Dass der Zweck nicht die Mittel heilige, ist eine Floskel.
Aber könnt ihr mir eine Situation nennen, in der die ethische Bewertung von Mitteln völlig unabhängig von ihrem Zweck ist?
Bester Kommentar, finde ich, der hier. Straftaten sind nicht immer falsch, gute Ziele legitimieren nicht blind alles. https://twitter.com/ZetaOf1/status/1603022823567523840?t=qPQE6ZMNxmrOE_T9J-qiNA&s=19
Zeta Of 1 on Twitter

“@Afelia Nein, aber das behauptet auch niemand? Zweckslegitimität ist notwendig aber nicht hinreichend für Probatheit des Mittels. Aber ohne Legitimität ist das Mittel für den Zweck nicht zulässig. Daher: notwendig, aber nicht hinreichend. Das ist doch alles, was das Statement sagt.”

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@afelia
Zumal sich bei Straftaten ja immer auch die Frage stellt, wer sie mit welcher Legitimation als solche definiert.
@hmz @afelia Das macht nach meiner Kenntnis der Gesetzgeber.
@achso @afelia
Schon klar, aber während der hierzulande eindeutig demokratisch legitimiert ist, ist das andernorts leider nicht immer der Fall.
@afelia Alle Formen von sexueller Gewalt, egal in welcher Situation
@afelia Mir fiele da gerade das Abtreibungsverbot sogar bei unmittelbarer Gefahr für das Leben der Mutter in einigen christlich-fundamentalen Ländern ein.
@afelia Meines Wissens sagt die gängige Floskel: "Der Zweck heiligt die Mittel!"
Und das ist ja genau die Aussage, dass die ethische Bewertung der Mittel abhängig vom Zweck ist.

@afelia nein

Das Trolleyproblem lässt sich m.E. auch nicht beliebig skalieren.

@afelia Eigentlich lautet das Sprichwort "Der Zweck heiligt die Mittel" https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gefl%C3%BCgelter_Worte/D#Der_Zweck_heiligt_die_Mittel Das könnte man als Motto des ethischen Konsequentialismus betrachten.
Als gegenläufige Strömung dazu gilt deontologische Ethik (Pflichtethik). Darin werden Handlungen (= Mittel) unabhängig von ihren Folgen (= Zweck) beurteilt. Kant sagt etwa: Man darf einen künftigen Mörder nicht anlügen, wenn er nach dem Aufenthaltsort des avisierten Opfers fragt, weil das Mittel der Lüge unbedingt verboten ist.
Liste geflügelter Worte/D – Wikipedia

@Kraemer_HB @afelia die Pflichtethik funktioniert, wenn man nur eine Ethik hat. Aber was, wenn es Konflikte zwischen 2 Ethiken gibt.
@afelia Deswegen heißt es ja auch richtig: "der Zweck heiligt die Mittel" 

@afelia

für die gesamte menschheit: > der tyrannenmord < (ich nenne jetzt hier absichtlich keinen der lebenden tyrannen)

Trolley-Problem – Wikipedia

@afelia Man könnte sagen, dass jemand der aus Prinzip handelt, also unabhängig vom Zweck/Ziel (negativ oder positiv Ausgang), sich für die vorgefasste Haltung entscheidet, Mittel unabhängig vom Zweck/Ziel behandelt. ZB ich Lüge nie um ein Ziel zu erreichen, also ist dieser Person die Wahrheit zu sagen, Mittel, jedwedem Zweck übergeordnet.
Warst du dir bewusst, dass du nach Charakter und Integrität fragst? Ich zuerst nicht ;))
@afelia das entscheidende bei der bewertung ist, dass das mittel nachweislich geeignet ist, den zweck zu erreichen, nachweislich keine moralisch weniger fraglichen mittel zur verfügung stehen und das mittel nachweislich deutlich weniger schaden anrichtet, als es nutzen bringt. klingt (und ist) utilitaristisch, liegt aber, wenn wir ehrlich mit uns sind, so ziemlich hinter jeder moralischen bewertung.
@afelia
Das ist doch so Konsequenzialismus vs. Deontologie in der Ethik? Oder bin ich jetzt nur noch nicht ausreichend mit Kaffee versorgt?

@afelia

Das müsste eine derart schwerwiegende, oder derart banale Situation sein, dass sie weder mit Gesinnungs-, noch mit Verantwortungsethik adäquat einzuordnen ist.

Jedenfalls wäre Ursache und Ausgang ethisch derart irrelevant, oder eine derart außerordentliche Sitation, dass zivilisatorische und damit ethische Regeln (vorrübergehend) nicht gelten, oder über Board zu werfen sind.

(spontan: drohender Armageddon, Eingriff in Naturgesetze selbst, oder Seifenblasenpistolen-Schlacht)

@afelia Im Grunde ja damit z.B. die Tyrannenklausel, Artikel 20 GG.

Zweck und Mittel sind da völlig egal. Ganz pragmatisch haben Mensch und Umwelt in einer derartigen Situation, da sie um ihr blankes Überleben als Gesamtheit willen (quasi zurückgeworfen in die Steinzeit) 1 Tyrann*in loswerden müssen dies wohl einfach zu tun. Der Zweck ist egal - das ist rein animalischer Überlebensinstinkt.

Ethik, also die Regeln der Zivilisation spielen erst nach Wiederherstellung der Zivilisation eine Rolle.

@afelia
Der Klassiker
[Lessing: Nathan der Waise]
rät:
„Tut nichts, der Jude wird verbrannt.“