je länger ich mich damit befasse, stelle ich fest, dass der graben zwischen degrowth & greengrowth nicht so groß ist, wie es scheint. greengrowther stimmen zu, dass es einige zu schrumpfende industriezweige gibt & degrowther geben recht schnell bei, dass der globale süden seine ökonomie noch wachsen darf & ereuerbare energien ausgebaut werden sollten. es scheint eher um die frage des sweetspots bei schrumpfen & wachsen zu gehen, doch das wird nie direkt adressiert, sonst würde das ja auffallen.
was mich grundsätzlich an der debatte noch stört ist dieses abhängigmachen beider seiten von der variable gdp, die mir sowieso suspekt ist. wollen wir nicht stattdessen bessere, bedeutungsvollere metriken finden, die wir optimieren oder reduzieren wollen?
@mspro GDP ist ohnehin eine falsche Metrik...
@mspro Wenn man es aber als zwei Pole sieht (statt zwei Seiten eines Grabens), dann wäre Turbokapitalismus auf der anderen Seite von Greengrowth und anti-Kapitalismus auf der anderen Seite von degrowth. Einige degrowth Positionen sind ja weit weg von GDP. Aber andere treffen in der Mitte (dieser metaphorischen Linie) auf greengrowth.

@mspro Da es sich um die natürliche Umwelt handelt, gibt es keine einzelne sinnvolle Metrik, auch nicht CO2 Ausstoß o.ä.
Der größte Vorteil ökonomischer Variablen sind ihre Einfachheit, ihre Bedeutung sind jedoch abzüglich der ideologischen Zuschreibungen überschaubar.

Es geht nur mit komplexen politischen Maßnahmen. Die Reduzierung auf irrelevante Sachverhalte ist dabei kontraproduktiv.

@mspro Wer für „Degrowth“ ist, weiß mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht, was Wirtschaftswachstum ist und setzt das deshalb schlicht mit steigender Ressourcennutzung gleich. Wie unterkomplex an der Stelle debattiert wird, sieht man auch daran, wenn hier das Ziel am BIP festgemacht werden, was in seiner Knalltütigkeit schon fast wieder lustig ist. Bleibt aber trotzdem Zeitverschwendung.
@mspro Das hat Kate Raworth, finde ich, gut auf den Punkt gebracht: "This chapter takes on that challenge and makes the case for creating economies that are agnostic about growth. By agnostic I do not mean simply not caring whether GDP growth is coming or not,
nor do I mean refusing to measure whether it is happening or not. I mean agnostic in the sense of designing an economy that pro-
motes human prosperity whether GDP is going up, down, or holding steady." (Doughnut Economics, S. 245)