natürlich. Man kann nur hoffen, dass sie damit auch am Oberverwaltungsgericht abblitzen. https://www.spiegel.de/panorama/genderstreit-an-berliner-schule-vater-will-oberverwaltungsgericht-anrufen-a-8f256fb1-f23e-401c-a352-b9a24019dbbb
Streit über geschlechterneutrale Sprache: Berliner Gendergegner will vor Oberverwaltungsgericht gehen

Dürfen Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht gendern? Oder verletzen sie damit das Neutralitätsgebot? Der Rechtsstreit zwischen einem Vater und einer Berliner Schule geht in die nächste Runde.

DER SPIEGEL
@mimrma Gestern die Steigerung der Absurdität erlebt: Pharmaunternehmen verlangt für Übersetzung "traditionelle Sprache (kein Genderism)" für eine klin. Studie, in der Betroffene nur Frauen sind ...