Auf Island wird die bislang größte Anlage zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre gebaut. Sie soll 36.000 Tonnen CO2 aus der Luft holen. Also etwa ein Millionstel der jährlichen Emissionen.
https://climeworks.com/news/climeworks-mammoth-construction-update-dec22
6 months after groundbreaking: the Mammoth site is taking shape

With the harsh Icelandic winter just around the corner, Climeworks’ Mammoth project team is working tirelessly on bringing the plant to life – and great progress was made!

Climeworks hat dazu 650 Millionen $ von Investoren eingesammelt. Die Anlage arbeitet dann ein Jahr, um die CO2-Emissionen von 30 Sekunden zu kompensieren. Das ist schön und gut, aber...
... die Folgerung von Carsten Linnemann (CDU), den Klimaschutz solchen Startups zu überlassen statt die Emissionen zu senken ist schlicht absurd. Zur Einhaltung des Pariser Abkommens müssen wir in 8 Jahren den globalen CO2-Ausstoß halbieren.
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RT @rahmstorf
Ich denke die @CDU muss jetzt dringend klarstellen ob sie noch zum Pariser Klimaabkommen steht! https://twitter.com/dirkmessner/status/1605526237472083969
https://twitter.com/rahmstorf/status/1605701778623778817
Dirk Messner on Twitter

“Oh jeh, Herr #Linnemann 😏 - es gibt in der Wissenschaft nirgendwo Zweifel, dass die ambitionierte Reduktion der Treibhausgase im Zentrum des Klimaschutzes stehen muss. Darüber hinaus (NICHT: statt dessen) werden negative Emissionen gebraucht. @klimaunion”

Twitter
Hat die @CDU-Führung sich eigentlich schon klar von Linnemanns Aussagen distanziert? Hat sie klargestellt, dass sie noch zu den völkerrechtlich verbindlichen Zielen des Pariser Abkommens und zum Klimaschutz-Urteil des Bundesverfassungsgerichts steht?

@rahmstorf Wie kommst du zu deinem äußerst positiven Bild der CDU, dass die auch nur entfernt daran denken, sinnvoll und nachhaltig für den Klimaschutz tun zu wollen, noch nicht sanktionierbare Abkommen einzuhalten?

Das ist eine ernsthafte Frage.

Schon allein dieses Startupgefasel. Wieso sollte irgendwer für Carboncapture Geld ausgeben wollen? Firmen haben doch gar kein Anreiz da Geld drauf zu schmeißen.

@rahmstorf @ankedb Das macht dann eine CO²-Preis von 18 055,56 €/t
@ankedb @odo2063 Nein, die Zahl ist die jährlich aus der Atmosphäre geholte Menge.
@rahmstorf Müssen die nicht. Ich persönlich erwarte von Seiten der CDU überhaupt nichts mehr in Sachen Umweltschutz.
@rahmstorf
Ich hab da mal kurz was gerechnet mit der Sekunde:
Das müssten über 1 Mio solcher Anlagen sein, um den aktuellen jährlichen CO2-Ausstoss unter die Erde zu bringen.
Ich frage mich gerade, wie lange es braucht für Aufbau und IB einer Anlage. 6 Monate, wenn es schnell geht.
Fürchte, über CO2-Preise zu reden, lohnt erst mal nicht.
@rahmstorf Wie man zu einem Bundesverfassungsgerichtsurteil steht, ist ja eigentlich egal. Ob man es gut oder schlecht findet: Falls man es nicht respektiert, insbesondere als Politiker, müsste man das wohl verfassungsfeindlich nennen. Und solche Leute sollten dann damit rechnen müssen, mal für ein paar Tage zum Nachdenken hinter Gitter zu kommen, und nicht diejenigen, die verzweifelt Maßnahmen zum Klimaschutz fordern.

@rahmstorf

Dann müssen wir ja nur ca. $325 Trillion investieren. 😂

@rahmstorf Zu der Anlage und wie wenig sie bringt hat Quarks auch kürzlich was gemacht. Leider eines ihrer weniger erfolgreichen Videos, wahrscheinlich für Viele ein zu abstraktes Thema.
https://youtu.be/MOhM3yw-jFA
CO2 einfach absaugen? Technologien gegen den Klimawandel | Quarks

YouTube

@rahmstorf

Dann können wir uns zurück lehnen, wenn wir diese Zeit gewonnen haben.

@rahmstorf … absolut nicht ausreichend? Geradezu lächerlich wenig? Das Wichtigste ist wohl nach wie vor die Reduktion der Treibhausgasemissionen gegen Null. Oder?
@sturmwanderer @rahmstorf
Das wird halt nicht ausreichen und viele Menschen vertrauen auf den technischen Fortschritt und sind kaum bereit, ihr Verhalten zu ändern.
@rahmstorf Ich habe gerade mal ausgerechnet: Wenn wir ca. 1 Mio. solcher Anlagen hätten, könnten wir in einem Jahr das in einem ganzen Jahr emittierte CO2 herausholen. Ist eine solche lineare Rechnung adäquat? Ist es denkbar, so viele Anlagen zu bauen?

@adam_ayaita @rahmstorf
Nee. Die Gerätschaften für die 1. Maschine in Island waren 4000 Schiffscontainer voll. Das ist Material, das dann woanders fehlt.

Aber es müssen auch nicht 1mio sein. Das CDR oder hier DAC soll doch nur dann genutzt werden, wenn fossile Emissionen auf 0 sind.
Um bei CO2 zero die Temperatur stabil zu halten, müssen ~6Gt pro Jahr entfernt werden (trockene Wetlands und Permafrost.).
DACS-Maschinen darüber hinaus entfernen altes CO2.
Climeworks will 2050 1Gt schaffen.

@rahmstorf Gedankenspiel: Es würde 650.000.000.000.000 (650 Billionen)$ kosten, wenn man das Klimaziel ausschließlich mit Hilfe solcher Anlagen erreichen wollte. Das sind 1.300 jährliche Bundeshaushalte oder 16.250 soziale Plattformen (z.B. Twitter). Was würde der Finanzminister dazu sagen? 🤔
@rahmstorf ich bin absoluter Laie, muss ich sagen. Aber: sind die Speicherbehälter irgendwann voll? Und wohin dann damit? Ich habe das Gefühl, die Probleme werden höchstens verlagert, nicht gelöst.
@SaraL @rahmstorf Deponie halt...
@schneider_EF @SaraL @rahmstorf
#Climeworks arbeitet jetzt in Island, weil
a) dort genug Erneuerbarer Strom dafür (und für die Einwohner) vorhanden ist und
b) weil sie das CO2 im Gestein mit dem Gestein reagieren lassen und es dann nicht mehr austreten kann. Nie mehr. Das ist dann richtig weg. Das liegt an dem besonderen Gestein dort.
@rahmstorf und die FDP wird es als einen technologischen Durchbruch feiern und ab jetzt alles so weiterlaufen lassen wie bisher 😩

@rahmstorf

Man müsste also lächerliche 650 000 Milliarden investieren....
Vieleicht sollten wir dann besser einen Todesstern bauen und die Erde einfach weghusten...

@rahmstorf Ausgerechnet Island. Wo die für ihre spärliche Pflanzenwelt jedes Gramm CO2 brauchen.

@rahmstorf

Das kann (ganz am Ende) schon Beitrag dazu leisten, geschehene uralt-Sünden etwas zu kompensieren. Es kann NIEMALS die notwendige Abkehr von fossiler Primärenergie überflüssig machen. Zu wenig, zu teuer, zu spät...

Heißt aber nicht, dass wir nicht auch das machen müssen. Um schlimmere Entwicklungen zu vermeiden.

20000mal so viel wie jetzt {das geht schon}, sind dann 2/100 heutiger Emissi.; die auf ein Zehntel reduziert (da geht kein Weg dran vorbei), sind es immerhin 20% vom Rest

@rahmstorf Ein Anfang ist ein Anfang, davon jetzt noch ein paar (hundert)tausend bei gleichzeitiger Reduktion der Emissionen...

@rahmstorf "ein Millionstel". If this is any way near correct, the engineer in me says this kind of investment, worthy as it is, surely cannot scale up to being a significant part of the global solution.

Are 'noble gestures' like this helpful, do they pave the way to large scale CO₂ removal, or do they give false hope and distract from the only viable solution - massive emissions reduction?

(Apologies for cross-language posting, my German's not up to this level.)

@rahmstorf
Aber die Geschichte von #ClimeWorks ist aufschlussreich:
begonnen in 2009 mit milligram CO2;
2017 die erste for-Profit Maschine mit 900kg/a;
2021 die erste Maschine in Island mit 4 t/a. (Die besteht aus 4000 Schiffscontainern voller Gerätschaften.)
2023 in Island mit 36 Tonnen, bis 2030 sollen es 1Mt/a und
2050 1Gt/a werden.

1 einzige Firma: 1 Gt in 2050.
6 Firmen der Größe würden schon CO2 von trockenen Wetlands + Permafrost weg tun. In Island ist das ja richtig ganz total weg.💫

@rahmstorf

Hab die Zahlen aus dem Gedächtnis aufgeschrieben; sind eigentlich von hier https://www.cnbc.com/2022/06/28/climeworks-carbon-dioxide-removal-company-building-iceland-plant.html
Guter Artikel zu #Climeworks bezüglich Entwicklung seit 2009.

Hier ist noch einer, ua. mit Erläuterungen + Bildchen, wie das abgesaugte CO2 dann für immer im Gestein versenkt wird https://edition.cnn.com/2021/10/20/world/carbon-capture-storage-climate-iceland-intl-cmd/index.html

#DAC #CDR ist nix für fortgeführte fossile Emissionen, eh klar. Aber nach CO2 zero müssen wir doch altes CO2 entfernen UND 6Gt/Jahr von trockenen Wetlands + Permafrost ausgleichen.

From milligrams to gigatons: Startup that sucks carbon dioxide from the air is building a big plant in Iceland

Climeworks is building a plant in Iceland that will capture 36,000 tons of CO2 per year. It's a drop in the bucket, but the startup has huge ambitions.

CNBC
@rahmstorf
Ein Hoffnungsschimmer für Konsum- + Wachstums-Junkies. Deren größte Sorge scheint nicht der Klimawandel zu sein, sondern das Hinterfragen unseres destruktiven Lebensstils. Der Verzicht auf Überkonsum scheint eine größere Katastrophe zu sein als das Kippen des Klimas.
@rahmstorf Vielleicht sollten die Isländer lieber versuchen, einen Wald anzulegen. Eine Schonung von vielleicht 200ha sollte einen ähnlichen Effekt haben. Und in einem Land mit gerade mal 1,3% Waldanteil dürfte das auch interessant als Naherholungsgebiet sein.
@schreibmax @rahmstorf Auf Island wachsen Bäume unfassbar langsam. Es gibt dort seit Jahrzehnten Forschungen, wie man unter diesen Klimabedingungen Bäume großziehen kann.
Ich war in Akureyri im #BotanischerGarten. Dort gab es einen wirklich hübschen Bodendecker, der mir gut gefallen hat. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus: Das war eine (Zwerg-?) Birke 😁
@suvidu @rahmstorf Oha!
Das zeigt mal wieder, wie schwierig es ist, Dinge, die in einem Land funktionieren, auf ein anderes zu übertragen.
@schreibmax @rahmstorf Ja, ich war auch total überrascht. Und fasziniert :-)
@rahmstorf Wie wahrscheinlich ist es also, dass wir die CO2e halbwegs in mehreren Jahrzehnten aus der Atmosphäre kriegen, ohne dass die Erwärmung eintritt, die James Hansen in seinem aktuellsten Paper beschreibt?
@rahmstorf wäre das Geld nicht sinnvoller in der #Energiewende investiert?
@rfi

Naja, was die Energiewende angeht ist Island ja ziemlich weit vorn, nicht zuletzt aufgrund der geografischen Lage natürlich.

Und die Betreiber wollen ja auf Gigatonnen hochskalieren.

@rahmstorf

@rahmstorf was für ne #Energieverschwendung.

Bessere #CarbonCapture wäre #Bäume fällen und in Bergwerke packen...